Masterarbeit, 2012
131 Seiten, Note: Sehr gut
1. Einleitung
2. Die historische Entwicklung der Menschenrechte – ein kurzer Überblick
2.1 Menschen- und Frauenrechte in der antiken Welt
2.2 Menschen- und Frauenrechte im Mittelalter und der frühen Neuzeit
2.3 Menschen- und Frauenrechte in der Zeit der Aufklärung und der Französischen Revolution
2.3.1 Die Forderung nach politischen Rechten für Frauen
2.4 Die weitere Entwicklung der Menschen- und Frauenrechte im 19. und 20. Jahrhundert
3. Die Frauenstimmrechtsbewegung in Großbritannien von 1866 bis 1928
3.1 Die Rolle der Frauenstimmrechtsbewegung in Großbritannien – ihre wichtigsten Gruppierungen und Entwicklungslinien
3.2 Politische Parteien und die Frauenstimmrechtsbewegung 1866 -1928 – wechselnde Einstellungen und Bündnisse
4. Die Frauenstimmrechtsbewegung in den USA vom 19. Jahrhundert bis 1920
4.1 Organisationen und Kampagnen vor dem Ersten Weltkrieg
4.2 Die schwarze Frauenstimmrechtsbewegung vor dem Ersten Weltkrieg – von Verbündeten zu Gegnerinnen
4.3 Die amerikanische Frauenstimmrechtsbewegung während und nach dem Ersten Weltkrieg – Präsident, Kongress(e) und politische Parteien
5. Die Frauenstimmrechtsbewegung in der Schweiz von 1848 bis 1971
5.1 Entwicklungslinien der schweizerischen Frauenstimmrechtsbewegung
5.2 Schweizerische Frauenstimmrechtsorganisationen und ihre GegnerInnen
5.3 Politische Parteien, Bundesrat und Parlament - ihr Verhältnis zur schweizerischen Frauenstimmrechtsbewegung
6. Die Einführung des Frauenstimm- bzw. Wahlrechts in Österreich
6.1 Die Entwicklung des österreichischen Wahlrechts von 1848 bis 1918
6.2 Die österreichische Frauenstimmrechtsbewegung 1848 – 1918 – Frauenvereine, Agitationsmethoden, Argumente und Gegenargumente
6. 3 Einstellungen der politischen Parteien zum Frauenstimmrecht und zur Frauenstimmrechtsbewegung
7. Schlussbetrachtung
Die Master Thesis untersucht den soziopolitischen Prozess und die historischen Hintergründe der Einführung des Frauenstimm- und Wahlrechts in Großbritannien, den USA, der Schweiz und Österreich. Dabei steht die Analyse der Frauenbewegungen, ihrer Organisationen sowie ihrer Interaktion mit den jeweiligen politischen Parteien und staatlichen Entscheidungsträgern im Zentrum der Forschungsfrage.
2.1 Menschen- und Frauenrechte in der antiken Welt:
Die Idee der Menschenrechte kann bis in die Antike zurückverfolgt werden. Die Angaben zu den Ursprüngen der Menschenrechte reichen von Gott als ihre Quelle bis hin zu pragmatischen Begründungen, um möglichen Machtmissbrauch einzuschränken oder die Befriedigung grundsätzlicher menschlicher Bedürfnisse zu ermöglichen (Vgl. Fritzsche, 2009, S. 20).
Einer der ersten Versuche in der Antike Recht verbindlich zu machen und damit die Willkür hintanzuhalten, wurde vom babylonischen König Hammurabi (1728-1686 v. Chr.) unternommen. Man war zu der Überzeugung gelangt, dass manche Gesetze so grundlegend seien, dass es nicht einmal in der Macht des Königs liegen sollte, sie ändern zu können. Dieser Ansatz findet sich in ähnlicher Weise auch in den modernen Menschenrechten wieder. Die zweite revolutionäre Entwicklung im Kodex Hammurabi lag darin, dass durch das Prinzip `Auge um Auge und Zahn um Zahn´ festgeschrieben wurde, dass die Strafe für ein Verbrechen eine dem Verbrechen angemessene sein sollte und nicht in Blutrache und der Vernichtung ganzer Ortschaften ausarten durfte. (Vgl. Ishay, 2007, S. 8)
Es scheint sinnvoll, die Entwicklung von Menschen- und Frauenrechten durchaus als zwei unterschiedliche Strömungen zu betrachten, da Menschenrechte in vielen Kulturen und Gesellschaften häufig nicht gleichzeitig auch Frauenrechte bedeuteten. Oft wäre wohl der Begriff `Männerrechte´ den Gegebenheiten eher gerecht geworden.
