Examensarbeit, 2011
83 Seiten, Note: 1,0
1 Vorbemerkungen zu einem Themenkomplex mit Spannungspotenzialen: „KunstPädagogik“ - „bildende Kunst“
2 Methodische Überlegungen. Oder: Zum Problem der wissenschaftlichen Methodenvielfalt
2.1 Hermeneutik
2.1.1 Zur Begriffsgeschichte
2.1.2 Der hermeneutische Zirkel
2.1.3 Produktive Interpretation
2.1.4 Pädagogische Hermeneutik
2.2 Bildungstheorie
3 Bildung
3.1 Bildung: eine kleine Begriffsgeschichte
3.1.1 Die Bedeutungsbreite des deutschen Wortes Bildung bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts
3.1.2 18. Jahrhundert: Bildung und Erziehung als Schlüsselbegriffe der entstehenden Pädagogik im Zeitalter der Aufklärung
3.1.3 Die Idee der Bildung im 19. Jahrhundert
3.1.4 20. Jahrhundert: Die Hinwendung zur empirischen Forschung
3.2 Postmoderne Bildungsbegriffe
3.2.1 Dietrich Schwanitz: Bildung. Alles, was man wissen muss.
3.2.2 Hartmut von Hentig: Bildung. Ein Essay
3.2.3 Bildungsverständnisse im Vergleich
3.3 Versuch einer Systematisierung: Bildung als Prozess
4 Kunst
4.1 Der traditionelle Kunstbegriff
4.1.1 Platon: Kunst als Spiegel der Wahrheit
4.1.2 Aristoteles: mímesis als Wegbereiter der kátharsis
4.1.3 Kunst im Mittelalter: Darstellung des Göttlichen
4.1.4 Renaissance: Geburt des neuzeitlichen Kunstbegriffes
4.1.5 Kant: Schönsein als höchster Zweck des Kunstwerkes und die Entdeckung des Genies
4.1.6 Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Das „Wunder der Idealität“
4.1.7 Auf dem Weg zur Moderne: Die Überhöhung der Kunst im 19. Jahrhundert
4.2 Die Folgen der Moderne: Der erweiterte Kunstbegriff
4.2.1 Die Welt im Umbruch
4.2.2 Marcel Duchamp: Kunst als Gegenkunst
4.2.3 Joseph Beuys: Der anthropologische Kunstbegriff
4.2.4 Arthur C. Danto: Die Verklärung des Gewöhnlichen
4.3 Versuch einer Systematisierung: Kunst in der Postmoderne als hermeneutischer Prozess
5 Leben
5.1 Das Leben als Material
5.2 Wilhelm Schmid: Lebenskunst als Ziel eines gebildeten Lebens
5.2.1 Die Bedeutung der Hermeneutik für die Lebenskunst
5.2.2 Lebenskunst als Kunst
5.3 Versuch einer Systematisierung: Leben als Aufgabe
6 Bildung an der Schnittstelle. Oder: Im Spannungsfeld zwischen Kunst und Pädagogik
6.1 Den Wald vor lauter Bäumen: Wirrungen kunstpädagogischer Konzepte
6.1.1 Gunter Otto: Erziehung, nicht Bildung
6.1.2 Gert Selle: Auto-Didaktik oder Selbst-Bildung?
6.2 Bildung mit Kunst? Bildung aus Kunst? Oder Bildung durch Kunst?
6.3 Künstlerische Bildung
7 Potenziale künstlerischer Bildung vor dem Horizont allgemeiner Bildung
7.1 Künstlerische Bildung als Prozess mit dem Ziel: Lebenskunst
7.1.1 Exkurs 1: Die Bedeutung des Beuysschen Kunstbegriffes für die künstlerische Bildung
7.1.2 Exkurs 2: Die Bedeutung des Schmidschen Lebenskunstkonzeptes für die künstlerische Bildung
7.1.3 Exkurs 3: Andreas Steffens: Die Perspektive der Anthropoästhetik
7.2 Zur praktischen Relevanz: Das Portfolio als Bildungsinstrument
7.2.1 Das künstlerische Portfolio
7.2.2 Das Portfolio „Schulpraktische Studien“
8 Schlussbemerkungen
Die Arbeit untersucht die Schnittstelle zwischen Bildung, Kunst und Lebensführung. Ziel ist es, durch eine hermeneutische Analyse die Begriffe Bildung und Kunst in ihrem historischen und theoretischen Kontext zu klären und deren Relevanz für die eigene pädagogische Praxis sowie die Lehrer-Selbstbildung fruchtbar zu machen.
