Bachelorarbeit, 2012
47 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Prolog
1.2 Zielsetzung, Methodik und Aufbau der Arbeit
1.3 Forschungsgeschichte und Forschungsstand
2. Wahlen, Wahlkämpfe und Wahlkampagnen im Zeichen des Wandels
3. Amerikanisierung, Modernisierung oder doch Professionalisierung?
3.1 Amerikanisierung – Genese und Wandel eines facettenreichen Omnibusbegriffes
3.2 Minimalkonsens: Amerikanisierung als akteursgetriebener Diffusionsprozess
3.3 Systemperspektive: Die Modernisierungs- und Professionalisierungsthese
3.4 Kritische Würdigung der Transformationskonzepte
4. Diffusionstheoretische Perspektive des Amerikanisierungsprozesses
4.1 Shopping und Adoption Model als praxisnäherer Ausgangspunkt der Analyse
4.2 Die vier Hauptkanäle der Diffusion nach Plasser
5. Systemische Differenzen als Transferfilter
5.1 Das erweiterte Transferfiltermodell
5.2 Geografisch-sozialstrukturelle Rahmenbedingungen
5.3 Politisch-Kultureller Filter
5.4 Medial-Struktureller Filter
5.5 Politisch-Struktureller Filter
5.6 Zwischenfazit
6. Kennzeichen und Elemente ‚amerikanisierter’ Wahlkämpfe
7. Die Bundestagswahl 2009 auf dem Prüfstand
7.1 Kontext und Ausgangsbedingungen beider Wahlkämpfe
7.2 Kriterium der Kapitalintensität und -akquise
7.3 Kriterium der Externalisierung der Kampagnenorganisation
7.4 Kriterium der Kandidatenzentrierung
7.5 Kriterium des TV Duells amerikanischen Formats
7.6 Kriterium des Microtargeting
8. Zusammenfassende Betrachtung
9. Schlusswort
Die Arbeit untersucht auf Basis der Amerikanisierungsthese, ob und in welchem Ausmaß sich deutsche Wahlkampfpraktiken an US-amerikanischen Vorbildern orientieren. Im Zentrum steht dabei die systematische Überprüfung, ob ein einseitiger Transfer stattfindet oder ob landesspezifische systemische Filter eine solche Angleichung verhindern.
3.2 Minimalkonsens: Amerikanisierung als akteursgetriebener Diffusionsprozess
Gegenstand dieses Transfers waren und sind sogen. ‚Amerikanismen’, die nach Auffassung des Historikers Anselm Doering-Manteuffel „Institutionen, Normen, Werte, Gebräuche, Verhaltensweisen und Verfahrensnormen, aber auch Symbole, ‚icons’ und Bilder [umfassen], die vermeintlich oder tatsächlich aus den Vereinigten Staaten übernommen, auf jeden Fall aber als amerikanisch empfunden werden“28. Dieser weit gefasste und nicht nur politische Aspekte umfassende Katalog wird in der Politikwissenschaft dadurch eingegrenzt, dass unter Amerikanismen im Bezug auf Wahlkämpfe Strategien, Methoden, Techniken, Instrumente und Elemente der Wahlkampfplanung, -organisation und -durchführung oder kurz: Wahlkampfpraktiken verstanden werden. Minimalkonsens besteht dabei dahingehend, dass jener Transfer eine gewisse Asymmetrie zwischen den beiden Transferpartnern, d.h. die Ausrichtung der Bundesrepublik (‚follow nation’) am amerikanischen Rollenvorbild (‚lead nation’) aufweist.29 Dieses Ungleichgewicht wird gemeinhin mit der Sonderstellung des amerikanischen Wahlsystems begründet, dessen Vorbildfunktion und Führungsrolle auf folgende Aspekte zurückgeführt werden kann:
1. Einleitung: Die Einleitung verortet die Amerikanisierungsthese im wissenschaftlichen Diskurs und erläutert die Zielsetzung, Methodik sowie den Aufbau der vorliegenden Bachelorarbeit.
