Diplomarbeit, 2003
78 Seiten, Note: sehr gut
Einführung
1. Vom Auswanderungs- zum Einwanderungsland
2. Die multikulturelle Gesellschaft als gesellschaftlicher Rahmen für Migration
3. Die Entstehung der Migrationsliteratur
4. Begriffsbestimmung
5. Gattungen der Migrationsliteratur
6. Motivation zum Schreiben und Adressanten
7. In zwei Sprachen leben
7.1. Gastarbeiterdeutsch
7.2. Schreiben in der Fremde?
7.3. Migrationsliteratur als Bereicherung für die deutsche Sprache und Literatur?
8. Identität in der Fremde
8.1. Zwischen Anpassung und Verteidigung der Andersartigkeit
8.2. Identitätsverlust durch die Sprache
8.3. Erfahrungen und Experimente mit der eigenen Identität in der Fremde
8.4. Identität und die ´zweite Generation´
9. Integration – Schein oder Realität?
10. ´Neue Heimat´ : Erwartungen und Realität
10.1. Ursachen der Emigration
10.2. Die Abfahrt ins Schlaraffenland
10.3. Die Vetreibung aus dem Paradies
10.4. Das hässliche Deutschland und das schöne Heimatland
10.5. Bilder
10.6. Rückkehr in die Heimat
10.7. Heimat und zweite Generation
Zusammenfassung
Diese Arbeit untersucht die literarästhetische Gestaltung von Alltagserfahrungen in der Migrationsliteratur des deutschsprachigen Raums. Das primäre Ziel ist es, den Einfluss von interkulturellen Erfahrungen, Sprachverlust sowie Identitätssuche auf die literarische Produktion professioneller und nicht-professioneller Autoren aufzuzeigen und die Rolle dieser Literatur im Kontext von Integration und Gesellschaft darzustellen.
7.1. Gastarbeiterdeutsch
„Wer sich nach anderen grammatikalischen Regeln richtet als etwa der üblichen, spricht darum nichts Falsches, sondern von etwas anderem.“ Wittgenstein zitierend versucht Franco Biondi zu zeigen, dass auch die neue Sprachvarietät, das sog. ´Gastarbeiterdeutsch´, einen bestimmten Stellen in der deutschen Sprache hat. Es ist nicht nur eine ´gebrochene´ Variante des Deutschen, sondern auch eine Bereicherung für die deutsche Sprache, zumal diese als Kommunikationsmittel zwischen den Ausländern und Deutschen sowie unter den Ausländern selbst dient.
Aufgrund ihrer Fremdheit und Zweisprachigkeit haben diese AutorInnen eher die Möglichkeit, die deutsche Sprache neu zu beleben. Sprachliche Konventionen werden in Frage gestellt, jedes verdächtige Wort hin- und hergewendet, weil man zu einer intensiven Auseinandersetzung mit der deutschen Sprache gezwungen ist. Die Bedingung heißt: Finde deine Sprache, deine Worte, deine Sätze. Und weil auch diese AutorInnen von der deutschen literarischen Tradition unbelastet sind, ist es für sie viel einfacher, eigene Wege zu gehen und sich nicht an Schiller oder Goethe messen zu müssen.
Das Gastarbeiterdeutsch ist eine einfache Sprache, mit einer einfachen Struktur, ohne komplizierte Sprachregeln, eine Sprache, in der verschiedene grammatische Kategorien (Artikel, Verb, Adjektiv, Relativpronomen etc.) stark vereinfacht werden und die eine einzige Form tritt oft stellvertretend für alle übrigen ein. Diese Art von Sprache ist auch durch eine hohe Variabilität der Sprachformen gekennzeichnet und zumeist aus dem ungesteuerten Spracherwerb ausländischer Arbeitnehmer entstanden.
Einführung: Darstellung der Zielsetzung der Arbeit, die literarische Verarbeitung von Alltagserfahrungen und Identitätssuche bei Migranten zu untersuchen.
1. Vom Auswanderungs- zum Einwanderungsland: Historischer Rückblick auf Migrationsbewegungen und die Entwicklung Deutschlands zum Einwanderungsland im 20. Jahrhundert.
2. Die multikulturelle Gesellschaft als gesellschaftlicher Rahmen für Migration: Analyse der Verteilung und Herkunft der Migranten in deutschen Bundesländern.
3. Die Entstehung der Migrationsliteratur: Betrachtung der historischen Wurzeln und der Organisation von Autoren, um eine neue Literaturform zu etablieren.
4. Begriffsbestimmung: Kritische Auseinandersetzung mit Bezeichnungen wie Gastarbeiterliteratur, Migrantenliteratur und interkultureller Literatur.
5. Gattungen der Migrationsliteratur: Diskussion über die bevorzugten literarischen Formen wie Lyrik, Prosa und Reportage.
6. Motivation zum Schreiben und Adressanten: Erforschung der Beweggründe hinter der literarischen Tätigkeit der Migranten und die Identifikation ihrer Zielgruppen.
7. In zwei Sprachen leben: Untersuchung des Sprachgebrauchs, der Bedeutung von Gastarbeiterdeutsch und der Herausforderungen des Schreibens in einer Fremdsprache.
8. Identität in der Fremde: Analyse des zentralen Themas der Identitätssuche, des Sprachverlusts und der speziellen Konfliktsituation der zweiten Generation.
9. Integration – Schein oder Realität?: Kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff der Integration und der Diskrepanz zwischen offiziellen Erwartungen und der Realität.
10. ´Neue Heimat´ : Erwartungen und Realität: Darstellung der Mythen über Deutschland, des Heimatbegriffs und der Enttäuschungen der Migranten.
Migrationsliteratur, Identität, Integration, Gastarbeiterdeutsch, Sprachverlust, Heimat, Fremde, Interkulturalität, Zweite Generation, Assimilation, Literatursoziologie, Alltagserfahrung, Multikulturalismus, Sprachbeherrschung, Ausländerliteratur.
Die Arbeit untersucht die Funktion und Bedeutung der Migrationsliteratur im deutschsprachigen Raum, wobei insbesondere die ästhetische Gestaltung von Erfahrungen in der Fremde im Fokus steht.
Die Arbeit konzentriert sich auf Themen wie Identitätssuche, den Einfluss von Sprache, den Prozess der Integration sowie den Konflikt zwischen Herkunft und Ankunftsland.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Migranten ihre interkulturellen Erfahrungen in Texten verarbeiten und wie dabei Sprache als Ausdruck von Selbstbestimmung oder Identitätsverlust dient.
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse von literarischen Werken, Gedichten und Erzählungen im Kontext soziologischer und literaturwissenschaftlicher Theorien zur Migration.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Entstehungsgeschichte, Gattungen, Sprachproblematiken sowie spezifische Themen wie Heimat, Identität und die Herausforderungen für die zweite Generation.
Zu den prägenden Begriffen gehören Migrationsliteratur, Identität, Integration, Gastarbeiterdeutsch, kulturelle Hybridität und die Problematik der Heimatidealisierung.
Der Autor versteht ihn nicht nur als fehlerhafte Sprache, sondern als eine eigenständige, kreative Sprachvarietät, die zur Verständigung dient und als bewusstes Mittel eingesetzt wird, um auf die Lebenssituation von Migranten hinzuweisen.
Die Arbeit zeigt, dass die Zeit in der Heimat nicht stehen geblieben ist und die Migranten selbst durch ihre Erfahrungen in Deutschland eine Veränderung erfahren haben, was eine nahtlose Rückkehr oft unmöglich macht.
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