Masterarbeit, 2012
65 Seiten
1. Einleitung
2. Theoretischer Bezugsrahmen: Definition und Explikation von Begriffen
2.1 Einflüsse gesellschaftlicher Wandlungsprozesse auf die Bedeutungszunahme von Distanzbeziehungen
2.1.1 Individualisierung
2.1.2 Enttraditionalisierungsprozesse führen zu Wahlbiografien
2.2 Modernisierungsprozesse in der Gesellschaft
2.2.1 Bildungsexpansion
2.2.2 Auswirkungen der berufsbedingten Mobilität auf Paarbeziehungen
2.2.3 Juristische Veränderungen
2.2.4 Neue Wege der Partnersuche
2.2.5 Technologieentwicklung & Geld
2.2.6 Zusammenfassung: Entstehungskontext für Distanzbeziehungen
2.3 Der Begriff des Alltags
2.3.1 Der „Alltag“ in der modernen Gesellschaft
2.3.2 Alltagsgestaltung bei Paaren
2.3.3 Zeitliche Abstimmung für einen gemeinsamen Alltag
2.4 Partnerschaft in der modernen Gesellschaft
2.4.1 Notwendigkeit: Betrachtung des modernen Verständnisses von Partnerschaft
2.4.2 Entwicklung einer Partnerschaft
2.4.3 Partnerschaft: konventionell vs. unkonventionell
2.4.4 Zusammenlebende Paare
2.4.5 Nicht-zusammenlebende Paare
2.5 Living apart together - „alleinlebende Paare“
2.5.1 LAT im Spiegel soziologischer Studien
2.5.2 Eigenschaften und Merkmale von Living-apart-together-Paaren
2.5.3 Definitionskritik und Entwicklung eines eigenen Definitionsvorschlags
2.5.4 Definitionsversuch LAT-Partnerschaften
3. Methodische Aspekte und Untersuchungsablauf
3.1 Methode zur Datenerhebung: Leitfadeninterview
3.2 Entwicklung der Interviewleitfäden
3.2.1 Forschungsfragen und Hypothesen
3.2.2 Erläuterung der Interviewleitfäden
3.3 Datenerhebung
3.4 Datenauswertung
3.4.1 Aufbereitung des Datenmaterials
3.4.2 Auswertungsverfahren: Qualitative Inhaltsanalyse
4. Untersuchungsergebnisse
4.1 Vergleich
4.3 Zwischenfazit
5. Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie sich die Alltagsgestaltung von kinderlosen Paaren in Living-apart-together-Beziehungen von derjenigen von Paaren unterscheidet, die in einem gemeinsamen Haushalt leben. Ziel ist es, die täglichen Routinen, die Bedeutung von Beruf und sozialem Umfeld sowie die individuellen Strategien zur Bewältigung der Distanz bzw. Nähe zu analysieren und zu vergleichen.
2.5.4 Definitionsversuch LAT-Partnerschaften
Aus den bisherigen theoretischen Überlegungen lässt sich nun zusammenfassend folgendes Bild von Paaren in LAT-Beziehungen beschreiben:
Ein, oder vielmehr das entscheidende Kennzeichen, um LAT-Partnerschaften von Fernbeziehungen im Allgemeinen abzugrenzen, ist m. E. folgendes: Menschen, die in einer LAT-Partnerschaft leben, verfolgen in erster Linie individuelle Ziele, keine partnerschaftlichen Ziele. Ihnen sind die Erfüllung persönlicher Bedürfnisse oder die Verwirklichung beruflicher Ambitionen wichtiger als die Partnerschaft. Sie wohnen in einer eigenen Wohnung, um diese Bedürfnisse und Ambitionen ausleben zu können. Ihre Kompromissbereitschaft ist weniger ausgeprägt als bei Paaren, die zusammen leben.
Ein weiteres wichtiges Kriterium ist, dass die Paare ihren eigenen, vollständig ausgestatteten Haushalt haben und dementsprechend beim Einwohnermeldeamt als alleinlebend gemeldet sind.
