Magisterarbeit, 2010
144 Seiten, Note: 1,3
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
1 Einleitung
2 Agenda-Setting: Themensetzung und Wirkung von Massenmedien
2.1 Was ist Agenda-Setting? Zur Entwicklung einer Medienwirkungshypothese
2.2 Zentrale Konstrukte des Agenda-Setting-Modells
2.3 Wirkungsmodelle der Agenda-Setting-Forschung
2.4 Weiterentwicklungen in der Agenda-Setting-Forschung
2.5 Zusammenfassung
3 Wahlkampfkommunikation und Agenda Setting: Strategien zur Themenvermittlung im Wahlkampf
3.1 Die Bundestagswahl 2009: Bedingungen und Trends des Wahlkampfs
3.1.1 Die Wahlprogramme der Parteien: Bedeutung und Inhalt
3.2 Politische Kommunikation als Legitimationsgrundlage
3.3 Strategien der Wahlkampfkommunikation
3.4 Studien zur Wahlkampfberichterstattung
4 Fragestellung und Hypothesen der Untersuchung
5 Zur empirischen Untersuchung
5.1 Anlage und Verfahren der Untersuchung
5.1.1 Methodologische Grundentscheidung
5.2 Stichprobenauswahl
5.2.1 Mediensample
5.2.2 Die Agenda der Parteien: Parteiensample und Wahlkampfthemen
5.2.3 Untersuchungszeitraum
5.3 Das Erhebungsinstrument und die Indikatoren zur Untersuchung
5.4 Berechnung der Ergebnisse
6 Empirische Ergebnisse
6.1 Zentrale Ergebnisse
6.1.1 Die Analyseeinheiten in den untersuchten Medien
6.1.2 Wahlkampfthemen
6.1.3 Die Sachpositionen der Parteien
6.2 Datenauswertung und Überprüfung der Hypothesen
7 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen der Wahlkampfkommunikation der politischen Parteien und der Medienberichterstattung während des Bundestagswahlkampfs 2009. Ziel ist es, zu analysieren, inwieweit die Parteien durch ihre Themenwahl Einfluss auf die Medienagenda nehmen konnten und wie stark die Themen- und Sachpositionen der Parteien in der Berichterstattung präsent waren.
2.2 Zentrale Konstrukte des Agenda-Setting-Modells
Agenda-Setting bedeutet ins Deutsche übersetzt Themensetzung oder Thematisierung. Im Mittelpunkt stehen daher die Themen, die durch eine bevorzugte Behandlung in den Medien von den Rezipienten als wichtig erachtet werden. Agenda-Setting unterstellt damit, dass Rezipienten die Wichtigkeit von Themen in der öffentlichen Diskussion aus den Medien entnehmen und diese Themenprioritäten übernehmen.
JAMES W. DEARING und EVERETT ROGERS bezeichnen Agenda-Setting als Prozess, der geprägt ist durch eine ständige Konkurrenz („ongoing competition“) zwischen verschiedenen Themen um Aufmerksamkeit („among issue proponents to gain the attention“) in den Medien, aber auch die im Mediensystem agierenden Personen: dem Publikum und der Politik (Dearing/Rogers 1996, S. 6; Vgl. Rauchenzauner 2008, S. 76). Die drei wesentlichen Komponenten des Prozesses sind daher die „media agenda“ (Medienagenda), die „public agenda“ (Publikumsagenda) und die „policy agenda“ (politische Agenda), zwischen denen außerdem Interdependenzbeziehungen („interrelationsships“) bestehen (Dearing/Rogers 1996, S. 5f.; Vgl. Rauchenzauner 2008, S. 78).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle der Massenmedien für die politische Partizipation in einer Demokratie und führt in die Relevanz der Wahlkampfberichterstattung ein.
2 Agenda-Setting: Themensetzung und Wirkung von Massenmedien: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Agenda-Setting-Ansatzes sowie dessen historische Entwicklung und zentrale Modelle.
3 Wahlkampfkommunikation und Agenda Setting: Strategien zur Themenvermittlung im Wahlkampf: Hier wird der Zusammenhang zwischen politischem Themenmanagement durch Parteien und der medialen Berichterstattung während des Bundestagswahlkampfs 2009 analysiert.
4 Fragestellung und Hypothesen der Untersuchung: Dieses Kapitel formuliert die Forschungsfragen und leitet daraus die empirischen Hypothesen zur Untersuchung des Einflusses der Parteien auf die Medienagenda ab.
5 Zur empirischen Untersuchung: Der methodische Teil beschreibt das Forschungsdesign, die Auswahl des Mediensamples sowie das Erhebungsinstrumentarium und die Indikatorenbildung.
6 Empirische Ergebnisse: Das Kapitel präsentiert die Analyseergebnisse hinsichtlich der Medienpräsenz von Parteien, Wahlkampfthemen und Sachpositionen im Untersuchungszeitraum.
7 Schlussbetrachtung: Die abschließende Betrachtung diskutiert die Ergebnisse vor dem Hintergrund der Forschungsfrage, beleuchtet Limitationen der Untersuchung und gibt Ausblicke für zukünftige Forschung.
Agenda-Setting, Wahlkampfkommunikation, Bundestagswahl 2009, Medienberichterstattung, Inhaltsanalyse, politische Kommunikation, Themenmanagement, Sachpositionen, Medienagenda, Publikumsagenda, Policy-Agenda, Mediatisierung, Massenmedien, Agenda-Building, Parteien.
Die Arbeit analysiert das Zusammenspiel zwischen den Kommunikationsstrategien politischer Parteien und der Berichterstattung von Massenmedien während des Bundestagswahlkampfs 2009 im Kontext der Agenda-Setting-Theorie.
Zentrale Themen sind die Themenwahl der Parteien, die mediale Präsenz dieser Themen in Print- und TV-Medien sowie die Frage, ob Parteien ihre spezifischen Sachpositionen erfolgreich auf die Medienagenda setzen konnten.
Das primäre Ziel ist es, den Einfluss von politischen Akteuren auf die Medienagenda zu messen und zu untersuchen, wie sich die thematischen Schwerpunkte der Wahlprogramme in der realen Medienberichterstattung widerspiegeln.
Die Autorin nutzt eine quantitative Inhaltsanalyse von sechs überregionalen Print- und TV-Medien, kombiniert mit einer Analyse der offiziellen Wahlprogramme der sechs im Bundestag vertretenen Parteien.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Agenda-Setting-Modells, eine Einordnung der Strategien der Wahlkampfkommunikation und eine detaillierte Auswertung der empirischen Inhaltsanalyse sowie der Hypothesenüberprüfung.
Die wichtigsten Begriffe umfassen Agenda-Setting, Wahlkampfkommunikation, Medienberichterstattung, Inhaltsanalyse, Themenmanagement und politische Kommunikation.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Parteien nur einen begrenzten Einfluss auf die Gestaltung der Medienagenda hatten; die Berichterstattung war stark von Ereignissen und der bereits existierenden Regierungskonstellation geprägt.
Ereignisse, wie z.B. die Reaktorpanne im Kernkraftwerk Krümmel, hatten einen massiven Einfluss auf die Berichterstattung und verdrängten teils die von Parteien geplanten Themen, was die Autonomie der Medien gegenüber der Parteikommunikation unterstreicht.
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