Bachelorarbeit, 2012
37 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Der Begriff der Entrepreneurial Firm
3. Spillover-Effekte
3.1. Wissen als ökonomische Ressource
3.2. Wissenspillover als heterogener Effekt
3.2.1. Humankapital als Ressource
3.2.2. Impliziertes vs. kodifiziertes Wissen
3.2.3. Publikationen und Studenten
3.2.4. Netzwerke für soziales Kapital
4. Wirkungen von Spillover-Effekten auf Entrepreneurial Firms
4.1. Performance und Regionalität
4.2. Heterogenität des Wissens
4.3. Wirkung auf Board Zusammensetzung und Entwicklung
4.4. Bedeutung von sozialen Netzwerken
5. Explorative Sicht auf die Metropolregion München
5.1. Das Cluster Biotechnologie in Bayern
5.2. Zahlen und Fakten der Unternehmen in München/Martinsried
5.3. Effekte der europäischen Metropolregion München EMM
6. Schluss
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Spillover-Effekten des Wissens als externer Standortfaktor für die Ansiedlung von jungen, innovativen Unternehmen (Entrepreneurial Firms). Dabei wird analysiert, wie akademisches Humankapital und regionale Wissensnetzwerke die Performance, die Zusammensetzung von Gründungsteams sowie die Corporate Governance dieser Unternehmen beeinflussen.
3.2.1 Humankapital als Ressource
Als wissenschaftliche Institution setzt sich eine Universität in erster Linie aus der Gemeinschaft der Lehrenden und der Lernenden zusammen. Das lehrende Personal, zusammengesetzt aus Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeitern erfüllt den Auftrag Forschung zu betreiben und die akademische Ausbildung der Studenten zu gewährleisten. Gleichzeitig absolvieren Studenten als lernende Individuen an der Hochschule ein Studium und streben damit einen akademischen Abschluss an. Beide Gruppen stellen durch ihre Funktion und ihr Wirken eine wichtige Ressource der Universität an sich und darüber hinaus dar. Absolventen decken im Anschluss an ihr Studium die wichtige Nachfrage nach Humankapital auf dem Arbeitsmarkt (vgl. Abb. 1) seitens privater Unternehmen. Daneben eröffnet sich die Möglichkeit für Lehrende und Lernende als potenzielle Firmengründer zu agieren. Damit nehmen diese sozialen Individuen als Ressource „Humankapital“ folglich sowohl die Rolle als potenzielle gut ausgebildete Arbeitskräfte wahr und können auch als Gründer von Start-Ups bzw. Entrepreneurial Firms angesehen werden.
Betrachtet man Humankapital als Ressource, muss man sich verdeutlichen, dass diese Ressource per Definition an bestimmte Personen durch deren erlernte Kenntnisse und Fähigkeiten gebunden ist. Demensprechend folgt der Schluss, im nahen Umfeld einer Hochschule sei eine Konzentration der für Entrepreneurial Firms potenziell wertvollen Ressourcen anzutreffen. Absolventen und Lehrende als Arbeitskräfte und potenzielle Unternehmen stellen also einen wichtigen Faktor für Innovation und Wachstum im regionalen Umfeld dar (Fritsch, Henning, Slavtchev, Steigenberger, 2008). Eine Agglomeration des Faktors Humankapital trägt also dazu bei, dass sich die Nachfrager (in diesem Fall Entrepreneurial Firms im High-Tech-Sektor) im Gebiet mit dem potenziell größten Angebot (hier Humankapital in Form von Absolventen und Wissenschaftlern) ansiedeln (Eckey, Kosfeld, Türck, 2007). Ebenso können Wissenschaftler mit dem Gedanken spielen neben ihrer Arbeit an einer Universität ihr Wissen abseits der Lehrtätigkeit und Forschung ökonomisch nutzbar zu machen.
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, Spillover-Effekte als Standortfaktor für Entrepreneurial Firms zu identifizieren und deren Einfluss auf die Unternehmensgründung und Performance theoretisch und empirisch zu beleuchten.
2. Der Begriff der Entrepreneurial Firm: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der Entrepreneurial Firm als Oberbegriff für innovative, wissensbasierte Gründungen wie Academic Start-ups und New-Technology-Based-Firms.
3. Spillover-Effekte: Das Kapitel analysiert Wissensspillover als heterogene ökonomische Ressource, wobei Humankapital, kodifiziertes vs. impliziertes Wissen und soziale Netzwerke im Fokus stehen.
4. Wirkungen von Spillover-Effekten auf Entrepreneurial Firms: Hier werden die empirischen Zusammenhänge zwischen regionalem Wissensangebot, Firmenperformance, Teamzusammensetzung und der Rolle von Netzwerken untersucht.
5. Explorative Sicht auf die Metropolregion München: Dieses Kapitel veranschaulicht die theoretischen Erkenntnisse anhand des Biotechnologie-Clusters in München und Martinsried als praktisches Beispiel für regionale Innovationsvorteile.
6. Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Bedeutung der zielgerichteten Nutzung von Wissensspillover-Effekten für den langfristigen unternehmerischen Erfolg.
Spillover-Effekte, Wissensökonomie, Entrepreneurial Firms, Humankapital, Academic Start-ups, NTBF, regionale Ansiedlung, Standortfaktor, Biotechnologie, Metropolregion München, Corporate Governance, Gründungsdynamik, soziales Kapital, Innovationsmanagement, Wissenscluster.
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie Wissen, das von Universitäten und Forschungseinrichtungen ausgeht, als sogenannter Spillover-Effekt die Standortwahl und den Erfolg von jungen, technologieorientierten Unternehmen beeinflusst.
Zentrale Themen sind die Rolle von akademischem Humankapital, der Unterschied zwischen impliziertem und kodifiziertem Wissen, die Bedeutung von sozialen Netzwerken für Gründerteams sowie die empirische Analyse von Clustern wie der Biotech-Region München.
Ziel ist es zu ergründen, warum Spillover-Effekte für Entrepreneurial Firms von großer Bedeutung sind und wie diese die Performance, das Management und die Standortentscheidungen von Start-ups nachhaltig prägen.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit der Fachliteratur sowie eine explorative, deskriptive Analyse des Biotechnologie-Clusters in der Metropolregion München, ergänzt durch Auswertungen empirischer Studien.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen der Spillover-Effekte, die Auswirkungen auf die Unternehmensebene (Performance, Board Composition) und liefert ein konkretes Fallbeispiel zur Innovationsregion München.
Die zentralen Begriffe sind Spillover-Effekte, Humankapital, Entrepreneurial Firms, Innovationscluster und akademisches Entrepreneurship.
Wissenschaftler bringen nicht nur fachliches Wissen mit, sondern sind oft Träger von impliziertem Wissen und verfügen über wertvolle Kontakte in akademische Netzwerke, die für junge Firmen in der Gründungsphase essenziell sind.
München dient als exploratives Beispiel, da die hohe Konzentration von renommierten Hochschulen, Forschungsinstituten und Venture-Capital-Gebern in dieser Region optimale Bedingungen für Biotech-Gründungen schafft.
Sie führen dazu, dass Start-ups verstärkt externe Experten oder "Surrogate Entrepreneurs" in ihr Board oder Management holen, um Defizite an unternehmerischer Erfahrung durch das Wissensnetzwerk der Universität auszugleichen.
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