Da die Partner jeweils einen eigenen Haushalt sowie ggf. die Fahrten zum Partner finanzieren müssen, ist davon auszugehen, dass in einer LAT-Beziehung beide Partner einem Beruf nachgehen, der ihnen die nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung stellt. Die Verfolgung beruflicher Ziele wird bei vielen dieser Paare bedeutsam sein, so anzunehmen ist, dass alleinlebende Frauen und Männer insgesamt beruflich erfolgreicher sind (in Anlehnung an Single-Frauen und -Männer (vgl. Stich 2002; Küpper 2002 in Peuckert 2008: 54) als Paare in normalen Partnerschaften. In der Regel werden die Partner deshalb höher gebildet sein. Kinderlose Paare sind aufgrund der für Familien schlechten äußeren Rahmenbedingungen deutlich überrepräsentiert.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Alltagsgestaltung von Paaren ein und stellt die zentrale Forschungsfrage zum Vergleich von Living-apart-together-Paaren und Paaren mit gemeinsamem Haushalt.
2. Theoretischer Bezugsrahmen: Definition und Explikation von Begriffen: Hier werden die soziologischen Grundlagen erarbeitet, inklusive gesellschaftlicher Wandlungsprozesse wie Individualisierung und Modernisierung, die heutige Lebensformen beeinflussen.
3. Methodische Aspekte und Untersuchungsablauf: Dieses Kapitel erläutert die Wahl des qualitativen Leitfadeninterviews sowie die Datenerhebung und das angewandte Verfahren der qualitativen Inhaltsanalyse.
4. Untersuchungsergebnisse: Das Kapitel präsentiert die Analyse der geführten Interviews, vergleicht die Alltagsroutinen der Paare und zieht ein Zwischenfazit zu den aufgestellten Hypothesen.
5. Resümee: Hier werden die Ergebnisse der Arbeit bilanzierend zusammengefasst und Perspektiven für zukünftige Forschungen aufgezeigt.
Living-apart-together, LAT, Distanzbeziehung, Alltagsgestaltung, Partnerschaft, Individualisierung, qualitative Forschung, Leitfadeninterview, Haushaltsformen, Lebenswelt, moderne Gesellschaft, Paarkommunikation, Berufsbedingte Mobilität, Familienformen, Soziale Netzwerke
Die Arbeit untersucht die Unterschiede in der täglichen Alltagsgestaltung zwischen Paaren, die in getrennten Haushalten (Living-apart-together) leben, und solchen, die einen gemeinsamen Haushalt führen.
Zentrale Felder sind der soziologische Wandel von Lebensformen, die Bedeutung von Individualisierung, die Auswirkungen von beruflicher Mobilität auf die Partnerschaft sowie die Rolle von Kommunikation und Freizeitgestaltung.
Die leitende Untersuchungsfrage lautet: „Wie gestalten kinderlose Paare in Living-apart-together-Partnerschaften im Vergleich zu normalen Partnerschaften ihren Alltag?“
Die Arbeit nutzt die qualitative Sozialforschung, konkret werden vier problemzentrierte Leitfadeninterviews mit kinderlosen Paaren durchgeführt und mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Bezugsrahmen (Definitionen, Gesellschaftswandel) und einen methodischen Teil, gefolgt von der Präsentation und Diskussion der empirischen Untersuchungsergebnisse.
Wichtige Begriffe sind LAT (Living-apart-together), Individualisierung, Distanzbeziehung, Lebensformen, qualitative Inhaltsanalyse und Alltagshandeln.
Die Analyse zeigt, dass Menschen in LAT-Partnerschaften häufiger individuelle Ziele priorisieren und eine geringere Kompromissbereitschaft in der Lebensführung aufweisen, um persönliche Freiräume zu bewahren.
Bei jüngeren Paaren, wie dem im Buch beschriebenen Paar, kann die Wohnsituation eine temporäre Strategie sein, bis eine gemeinsame Zukunft (Promotion, Familiengründung) realisiert werden kann.
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