Masterarbeit, 2012
98 Seiten, Note: 1,00
Abnehmende Qualität der Bewerber/innen?
1. Einleitung
1.1 Begriffsklärung
1.1.1 Lernen
1.1.2 Ausbilder/innen
1.1.3 Lehrlinge
1.1.4 Arbeitsplatz
1.1.5 Duale Berufsausbildung
1.2 Stand der Forschung
1.2.1 Mitarbeitergeleitetes Lehren und Lernen
1.2.2 Lernen durch Lehren
1.2.3 Soziales Lernen
1.2.4 Lernen vom Kind
1.2.5 Generationenlernen
1.3 Methodik
1.4 Zielsetzung
1.5 Aufbau der Arbeit
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Duale Berufsausbildung in Österreich
2.1.1 Geschichte und gesetzliche Grundlagen
2.1.2 Stellenwert der dualen Berufsausbildung
2.1.3 Anspruchsgruppen und Ziele der Lehrlingsausbildung
2.1.4 Auffassung von Lernen im Rahmen der dualen Berufsausbildung
2.2 Lernen und Wissensmanagement
2.2.1 Begriffsklärung
2.2.2 Wissenstreppe und Kompetenzstufen
2.2.3 Kennzeichen von Wissen
2.2.4 Wissensmanagement im Unternehmen
2.2.5 Mobilisierung des unternehmensinternen Wissens
2.3 Rollen und Rollenkonflikte
2.3.1 Definition Rolle
2.3.2 Erwartungen an Ausbilder/innen
2.3.3 Erwartungen an Lehrlinge
2.3.4 Rollenkonflikte der Lehrlinge und Ausbilder/innen
2.4 Generationen und Generationenkonflikt
2.4.1 Definition Generation
2.4.2 Generationenkonflikt
2.4.3 Beziehung der Ausbilder/innen und Lehrlinge
2.5 Veränderungen im Zeitablauf
2.5.1 Gesellschaft und Wirtschaft im Wandel
2.5.2 Veränderung der klassischen Rollen
2.5.3 Veränderung der Lehr-/Lernmethoden
2.5.4 Zukünftige Entwicklungen
3. Hypothesen und Forschungsfragen
3.1 Erkenntnisinteresse
3.2 Ausgangshypothesen
3.3 Forschungssubfragen
4. Untersuchungsdesign
4.1 Sampleauswahl
4.2 Durchführung der Interviews
4.2.1 Probeinterview
4.2.2 Interviewleitfaden für Ausbilder/innen
4.2.3 Interviewleitfaden für Lehrlinge
4.3 Transkription
4.4 Durchführung des Online-Brainstormings
4.5 Auswertung - Qualitative Inhaltsanalyse
4.5.1 Zusammenfassung
4.5.2 Strukturierung
5. Darstellung der Forschungsergebnisse
5.1 Lernfelder der Ausbilder/innen
5.2 Findet Lernen von den Lehrlingen statt? Mit welcher Häufigkeit?
5.3 Wie tragen Lehrlinge zur Erzeugung von neuem Wissen bei?
5.4 Wie ist Lernen von Lehrlingen in der Lehrlingsausbildung verankert?
5.5 Welche Kompetenzstufen erreichen die Ausbilder/innen?
6. Interpretation und Beantwortung der Forschungsfrage
6.1 Lernfelder der Ausbilder/innen
6.2 Findet Lernen von den Lehrlingen statt? Mit welcher Häufigkeit?
6.3 Wie tragen Lehrlinge zur Erzeugung von neuem Wissen bei?
6.4 Wie ist Lernen von Lehrlingen in der Lehrlingsausbildung verankert?
6.5 Welche Kompetenzstufen erreichen die Ausbilder/innen?
6.6 Schlusshypothesen
7. Abschluss
7.1 Zusammenfassung
7.2 Schlussbetrachtung und kritische Reflexion
7.3 Weiterführende Forschungsfragen
8. Verzeichnisse
8.1 Abkürzungsverzeichnis
8.2 Abbildungsverzeichnis
8.3 Verzeichnis der Tabellen
8.4 Literaturverzeichnis
8.4.1 Bücher und Zeitschriften
8.4.2 Online-Dokumente
9. Anhang
Interviewprotokollbogen
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob und in welcher Weise Ausbilder/innen am Arbeitsplatz im Rahmen der dualen Berufsausbildung von ihren Lehrlingen lernen. Ziel ist es, die verborgenen Wissenspotenziale der Jugendlichen aufzudecken, die Lernfelder der Ausbilder/innen zu identifizieren und den Prozess des Wissenstransfers zwischen den Generationen wissenschaftlich zu beleuchten.
Abnehmende Qualität der Bewerber/innen?
Schenkt man Medienberichten und den Aussagen von Personalisten Glauben, so ist es um die Fachkräfte von morgen schlecht bestellt. Einem hohen Prozentsatz der Lehrstellenbewerber/innen wird attestiert, dass die Qualifikationen für einen erfolgreichen Berufseinstieg ungenügend seien. Es mangelt an Deutschkenntnissen, Mathematik, Allgemeinbildung und Umgangsformen. Demzufolge wäre es für die Betriebe immer schwieriger „gute“ Lehrlinge zu finden.
