Bachelorarbeit, 2011
27 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Theorie und Forschungsstand
2.1 Theoretische Überlegungen
2.2 Bisherige Studien
3. Daten und Methoden
4. Ergebnisse
4.1 Bivariate Analysen
4.2 Multivariate Analysen: das allgemeine Modell
4.3 Multivariate Analysen: spezifische Modelle nach Altersstufe des jüngsten Kindes
5. Diskussion
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der regionalen Verfügbarkeit institutioneller Kinderbetreuung, individuellen Einstellungen und der Erwerbsentscheidung von Müttern junger Kinder in Deutschland, um insbesondere die anhaltenden Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland zu erklären.
2.1 Theoretische Überlegungen
Als theoretische Grundlage dient in dieser Arbeit das familienökonomische Modell nach Becker (1965), in dessen Rahmen institutionelle und einstellungsbezogene Einflüsse auf die Entscheidungen und das Handeln von Müttern hinsichtlich ihrer Erwerbstätigkeit modelliert werden. Es handelt sich hierbei um einen Spezialfall der Rational-Choice-Theorie, der von rationalen Akteuren ausgeht und sich auf familiales Handeln bezieht. Die Familienökonomische Theorie nimmt an, dass – unter Ressourcenknappheit und Zeitbeschränkung – nach Nutzenmaximierung des Haushaltes und nicht der Einzelperson gestrebt wird (Becker 1965). Dabei gelten Haushalte als Produktionsgemeinschaften, die durch den Einsatz von Zeit und Marktgütern sowie unter bestimmten Umweltbedingungen sogenannte „commodities“ (Basisgüter) erzeugen, also Güter und Zustände, die direkt Nutzen stiften, wie z.B. Wertschätzung und Gesundheit. Diese sind auf dem Markt nicht erhältlich, besitzen aber einen Schattenpreis, der den Produktionskosten entspricht (Becker 1991).
Bezogen aufs Thema Müttererwerbstätigkeit lässt sich mithilfe der familienökonomischen Theorie zunächst erklären, warum Kindererziehung verstärkt ausgelagert werden sollte. Im Zuge des wachsenden wirtschaftlichen Wohlstands im 20. Jahrhundert haben Frauen eine zunehmend höhere Bildung erhalten und sind immer öfter erwerbstätig. Der damit einhergehende Anstieg des Einkommens erhöht der Theorie zufolge die Opportunitätskosten der Nichterwerbstätigkeit für Frauen. Um diese höheren Kosten zu reduzieren, muss der Umfang an unbezahlter Arbeit durch Externalisierung verringert werden, sodass die so gesparte Zeit in Erwerbsarbeit investiert werden kann: „an increase in the value of a mother’s time may induce her to enter the labour force and spend less time [...] on child-care by using nurseries, camps or baby-sitter“ (Becker 1965: 514).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die anhaltenden Unterschiede in der Müttererwerbstätigkeit zwischen Ost- und Westdeutschland und führt die Forschungsfrage sowie die Zielsetzung der Arbeit ein.
2. Theorie und Forschungsstand: Dieses Kapitel erläutert das familienökonomische Modell nach Becker als theoretische Basis und fasst den aktuellen Forschungsstand zu Determinanten der Müttererwerbstätigkeit zusammen.
3. Daten und Methoden: Hier wird die Datengrundlage der Pairfam-Studie beschrieben, die Auswahlkriterien für die Stichprobe dargelegt und die methodische Vorgehensweise bei der Operationalisierung der Variablen erläutert.
4. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die bivariaten und multivariaten Analysen, die prüfen, inwiefern Kinderbetreuung und Einstellungen die Erwerbsentscheidung von Müttern beeinflussen.
5. Diskussion: Abschließend werden die Ergebnisse kritisch reflektiert, die Hypothesen bewertet sowie Limitationen der Studie und Anknüpfungspunkte für zukünftige Forschungen diskutiert.
Müttererwerbstätigkeit, Familienökonomie, Kinderbetreuung, Ost-West-Unterschiede, Pairfam, Einstellungen, Erwerbsneigung, Rational-Choice-Theorie, Vereinbarkeit, Kleinkinder, Arbeitsmarkt, Opportunitätskosten, Humankapital, Erwerbsentscheidung, Institutionalisierung.
Die Arbeit analysiert die Faktoren, die beeinflussen, ob Mütter junger Kinder in Deutschland erwerbstätig sind, mit einem speziellen Fokus auf die Unterschiede zwischen den neuen und alten Bundesländern.
Zentrale Themen sind die Auswirkungen von lokalem Kinderbetreuungsangebot, individuellen Einstellungen zu Geschlechterrollen sowie strukturellen Rahmenbedingungen auf die Erwerbsentscheidung von Müttern.
Das Ziel ist es zu ermitteln, ob Unterschiede in den individuellen Einstellungen und im regionalen Kinderbetreuungsangebot erklären können, warum ostdeutsche Mütter häufiger erwerbstätig sind als westdeutsche.
Die Autorin nutzt multivariate logistische Regressionsmodelle auf Basis der Pairfam-Längsschnittdaten, um die Effekte verschiedener Variablen unter Kontrolle anderer Faktoren zu isolieren.
Der Hauptteil behandelt die theoretische Fundierung durch das Modell von Becker, die Operationalisierung der Variablen, die bivariate Deskription der Stichprobe sowie die multivariate statistische Auswertung.
Typische Begriffe sind Müttererwerbstätigkeit, Familienökonomie, Kinderbetreuungsangebot, Ost-West-Differenzen und die Rolle individueller Einstellungen.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Verfügbarkeit von Krippenplätzen die Erwerbswahrscheinlichkeit für Mütter von Kindern unter drei Jahren positiv beeinflusst, wobei ab einer gewissen Sättigung abnehmende Effekte beobachtet werden.
Es zeigt sich, dass konservativere Einstellungen zu Ehe und Familie die Erwerbswahrscheinlichkeit senken, während eine hohe persönliche Wertschätzung der eigenen Berufstätigkeit die Erwerbsneigung signifikant erhöht.
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