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den langwierigen Kampf für die politische Mitbestimmung von Frauen in den vier betrachteten Ländern und benennt die zentralen Leitfragen bezüglich der Organisation der Frauenbewegungen und ihrer politischen Verbündeten.
2. Die historische Entwicklung der Menschenrechte – ein kurzer Überblick: Dieses Kapitel verortet die politische Partizipation von Frauen in der langen Tradition der Menschenrechtsgeschichte, von der Antike über das Mittelalter und die Frühe Neuzeit bis hin zu den entscheidenden Impulsen der Aufklärung und Französischen Revolution.
3. Die Frauenstimmrechtsbewegung in Großbritannien von 1866 bis 1928: Der Abschnitt beleuchtet die Zersplitterung der britischen Bewegung zwischen gemäßigten Organisationen (NUWSS) und militanten Suffragetten (WSPU) sowie deren komplexes Verhältnis zu den großen politischen Parteien des Landes.
4. Die Frauenstimmrechtsbewegung in den USA vom 19. Jahrhundert bis 1920: Das Kapitel analysiert die föderale Struktur der USA, die Herausforderungen der Rassenfrage sowie die strategischen Kampagnen und Lobbyarbeit, die schließlich zur Verfassungsänderung führten.
5. Die Frauenstimmrechtsbewegung in der Schweiz von 1848 bis 1971: Die Arbeit zeigt, wie das System der direkten Demokratie in der Schweiz dazu führte, dass die Einführung des Frauenstimmrechts erst spät durch Referenden der männlichen Stimmbürger erfolgen konnte.
6. Die Einführung des Frauenstimm- bzw. Wahlrechts in Österreich: Dieser Teil untersucht das komplizierte Wahlrecht der österreichischen Monarchie und beschreibt, wie die Sozialdemokratie nach dem Zusammenbruch des Staates das Frauenwahlrecht in der provisorischen Verfassung verankern konnte.
7. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung führt die Ergebnisse zusammen, vergleicht die unterschiedlichen nationalen Wege und reflektiert über gemeinsame Einflussfaktoren wie den Ersten Weltkrieg sowie die Bedeutung politischer Opportunität für den Erfolg der Frauenbewegungen.
Frauenstimmrecht, Frauenwahlrecht, Menschenrechte, Politische Partizipation, Frauenbewegung, Suffragetten, Wahlrechtsreform, Demokratiegeschichte, Sozialdemokratie, Parlamentarismus, Österreich, Großbritannien, Schweiz, USA, politische Parteien.
Die Arbeit befasst sich mit der historischen Einführung des Frauenstimm- bzw. Wahlrechts in den vier Staaten Großbritannien, USA, Schweiz und Österreich und vergleicht die dabei ablaufenden soziopolitischen Prozesse.
Zentrale Themen sind die Entwicklung der Menschenrechte, die Organisationsgeschichte der Frauenstimmrechtsbewegungen, deren Methoden der politischen Agitation sowie das wechselhafte Verhältnis zu den etablierten politischen Parteien.
Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Erlangung politischer Mitspracherechte für Frauen zu identifizieren und die Rolle politischer Verbündeter sowie den Einfluss gesellschaftlicher Krisen zu bewerten.
Es handelt sich um einen historischen und politikwissenschaftlichen Vergleich, der durch Literaturanalyse die politischen Institutionen, die Parteienlandschaft und die Frauenorganisationen der jeweiligen Länder gegenüberstellt.
Der Hauptteil gliedert sich in länderbezogene Kapitel, die jeweils die Entstehung der Bewegung, die Zusammenarbeit mit Parteien und die spezifischen Hürden (wie etwa Föderalismus in den USA oder direkte Demokratie in der Schweiz) detailliert analysieren.
Wichtige Begriffe sind Frauenstimmrecht, Wahlrechtsreform, politische Partizipation, Suffragetten, Parteipolitik und der Einfluss des Ersten Weltkriegs auf gesellschaftliche Transformationsprozesse.
Aufgrund des Systems der direkten Demokratie musste die männliche Bevölkerung auf kantonaler und nationaler Ebene in Volksabstimmungen über die Zuerkennung des Frauenwahlrechts entscheiden, was den Prozess durch die konservative Einstellung vieler Männer erheblich verzögerte.
Der Erste Weltkrieg fungierte in vielen Staaten als Katalysator, da die notwendige Übernahme von Aufgaben durch Frauen in der Heimatfront (und der damit verbundene gesellschaftliche Wandel) die Argumente der Gegner des Frauenwahlrechts entkräftete.
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