Bachelorarbeit, 2012
43 Seiten, Note: 1,3
I. Einleitung
II. (Massen)Medien und Mediengesellschaft
II.1 (Massen)Medien
II.2 Mediengesellschaft?!
III. Medien und Politik
IV. Prominenz in der Politik
IV.1 Was heißt Prominenz?
IV.2 Prominenz und Politiker
IV.3 Prominente Politiker und ihr Privatleben
IV.3.1 Funktionen des Privaten in der Politik- und Selbstdarstellung
IV.3.2 Prominente als Vorbilder
V. Der Fall von Karl-Theodor zu Guttenberg
V.1 Kurzbiographie
V.2 Goffmans Techniken der Imagepflege
V.2.1 Die Chronik der Plagiatsaffäre
V.3 „Karl-Theodor zu Guttenberg: Der Herr der Bilder“
VI. Resümee und Fazit
VI.1 Resümee
VI.2 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Selbstdarstellung und Imagepflege in den Medien für politische Akteure. Ausgehend von theoretischen Grundlagen der Mediensoziologie und dem Konzept der "Techniken der Imagepflege" von Erving Goffman wird analysiert, wie der ehemalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg seine mediale Präsenz inszenierte und wie sich diese nach dem Bekanntwerden seiner Plagiatsaffäre veränderte.
Goffmans Techniken der Imagepflege
„Karl Theodor zu Guttenberg liebt mediale Inszenierungen. Doch die Plagiatsaffäre hat das Image des Verteidigungsministers erschüttert“ (Neuerer, Handelsblatt.com, 17.02.2011).
„Der Fall Guttenberg zeigt […], dass es gefährlich sein kann, wenn Politiker ihr Image selbst gestalten wollen“ (Steg, Sueddeutsche.de, 03.03.2011).
Image. Die obigen Zitate stammen aus zwei von vielen Artikeln, in denen im Zusammenhang mit Guttenberg der Begriff Image verwendet wird. Doch was bedeutet Image?
Der amerikanische Soziologe, Erving Goffman, hat sich in seinem Buch „Interaktionsrituale - Über Verhalten in direkter Kommunikation“, explizit mit dem Thema Image und den Techniken der Imagepflege beschäftigt. Wie der Titel bereits andeutet, bezieht sich sein Buch in erster Linie auf direkte Interaktionssituationen. Ich werde im Folgenden jedoch Guttenbergs Zeit in der Politik und vor allem dessen Selbstdarstellung und Imagebildung in den Medien betrachten, folglich werde ich Goffmans Theorie auch dementsprechend erweitern (müssen).
Laut Goffman lebt der Mensch „in einer Welt sozialer Begegnungen, die ihn in direkten oder indirekten Kontakt mit anderen Leuten bringt“ (Goffman, 1971: S. 10). Nach ihm ist Image ein „positive[r] soziale[r] Wert“, ein in „sozial anerkannter Eigenschaften umschriebenes Selbstbild“ (ebd.) und wird durch die Verhaltensstrategie erworben, „von der die anderen annehmen, man verfolge sie in einer bestimmten Interaktion“ (ebd.). Ob bewusst oder unbewusst – nach Goffman verfolgt in Kontaktsituationen jeder Mensch eine solche Verhaltensstrategie. Dieses stellt eine Art Handlungsmuster dar, die es einem in einer bestimmten Situation ermöglicht, sich selbst auszudrücken, und ferner, die Teilnehmer und auch die gesamte Situation an sich einzuschätzen und zu beurteilen. Auch das Image eines Menschen wird in erster Linie über solche Verhaltensstrategien vermittelt und bestätigt.
I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung der Medien in der heutigen Gesellschaft und verdeutlicht die Notwendigkeit für Politiker, sich dieser zur Selbstinszenierung zu bedienen.
II. (Massen)Medien und Mediengesellschaft: Dieses Kapitel klärt die soziologischen Begriffe Medium, Massenmedien und Massenkommunikation sowie die kritische Einordnung des Begriffs der Mediengesellschaft.
III. Medien und Politik: Hier wird das Verhältnis von Politik und Medien als wechselseitige funktionale Abhängigkeit innerhalb der funktionalen Differenzierung der modernen Gesellschaft analysiert.
IV. Prominenz in der Politik: Das Kapitel definiert den soziologischen Prominentenstatus und erläutert die Bedeutung von Medienkompetenz und der Instrumentalisierung des Privatlebens durch Politiker.
V. Der Fall von Karl-Theodor zu Guttenberg: Auf Basis einer Kurzbiographie werden Goffmans Techniken der Imagepflege angewendet, um Guttenbergs Aufstieg, die Plagiatsaffäre und seine mediale Inszenierung zu analysieren.
VI. Resümee und Fazit: Das Resümee fasst die zentralen Erkenntnisse über die mediale Politikdarstellung zusammen, während das Fazit die Machtdynamik zwischen Medien, Politikern und der Öffentlichkeit reflektiert.
Selbstdarstellung, Politik, Medien, Erving Goffman, Imagepflege, Karl-Theodor zu Guttenberg, Plagiatsaffäre, Massenkommunikation, Prominenz, Öffentlichkeit, Macht, Interaktion, Politische Kommunikation, Inszenierung, Vorbildfunktion.
Die Arbeit analysiert, wie politische Akteure moderne Medien nutzen, um ihr öffentliches Bild zu gestalten, und wendet dabei soziologische Theorien zur Imagepflege auf einen konkreten Fall an.
Die Arbeit befasst sich mit dem Zusammenspiel von Massenmedien und Politik, der Konstruktion von Prominenz und den Strategien der Selbstdarstellung, insbesondere durch die Privatisierung politischer Inhalte.
Das Ziel ist es, zu untersuchen, wie ein Politiker durch gezielte Medienarbeit ein positives Image aufbaut und wie dieses fragile Konstrukt bei Skandalen – wie im Fall Guttenberg – nach den Regeln der Imagepflege (Goffman) verteidigt oder korrigiert wird.
Es handelt sich um eine Fallstudie, die soziologische Theorien (vor allem von Erving Goffman) auf empirisches Material aus Medienberichten und Umfragen anwendet.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Medien und Politik sowie die detaillierte Analyse des Falls Karl-Theodor zu Guttenberg, von seiner medialen Heldeninszenierung bis zur Plagiatsaffäre.
Die wichtigsten Begriffe sind Imagepflege, politische Selbstdarstellung, mediale Inszenierung, Interaktionsrituale und die Macht der Medien in einer demokratischen Öffentlichkeit.
Der Erfolg wird durch seine ausgeprägte Medienkompetenz und die gezielte Nutzung einfacher Symbole und Mythen erklärt, die ihn für weite Teile der Bevölkerung als „etwas anderen“ Politiker erscheinen ließen.
Laut Goffmans Theorie scheiterte der Versuch, das rituelle Gleichgewicht wiederherzustellen, daran, dass die Affäre zu gravierend war und nicht in das bisher aufgebaute makellose Bild integriert werden konnte, was zu einer massiven öffentlichen Entrüstung führte.
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