2. Wahlen, Wahlkämpfe und Wahlkampagnen im Zeichen des Wandels: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Funktionen von Wahlen und Wahlkämpfen in modernen demokratischen Systemen und beschreibt den sozioökonomischen Wandel als Treiber neuer Wahlkampfstrategien.
3. Amerikanisierung, Modernisierung oder doch Professionalisierung?: Hier werden die theoretischen Konzepte zur Erklärung von Wahlkampfveränderungen gegenübergestellt und kritisch gewürdigt.
4. Diffusionstheoretische Perspektive des Amerikanisierungsprozesses: Dieses Kapitel führt das "Shopping und Adoption Model" als zentrales analytisches Instrumentarium zur Untersuchung von Diffusionsprozessen ein.
5. Systemische Differenzen als Transferfilter: Es wird ein "Transferfiltermodell" entwickelt, das aufzeigt, welche politischen, medialen und strukturellen Rahmenbedingungen den Transfer amerikanischer Praktiken in die Bundesrepublik beeinflussen oder hemmen.
6. Kennzeichen und Elemente ‚amerikanisierter’ Wahlkämpfe: In diesem Teil werden spezifische Charakteristika amerikanisierter Wahlkämpfe in vier Kategorien systematisch tabellarisch zusammengefasst.
7. Die Bundestagswahl 2009 auf dem Prüfstand: Das Hauptkapitel wendet die zuvor entwickelten Kriterien empirisch auf die Bundestagswahl 2009 an und vergleicht diese mit dem amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf 2008.
8. Zusammenfassende Betrachtung: Hier werden die Ergebnisse der Thesenprüfung zusammengeführt, wobei die Annahme eines einseitigen Transferprozesses verworfen wird.
9. Schlusswort: Das Schlusswort zieht ein abschließendes Fazit über die Reichweite und Grenzen der Amerikanisierungsthese sowie den wissenschaftlichen Wert der Arbeit.
Amerikanisierung, Wahlkampf, Bundestagswahl 2009, politische Kommunikation, Modernisierung, Professionalisierung, Diffusion, Transfermodell, Systemvergleich, Personalisierung, Microtargeting, Kampagnenmanagement, politische Kultur, Wahlsystem, Medienlogik
Die Arbeit untersucht, ob deutsche Wahlkämpfe zunehmend nach amerikanischem Vorbild geführt werden, also eine "Amerikanisierung" stattfindet, oder ob strukturelle Unterschiede dies verhindern.
Die Arbeit fokussiert auf Wahlkampftransformationsforschung, Diffusionsmodelle, Systemvergleiche zwischen den USA und Deutschland sowie die Analyse konkreter Wahlkampfpraktiken.
Ziel ist es, empirisch zu prüfen, ob von einer "Amerikanisierung" deutscher Wahlkampfpraktiken gesprochen werden kann, oder ob Modernisierungstrends und systemische Filter eine solche These widerlegen.
Die Arbeit nutzt einen komparativ-analytischen Ansatz. Nach einer theoretischen Aufarbeitung werden mittels eines Transferfiltermodells und Merkmalskatalogs konkrete Wahlkämpfe (2009 vs. 2008) verglichen.
Der Hauptteil widmet sich der Entwicklung eines Modells zur Analyse von Transferfiltern, der systematischen Katalogisierung amerikanisierter Wahlkampfmerkmale und deren empirischer Überprüfung anhand der Bundestagswahl 2009.
Wichtige Begriffe sind Amerikanisierung, Wahlkampf, Professionalisierung, Systemvergleich, politische Kommunikation und die Untersuchung der Bundestagswahl 2009.
Sie dient als aktueller Untersuchungsgegenstand, um die Relevanz der Amerikanisierungsthese anhand konkreter Daten wie Finanzierung, Organisation und Medienstrategien zu prüfen.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die These eines einseitigen linearen Transfers ("Adoption Model") nicht haltbar ist; stattdessen wirken systemische Filter, die eine direkte Übernahme verhindern.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

