Diplomarbeit, 2000
163 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Psychomotorik
2.1. Was ist Psychomotorik?
2.2. Konzeptionelle Ansätze zur psychomotorischen Förderung
2.3. Bedeutung und Ziele der Psychomotorik
2.3.1. Zur Begründung einer psychomotorischen Arbeitsweise
2.3.2. Ziele der psychomotorischen Förderung
2.4. Zielgruppen psychomotorischer Förderung
2.4.1. Begründung der psychomotorischen Förderung bei geistiger Behinderung aus den Ergebnissen der Forschung
2.4.2. Intelligenz und Motorik
2.5. Beispiele zu Untersuchungen zur Effizienz psychomotorischer Förderung
2.6. Förderdiagnostik auf psychomotorischer Grundlage
2.6.1. Förderdiagnostische Methoden und Prinzipien in der Handlungspraxis
2.6.2. Beispiele für Diagnoseverfahren in der psychomotorischen Förderung
3. Geistige Behinderung
3.1. Zur Terminologie
3.2. Verschiedene Ursachen geistiger Behinderung
3.3. Kennzeichen der geistigen Behinderung
3.3.1. Definitionsansätze
3.3.1.1. Behinderung (allgemein)
3.3.1.2. Geistige Behinderung
3.3.2. Zur gesellschaftlichen Situation von Menschen mit einer geistigen Behinderung
4. Die Entwicklung vom Grundschulalter bis zur Adoleszenz
4.1. Das Grundschulalter
4.1.1. Veränderungen im körperlich-biologischen, emotionalen, kognitiven und sozialen Bereich
4.1.2. Kinder mit einer geistigen Behinderung im Grundschulalter
4.2. Pubertät und Adoleszenz
4.2.1. Veränderungen im körperlich-biologischen, emotionalen, kognitiven und sozialen Bereich
4.2.2. Die Pubertät bei Jugendlichen mit einer geistigen Behinderung
4.2.2.1. Der körperliche Bereich
4.2.2.2. Der emotionale Bereich
4.2.2.3. Der kognitive Bereich
4.2.2.4. Der soziale Bereich
4.2.2.5. Der sexuelle Bereich
4.2.3. Zusammenfassung und Betrachtung der Konsequenzen für den pädagogischen Umgang mit behinderten Jugendlichen
5. Die Entwicklung der Wahrnehmung und Motorik
5.1. Der interaktional-strukturale Erklärungsansatz nach PIAGET
5.2. Wahrnehmung
5.3. Motorische Entwicklung
5.3.1. Ursachen motorischer Beeinträchtigungen
5.3.2. Motorische Beeinträchtigungen bei geistiger Behinderung
5.4. Motorik und Kommunikation
5.5. Zur Bedeutung der Erziehung mit und durch Bewegung
5.5.1. Sportliche Betätigungen
5.5.2. Ein pädagogisches Leistungsverständnis
5.5.3. Besondere Aspekte der Psychomotorik im Sportunterricht bei geistiger Behinderung
6. Beispiele aus der Praxis
6.1. Kontext des Praktikums
6.2. Allgemeine Prinzipien unserer psychomotorischen Förderung
6.3. Fördermittel und -ziele in der Sporthalle
6.3.1. Das Medium „Ball“
6.3.2. Förderdiagnostische Sequenzen und deren Auswertung
6.3.3. Massage
6.4. Fördermittel und -ziele im Schwimmbad
6.4.1. Strukturierung der Psychomotorikstunden im Stadionbad
6.4.2. Beschreibung praktischer Sequenzen
7. Schlußbetrachtungen
Diese Diplomarbeit untersucht die psychomotorische Förderung von Jugendlichen im Alter von 15 bis 19 Jahren mit einer geistigen Behinderung. Das Ziel ist es, die spezifischen Vorzüge, Methoden und Inhalte der Psychomotorik zu ergründen, um die Gesamtsituation der Jugendlichen zu verbessern und Wege zu finden, wie sie ihre Fähigkeiten besser entfalten und ihre Umwelt aktiver mitgestalten können.
Die Bedeutung der Psychomotorik
Eine Problematik in der Psychomotorik besteht darin, daß es eine verbreitete funktionierende Praxis der Diagnose und Förderung motorischer Entwicklungsstörungen bei Kindern gibt, aber keine Theorie, die sich geschlossen präsentiert; das gilt auch für den internationalen Rahmen. Psychomotorische Förderung bedarf aber einer wissenschaftlichen Fundierung ihres Konzepts, die sich in der Praxis bewährt und sie effizient gestalten kann.