Außer Acht gelassen wird dabei die Tatsache, dass Jugendliche heute Dinge beherrschen, welche vor Jahren noch als Spezialwissen eingestuft worden wären. Dieses Wissen findet in Schulzeugnissen keinen Niederschlag und wird in Bewerbungsgesprächen nicht sondiert. Es handelt sich dabei meist um detailliertes Wissen aus den Bereichen Informationstechnologie, Kommunikation, neue Medien, Lifestyle, Bekleidung etc. Wer etwa Jugendlichen jemals beim unbeschwerten Umgang mit Computern und Mobiltelefonen zugesehen hat, bekommt eine Ahnung davon, wie stark ihnen die neue Technik bereits in Fleisch und Blut übergegangen ist.
Die Mädchen und Burschen bescheren ihren Ausbildern/Ausbilderinnen im Rahmen der Lehre so manches wertvolle Lernerlebnis. Doch der Wissenstransfer von den Lehrlingen zu den Ausbildungskräften steht im Widerspruch mit den klassischen Rollenbildern. Per Definition sind es ja schließlich die Jugendlichen, die etwas zu lernen haben. Auch gesetzliche Berufsbilder und betriebliche Ausbildungspläne gehen nicht näher darauf ein. So wäre das Wissen der Mädchen und Burschen zwar auch für die Betriebe interessant, es findet aber keine systematische Verwendung. Das jugendliche Wissen liegt brach.
Es ist daher an der Zeit, die Lehrlinge als „Lehrende“ vor den Vorhang zu holen und ihren Beitrag zum Aufbau von neuem Wissen im Lehrbetrieb darzustellen. Ihr umfangreiches Know-how vermag Defizite in anderen Bereichen zu kompensieren und relativiert das eingangs gezeichnete schlechte Bild heutiger Bewerber/innen.
1. Einleitung: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Lernen und Ausbilder/in, skizziert den Stand der Forschung und legt die methodische Vorgehensweise sowie das Ziel der Arbeit fest.
2. Theoretische Grundlagen: Hier werden die duale Berufsausbildung in Österreich, Konzepte des Wissensmanagements, Rollentheorien und der Generationenkonflikt als theoretisches Fundament erörtert.
3. Hypothesen und Forschungsfragen: Dieses Kapitel formuliert die leitenden Forschungsfragen und die Ausgangshypothesen für die empirische Untersuchung.
4. Untersuchungsdesign: Hier wird die Wahl der qualitativen Methode, die Sampleauswahl sowie die Durchführung der Interviews und des Online-Brainstormings detailliert beschrieben.
5. Darstellung der Forschungsergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die 16 identifizierten Lernfelder und die deskriptiven Ergebnisse der qualitativen Inhaltsanalyse.
6. Interpretation und Beantwortung der Forschungsfrage: Die Ergebnisse werden kritisch bewertet und auf die Ausgangshypothesen sowie die theoretischen Konzepte bezogen.
7. Abschluss: Das Kapitel bietet eine Zusammenfassung der Arbeit, eine kritische Reflexion des Forschungsverlaufs und nennt weiterführende Forschungsfragen.
Duale Berufsausbildung, Ausbilder/innen, Lehrlinge, Lernen von den Lehrlingen, Wissensmanagement, Generationenlernen, Wissensspirale, Qualitative Inhaltsanalyse, Rollenkonflikte, Lebenslanges Lernen, Kompetenzstufen, Wissenstransfer, Lernfelder, Wissensgesellschaft, Betriebliche Ausbildung.
Die Arbeit untersucht das Phänomen, dass Ausbilder/innen in der dualen Berufsausbildung in Österreich aktiv von ihren Lehrlingen lernen, ein Aspekt, der bisher kaum wissenschaftlich beleuchtet wurde.
Zentrale Themen sind die Rolle von Ausbildern/innen, die Wissensgenerierung durch Lehrlinge, Konzepte des Wissensmanagements sowie die Veränderung von klassischen Rollenbildern zwischen den Generationen.
Das Hauptziel ist es, die Frage „Was lernen Ausbilder/innen von ihren Lehrlingen am Arbeitsplatz im Rahmen der dualen Berufsausbildung?“ zu beantworten und die Lernfelder sowie die Häufigkeit dieses Lernens zu explorieren.
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt. Dies umfasst episodische Interviews mit 17 Ausbildern/innen und Lehrlingen sowie ein ergänzendes Online-Brainstorming, deren Daten mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Wissensmanagements und der Berufsausbildung sowie eine empirische Untersuchung, in der Lernfelder kategorisiert und die Art der Wissensweitergabe analysiert werden.
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie „Lernen von den Lehrlingen“, „Wissensmanagement“, „Duale Berufsausbildung“, „Kompetenzstufen“ und „Generationenlernen“ charakterisieren.
Die Studie zeigt, dass über die Hälfte der untersuchten Betriebe bereits systematische oder informelle Wege nutzt, um von Lehrlingen zu lernen, wobei die Wissensgenerierung oft durch Externalisierung (z.B. Vorträge, Berichte) erfolgt.
Lehrlinge werden als wertvolle Wissensquelle erkannt, insbesondere im Bereich digitaler Medien und Technik, und durch ihr jugendliches, unvoreingenommenes Herangehen an Aufgaben helfen sie, Betriebsblindheit in Unternehmen zu überwinden.
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