Bachelorarbeit, 2009
60 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Problemaufriss und Fragestellung
1.2 Darstellung des Aufbaus der Arbeit
1.3 Der Stand der Forschung
2 Die Europäische Integration
2.1 Etappen der Europäischen Integration
2.2 Der wachsende EU-Skeptizimus
3 Rechtspopulismus allgemein
3.1 Erläuterung des Begriffes Rechtspopulismus
3.2 Charakterisierung rechtspopulistischer Bewegungen
4 Rechtspopulismus in Europa
4.1 Konjunkturen des Rechtspopulismus seit 1945
4.2 Europa-Konzeption der Neuen Rechten
5 Rechtspopulismus und Europäische Integration
5.1 Erfolgsbedingungen des Rechtspopulismus – eine theoretische Annäherung
5.2 Die vertiefende Integration von 1999 bis 2009 und ihre Auswirkungen auf die Bürger und deren politische Einstellung
5.2.1 1999 bis 2009 als ausgewählte Zeitspanne der Europäischen Integration
5.2.2 Die Entwicklung der Ängste und Bedrohungsgefühle in der Bevölkerung
5.2.3 Die Wahlergebnisse rechtspopulistischer Parteien bei nationalen und europäischen Wahlen
5.2.3.1 Die Erfolge rechtspopulistischer Parteien bei nationalen und europäischen Wahlen an ausgewählten Länderbeispielen der „alten“ EU-Länder
5.2.3.2 Die Erfolge rechtspopulistischer Parteien auf National- und EU-Ebene an ausgewählten Länderbeispielen der Beitrittsländer
5.2.4 Vergleichende Betrachtung der Untersuchungsergebnisse
6 Fazit: der Europäische Integrationsprozess als Auslöser rechtspopulistischer Tendenzen?
Diese Arbeit untersucht den potenziellen Zusammenhang zwischen dem europäischen Integrationsprozess, den daraus resultierenden Ängsten in der Bevölkerung und dem Erstarken rechtspopulistischer Bewegungen in Europa seit 1945.
1.1 Problemaufriss und Fragestellung
Die Gründung der Europäischen Gemeinschaft war eine Art Versprechen, sowohl an die eigenen Bürger als auch an die restliche Staatenwelt: In Europa sollte zukünftig Frieden herrschen und jeglicher Nationalismus und Rassismus verbannt werden. Auch wenn dieses Ziel in der Nachkriegszeit größtenteils erreicht werden konnte, ist vor allem seit den 80er Jahren erneut die Herausbildung einer rechtspopulistischen Parteienfamilie in den etablierten europäischen Demokratien bemerkbar. „Die Führer sind wieder da, mit alten Inhalten, aber in neuem Outfit“, charakterisiert Scharsach die rechtspopulistische Bewegung und ihre Repräsentanten. Die Voraussage des Soziologen Dahrendorfs, dass die westlichen Demokratien mit negativen Folgen der Modernisierung zu rechnen hätten und das 21. Jahrhundert von autoritären Tendenzen gekennzeichnet sein würde, wurde durch das Erstarken rechtspopulistischer Parteien bestätigt.
Wiederer argumentiert, dass die Modernisierung die Gesellschaft in zwei unterschiedliche Richtungen treibt. Die eine Richtung führt zur Globalisierung der Ökonomien und zur Herausbildung einer Weltgesellschaft. Der andere Weg läuft hingegen auf einen Prozess der Fragmentierung hinaus.
„Der drohende Bedeutungsverlust regionaler Kulturräume löst diffuse Ängste aus und äußert sich mitunter in kulturellen Schließungsprozessen, die den Boden für Fremdenfeindlichkeit und Fundamentalismus bereiten.“
Die Rechtspopulisten bedienen sich dieser Ängste und erlangen die Gunst des Wählers, indem sie die Verantwortlichen dieser Entwicklungen kritisieren. Die EU und der Europäische Integrationsprozess gehören dabei zu ihren wichtigsten Mobilisierungsthemen, da der sehr abstrakte Prozess der Globalisierung in der Europäischen Union einen konkreten Schuldigen findet.
1 Einleitung: Einführung in das Thema, Darlegung der Forschungsfrage und des methodischen Vorgehens.
2 Die Europäische Integration: Überblick über die historischen Etappen der europäischen Einigung und die Zunahme euroskeptischer Einstellungen.
3 Rechtspopulismus allgemein: Begriffliche Einordnung und Charakterisierung rechtspopulistischer Bewegungen.
4 Rechtspopulismus in Europa: Analyse der Entwicklung rechtspopulistischer Parteien seit 1945 und der spezifischen Europa-Konzeptionen der Neuen Rechten.
5 Rechtspopulismus und Europäische Integration: Theoretische Herleitung mittels Threat-Theory und empirische Untersuchung von Eurobarometer-Daten sowie Wahlergebnissen.
6 Fazit: der Europäische Integrationsprozess als Auslöser rechtspopulistischer Tendenzen?: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und kritische Reflexion der Ergebnisse.
Rechtspopulismus, Europäische Integration, Euroskepsis, Threat-Theory, Europawahl, Europäische Gemeinschaft, neue Rechte, Modernisierung, politische Einstellung, Eurobarometer, Wahlverhalten, Nationalismus, Fremdenfeindlichkeit, EU-Osterweiterung, Integration.
Die Arbeit analysiert, ob und inwieweit der europäische Integrationsprozess und die damit verbundene wachsende Euroskepsis das Erstarken rechtspopulistischer Parteien in Europa begünstigt haben.
Die zentralen Themen sind die Geschichte der europäischen Integration, die Definition und Charakterisierung des modernen Rechtspopulismus sowie die psychologische Analyse von Bedrohungsgefühlen in der Bevölkerung.
Das Ziel ist es, einen empirischen Zusammenhang zwischen der zunehmenden Intensität der europäischen Einigung, den wahrgenommenen Ängsten der Bürger und den Wahlerfolgen rechtspopulistischer Akteure in verschiedenen europäischen Ländern aufzuzeigen.
Es wird ein theoretischer Rahmen, basierend auf der "Threat-Theory", mit einer empirischen Analyse von Eurobarometer-Umfragen und Wahlergebnissen verknüpft, um mögliche Parallelen zu identifizieren.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Bedrohungswahrnehmung sowie eine detaillierte Analyse der Wahlergebnisse in "alten" EU-Ländern und Beitrittsstaaten im Vergleich zur Entwicklung von Ängsten in der Bevölkerung.
Wichtige Begriffe sind Rechtspopulismus, Europäische Integration, Euroskepsis, Threat-Theory und politisches Wahlverhalten.
Die Arbeit analysiert die Wahlerfolge und Bedrohungsgefühle getrennt für etablierte Demokratien und Transformationsstaaten, um länderspezifische Dynamiken im Umgang mit EU-Skepsis aufzuzeigen.
Die Arbeit beleuchtet die Europa-Konzeption der "Neuen Rechten", insbesondere deren Kritik an der EU als Bedrohung für nationale Identität und Souveränität.
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