Bachelorarbeit, 2012
47 Seiten
1 Einleitung
2 Der Weg zum Euro
2.1 Der Vertrag von Maastricht
2.2 Die Maastricht-Kriterien
2.3 Eine Währung, mehrere Staaten
2.4 Schuldenkrise in Europa
2.5 Vertrauenskrise trotz Rettungspakete
3 Das Londoner Schuldenabkommen
3.1 Deutschlands Schulden vor dem Zweiten Weltkrieg
3.1.1 Der Dawes Plan
3.1.2 Der Young Plan
3.2 Deutschlands Schulden nach dem Zweiten Weltkrieg
3.3 Auf dem Weg zur Schuldenkonferenz in London
3.3.1 Anerkennung der Auslandsschulden
3.3.2 Die Schuldenkonferenz in London
3.4 Das Londoner Schuldenabkommen ist beschlossen!
4 Analyse des Londoner Schuldenabkommens
4.1 Wettbewerbsfähigkeit
4.2 Infrastruktur
4.3 Vertrauen
4.4 Wirtschaftskraft und die Krise
4.5 Sonstige Punkte
5 Ergebnis
Die vorliegende Arbeit untersucht die europäische Schuldenkrise und prüft, ob das historische Londoner Schuldenabkommen von 1953 als Modell oder Wegweiser für eine Lösung der heutigen Staatsschuldenproblematik in Europa dienen kann.
3.3.2 Die Schuldenkonferenz in London
In einem Brief von den drei West-Alliierten an die Bundesregierung wurde der Vorschlag gemacht, die Schuldenkonferenz am 20. Februar 1952 in London zu beginnen. Die drei Alliierten würden die Regierungen aller Staaten einladen, die ein Interesse an der Regelung der deutschen Auslandsschulden haben würden. Die Bundesregierung bat darum, die Konferenz eine Woche später zu beginnen, da man etwas Zeit für die technische Vorbereitungen brauche würde. Dem Gesuch wurde stattgegeben, sodass die Konferenz am 28. Februar 1952 eröffnet wurde.
Die Ratifizierung des Anerkennungsschreibens der deutschen Auslandsschulden stand noch aus. Der Bundestag ratifizierte es am 12. Februar 1952 ohne Schwierigkeiten. Der deutsche Delegation saßen Vertreter aus 25 verschiedenen Ländern gegenüber, es nahmen über 200 Personen an der Konferenz teil. Es wurden vier Ausschüsse für die verschiedenen Schuldenkategorien eingerichtet. Der Ausschuss A befasste sich mit den Reichsschulden und anderen öffentlichen Schulden. Ausschuss B befasste sich mit Industrie-Anleihe-Schulden, Ausschuss C mit Stillhalteschulden und Ausschuss D mit kommerziellen und sonstigen Schulden.
Folglich hatte es die deutsche Delegation nicht einfach gegenüber einer so hohen Zahl an Delegierten. Alle hatten ein Interesse daran, soviel wie möglich von Deutschland zu bekommen. „Die deutsche Taktik konzentrierte sich, in der Reihenfolge ihrer Bedeutung, auf vier Punkte: Ermäßigung der rückständigen Zinsen, Reduzierung der laufenden Zinsen, Hinausschieben der Endfälligkeiten und Kürzung von Kapitalbeträgen“ (Abs; 1991; S. 121). Die Verhandlungen waren zäh, die Gläubiger sahen es nicht ein nachzugeben. Vor allem in den beiden wichtigen Ausschüssen A und B erreichte man in der Anfangsphase kaum Fortschritte. Grundsatzprobleme überschatteten die Arbeiten. Die Frage, ob die Goldklausel aus der Young- und Dawes-Anleihe bestehen bleiben soll oder die Frage der rückständigen Zinsen drohte beinahe die ganze Konferenz zum Scheitern zu bringen.
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die aktuelle europäische Schuldenkrise dar und führt die Fragestellung ein, ob das Londoner Schuldenabkommen von 1953 als Modell für eine Lösung der Krise dienen kann.
2 Der Weg zum Euro: Das Kapitel beschreibt die historische Entwicklung zur gemeinsamen europäischen Währung, die Konvergenzkriterien und die Entstehung der Euro-Krise.
3 Das Londoner Schuldenabkommen: Dieses Kapitel analysiert die Schuldenlast Deutschlands nach den Weltkriegen und den detaillierten Verhandlungsprozess sowie das Ergebnis des Abkommens von 1953.
4 Analyse des Londoner Schuldenabkommens: In diesem Teil werden verschiedene Kriterien wie Wettbewerbsfähigkeit, Infrastruktur und Vertrauen untersucht, um eine Vergleichbarkeit zur heutigen Krise herzustellen.
5 Ergebnis: Das abschließende Kapitel fasst zusammen, warum das historische Abkommen aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen nur bedingt als Modell für die heutige Euro-Krise fungieren kann.
Londoner Schuldenabkommen, Euro-Krise, Staatsschulden, Deutschland 1953, Wirtschafts- und Währungsunion, Konvergenzkriterien, Marshall-Plan, Schuldenerlass, Finanzpolitik, Europäische Union, Wettbewerbsfähigkeit, Schuldentragfähigkeit, Währungspolitik, EZB, Rettungspakete.
Die Arbeit befasst sich mit der aktuellen europäischen Schuldenkrise und prüft, ob das historische Londoner Schuldenabkommen von 1953 als Vorbild für eine Lösung der heutigen Probleme dienen kann.
Die zentralen Themen sind die Entstehung der Wirtschafts- und Währungsunion, die Historie der deutschen Auslandsschulden sowie die Analyse der aktuellen Euro-Krise im Vergleich zu den wirtschaftlichen Bedingungen der 1950er Jahre.
Das Ziel ist die kritische Evaluation, ob ein Schuldenerlass-Modell, das Deutschland nach 1945 zum wirtschaftlichen Aufstieg verhalf, auf heutige PIIGS-Staaten übertragbar ist.
Es handelt sich um eine vergleichende Analyse, die historische Dokumente und wirtschaftliche Kennzahlen aus der Zeit um 1953 mit aktuellen Daten der europäischen Finanz- und Wirtschaftskrise in Beziehung setzt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Euro-Entstehung und -Krise, die detaillierte Aufarbeitung der Londoner Schuldenkonferenz sowie die anschließende Analyse hinsichtlich der Faktoren Wettbewerbsfähigkeit, Infrastruktur und politisches Vertrauen.
Wichtige Begriffe sind Londoner Schuldenabkommen, Euro-Krise, Schuldentragfähigkeit, Währungsunion und ökonomische Reformen.
Das Abkommen war erfolgreich, weil es durch einen Schuldenerlass und die Streckung von Rückzahlungsfristen die deutsche Kreditwürdigkeit wiederherstellte und Deutschland in das westliche Wirtschaftssystem integrierte.
Der Autor argumentiert, dass die Bedingungen damals – etwa die industrielle Basis und der politische Wille der Alliierten im Kalten Krieg – heute nicht in gleicher Weise gegeben sind und die Komplexität durch die gemeinsame Währung wesentlich höher ist.
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