Dazu können verschiedene Theorien herangezogen werden und sich gegenseitig ergänzen. Wichtig ist: eine Theorie der motorischen Entwicklung, die Bezug nimmt auf eine allgemeine Entwicklungstheorie, da die motorische Entwicklung zwar wichtig ist, aber die psychomotorischen Interventionen deutlich auf Verhaltensänderungen zielen und damit auf Veränderungen in der Persönlichkeitsstruktur. Also muß die Frage nach der Rolle der Bewegung für die Persönlichkeitsentwicklung geklärt werden; die Schaffung einer interaktionistischen Grundlage sowie Erfolge der Psychomotorik mit geeigneten und exakten empirischen Mitteln und Methoden nachzuweisen.
Da es keine einheitliche Theorie zur psychomotorischen Förderung gibt, werde ich im folgenden das in Deutschland wohl bekannteste Konzept von KIPHARD ausführlicher vorstellen. Außerdem wähle ich seinen Ansatz, da ich mich während meines Praktikums in der Heinrich-Ernst-Stötzner-Schule an diesem orientiert habe. Im Anschluß werde ich einige weitere konzeptionelle Ansätze aufführen, um mit dem systemisch-konstruktivistischen Ansatz BALGOs (1998) abzuschließen. Bei allen Konzepten sind Überschneidungen erkennbar, so daß sie sich in der Praxis auch gegenseitig ergänzen können.
1. Einleitung: Die Autorin begründet ihre Wahl des Themas durch ihre praktischen Erfahrungen im universitären Sportunterricht mit Jugendlichen und reflektiert die Frage nach den Zielen psychomotorischer Förderung.
2. Psychomotorik: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Fundierung, definiert Begriffe wie Motopädagogik und Mototherapie und beleuchtet verschiedene Förderansätze sowie die Bedeutung der Förderdiagnostik.
3. Geistige Behinderung: Hier erfolgt eine Auseinandersetzung mit der Terminologie, den Ursachen, Kennzeichen und der gesellschaftlichen Situation von Menschen mit geistiger Behinderung.
4. Die Entwicklung vom Grundschulalter bis zur Adoleszenz: Das Kapitel skizziert die Entwicklung in verschiedenen Bereichen (biologisch, emotional, kognitiv, sozial) und arbeitet die spezifischen Herausforderungen bei geistiger Behinderung heraus.
5. Die Entwicklung der Wahrnehmung und Motorik: Die Autorin untersucht den Zusammenhang zwischen Wahrnehmung, Motorik und Kommunikation und betont die Bedeutung von Bewegung für die Persönlichkeitsentwicklung.
6. Beispiele aus der Praxis: Dieser Teil reflektiert das einjährige Praktikum an der Heinrich-Ernst-Stötzner-Schule, inklusive konkreter Fördermittel für Sporthalle und Schwimmbad sowie praktischer Sequenzen.
7. Schlußbetrachtungen: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Potenziale der psychomotorischen Förderung für die Selbständigkeit geistig behinderter Jugendlicher.
Psychomotorik, Geistige Behinderung, Motopädagogik, Förderdiagnostik, Adoleszenz, Körpererfahrung, Bewegungsentwicklung, Handlungskompetenz, Integration, Mototherapie, Motorik, Selbstkonzept, Wahrnehmungsförderung, Sportpädagogik, Inklusion.
Die Arbeit befasst sich mit der psychomotorischen Förderung von Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren mit geistiger Behinderung und analysiert deren Nutzen für die Entwicklung und Persönlichkeitsbildung.
Im Zentrum stehen die theoretischen Grundlagen der Psychomotorik, die Entwicklungsphasen der Adoleszenz, die Bedeutung der Motorik für die Kommunikation sowie die diagnostische Begleitung von Lernprozessen.
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie psychomotorische Förderung zur Stabilisierung der Persönlichkeit, zur Stärkung des Selbstkonzepts und zu einer verbesserten Handlungsfähigkeit bei Jugendlichen mit Behinderungen beitragen kann.
Die Autorin stützt sich auf entwicklungstheoretische Ansätze (u.a. Piaget), systemisch-konstruktivistische Theorien sowie auf die Auswertung eigener praktischer Erfahrungen während eines einjährigen Praktikums an einer Sonderschule.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der Motologie/Motopädagogik, eine detaillierte Analyse der Entwicklung von Jugendlichen mit Behinderung und einen umfangreichen Praxisteil, der konkrete Übungsbeispiele und deren Auswertung darstellt.
Zu den zentralen Begriffen gehören Psychomotorik, Motopädagogik, Förderdiagnostik, Selbstkonzept, Handlungskompetenz sowie die Entwicklung von Basiskompetenzen in Sport und Alltag.
Die Förderdiagnostik dient nicht der Selektion, sondern als ganzheitlicher, begleitender Prozess, um Lernbedürfnisse zu verstehen und individuell angepasste Fördermaßnahmen kontinuierlich anzupassen.
Der Schulsport wird nicht als isoliertes Training betrachtet, sondern als Begegnungs- und Erfahrungsraum, der wesentlich zur sozialen Integration und zur Erweiterung des Aktionsradius behinderter Jugendlicher beiträgt.
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