4.2.2 Marcel Duchamp: Kunst als Gegenkunst
Der junge Marcel Duchamp (1887-1968) war es, der am Beginn des 20. Jahrhunderts den Kunstbegriff revolutionieren sollte, indem sich dazu entschloss, Abschied vom traditionellen Tafelbild zu nehmen, dem er sich zehn Jahre lang gewidmet hatte. Duchamp war als dritter Sohn wohlsituierter Eltern in Blainville, einer kleinen Stadt in der Normandie, geboren worden. Der Vater war Notar, die Mutter hatte offenbar das künstlerische Talent ihres Vaters geerbt, verbrachte ihr Leben jedoch damit, die sechs Kinder großzuziehen. Die Eltern förderten kulturelle Aktivitäten und unterstützten auch die beiden ältesten Brüder des wesentlich jüngeren Marcels, die sich beide als bildende Künstler etablierten. Marcel folgte ihnen im Herbst 1904 und zog nach Paris, wo er sich dem Künstlerkreis anschloss, dem auch seine Brüder angehörten. In den ersten Pariser Jahren setzte sich Duchamp intensiv mit den verschiedenen Stilrichtungen seiner Zeit auseinander. Eine Begegnung mit dem experimentierfreudigen Francis Picabia im Jahr 1911 führte dazu, dass Duchamp, beeinflusst von der bildhaften Sprache Raymond Roussels, begann zu „schreiben“, Gedankenfragmente zu sammeln. Es wird überliefert, dass Duchamp 1912 nach dem Besuch einer Ausstellung über Flugzeugtechnik zu einem Freund gesagt haben soll: „Die Malerei ist erledigt. Wer wird denn jemals etwas Besseres machen als einen Propeller? Sag mir, schaffst Du das?“
Vorbemerkungen zu einem Themenkomplex mit Spannungspotenzialen: „KunstPädagogik“ - „bildende Kunst“: Einleitende Reflexionen über die Relevanz der Begriffe Bildung und Kunst für die pädagogische Praxis und die Notwendigkeit ihrer Klärung.
Methodische Überlegungen. Oder: Zum Problem der wissenschaftlichen Methodenvielfalt: Darstellung des methodischen Vorgehens unter Rückgriff auf die Hermeneutik zur Analyse bildungstheoretischer und kunstbezogener Texte.
Bildung: Historischer Abriss des Bildungsbegriffs von seinen Anfängen über die Aufklärung und den Neuhumanismus bis hin zu postmodernen Ansätzen.
Kunst: Untersuchung der Wandlung des Kunstbegriffs von der Antike bis in die Moderne, inklusive der Analyse bedeutender Positionen wie der von Platon, Kant, Hegel und Duchamp.
Leben: Betrachtung des Lebens als zentrales Element, das durch Konzepte wie Lebenskunst und Hermeneutik mit Bildung und Kunst verknüpft wird.
Bildung an der Schnittstelle. Oder: Im Spannungsfeld zwischen Kunst und Pädagogik: Kritische Auseinandersetzung mit verschiedenen kunstpädagogischen Konzepten und dem Versuch, die Beziehung zwischen Bildung und Kunst zu systematisieren.
Potenziale künstlerischer Bildung vor dem Horizont allgemeiner Bildung: Zusammenführung der Erkenntnisse mit Fokus auf die praktische Relevanz, unter anderem durch den Einsatz von Portfolios.
Schlussbemerkungen: Zusammenfassendes Resümee über die Bedeutung der Schnittstelle zwischen Bildung und Kunst für die eigene pädagogische Identität.
Bildung, Kunst, Hermeneutik, Pädagogik, Lebenskunst, Bildungstheorie, Kunstbegriff, Ästhetik, Selbstbildung, soziale Plastik, künstlerische Bildung, Portfolio, Theorie-Praxis-Verhältnis, Bildsamkeit, Postmoderne
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen und praktischen Auseinandersetzung mit den Begriffen Bildung, Kunst und Leben sowie deren gegenseitigem Bezug in der pädagogischen Praxis.
Zentrale Felder sind die Begriffsgeschichte der Bildung, die Entwicklung des Kunstbegriffs, Konzepte der Lebenskunst und die spezifische Schnittstelle zur Kunstpädagogik.
Das Ziel ist eine systematische Klärung der Begriffe Bildung und Kunst, um deren Bedeutung für pädagogische Prozesse und die reflexive Lehrer-Selbstbildung zu ergründen.
Die Autorin wählt die Hermeneutik als primäre Methode, um Texte und Theorien aus Pädagogik und Kunstwissenschaft produktiv auszulegen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Bildungstheorien, der Wandlung des Kunstbegriffs, der Philosophie der Lebenskunst sowie der kritischen Analyse kunstpädagogischer Konzepte.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Bildung, Kunst, Hermeneutik, Lebenskunst, ästhetische Bildung und Selbstbildung kennzeichnen.
Beuys dient als zentrales Fallbeispiel für einen erweiterten Kunstbegriff und die Idee der „sozialen Plastik“, die eine Brücke zwischen Kunst, Leben und Bildung schlägt.
Das Portfolio fungiert als praktisches Instrument der Selbstreflexion, das es angehenden Lehrkräften ermöglicht, den eigenen Bildungsprozess zu dokumentieren und zu verstehen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

