Bachelorarbeit, 2012
23 Seiten, Note: 1,0
Warum und wie
1. 1. Unbewusstes und Ideologie: Schwanken
1.1 Von Vorne
2. Familien-Figuren – Frau Mutter Herr Vater
2.1 Symbiose
2.2 Autorität und Familie – Vaterfunktion
2.3 Durch den Mythos durch
2.4 Irritierende Bilder, irritierte Blicke
3. Sprechende Sein
3.1 Kastrierte Sein
3.1 Hochstapelei und Maskerade – Gewohnheitstier
So und deshalb?
Die Arbeit untersucht, wie ein Subjekt in Bezug auf familiäre und gesellschaftliche Gefüge zu einem geschlechtlichen Wesen konstituiert wird. Dabei steht die psychoanalytische Fragestellung im Mittelpunkt, wie die Verbindung von Körper, Geschlecht und Identität durch Prozesse wie Anrufung, Ödipuskomplex und symbolische Einschreibung funktioniert und inwieweit das Bildhafte eine zentrale Rolle für die Selbstpositionierung spielt.
2.4 Irritierende Bilder, irritierte Blicke
Es könnte das Gefühl entstehen, Freud versuche ‚krampfhaft‘ dieses hier sichtbare Geschlinge auseinander zu deuten. Im Folgenden sei eine kurze Einsicht in Freuds Interpretation des Bildes aus dem Text „Eine Kindheitserinnerung des Leonardo da Vinci“ gegeben: Einerseits sei die Frau nur angedeutet, wiederum sei der Männerkopf feminin gezeichnet, Freud sieht (Ab)Scheu in seinem Gesicht, beschreibt die hier weibliche Brust als 'schlappbrüstig' gezeichnet, das weibliche Genital sei vernachlässigt, dagegen das männliche fast schon präzise gezeichnet und im Besonderen stößt ihm die stehende Position der beiden auf, denn durch das Liegen würde gewissermaßen das Wollen ausgedrückt, in der erwünschten Situation längere Zeit hindurch zu verweilen. Die gröbste, wie Freud es nennt, Fehlleistung, sieht er in den unteren Extremitäten, die Beine 'passen' nicht, hier habe Leonardo männlich und weiblich vertauscht.
Freuds´ Irritation lässt vielleicht das Auseinander-nehmen dieser Figur(en) folgen, damit es wieder 'in Ordnung' kommt. Selbst ein Liebesspiel 'darf' nicht stehend erfolgen. All dies scheint etwas mehr zu sagen, über ihn, wiederum meine Lesart nun auch über mich. Und Sie? Muss man in diesem Bild die Wirrungen eines Malers sehen? Wer ist mehr verwirrt? Wie klar und eindeutig müssen die Repräsentationen weiblich und männlich (seien sie gezeichnet oder dargestellt in Personen um uns herum) sein, damit wir nicht irritiert sind. Dürfen wir nicht irritiert werden, wollen wir nicht? Berührt uns das an einer Stelle, rührt dies an Etwas, das nicht angerührt werden soll. Warum?
Warum und wie: Einführung in die psychoanalytische Fragestellung nach der Konstitution des geschlechtlichen Subjekts im Spannungsfeld von Ideologie, Körper und Sprache.
1. 1. Unbewusstes und Ideologie: Schwanken: Analyse des Ideologiebegriffs nach Althusser und Lacan, wobei insbesondere die Anrufung des Subjekts und die symbolische Einschreibung durch den Namen thematisiert werden.
1.1 Von Vorne: Untersuchung des Ödipusmythos bei Freud als Fundament der Geschlechtswahl und der moralischen Verortung in familiären Strukturen.
2. Familien-Figuren – Frau Mutter Herr Vater: Annäherung an die Geschlechterpositionen durch die Analyse der Eltern-Kind-Triade und die Bedeutung von Bezugspersonen.
2.1 Symbiose: Reflexion über die symbiotische Mutter-Kind-Beziehung und die Frage, ob diese durch gesellschaftliche Ideologien wie die Familie sozialisierbar ist.
2.2 Autorität und Familie – Vaterfunktion: Diskussion über den Wandel der Vaterfigur und den Verlust väterlicher Autorität in der modernen Gesellschaft sowie deren Auswirkungen auf die Subjektwerdung.
2.3 Durch den Mythos durch: Kritische Auseinandersetzung mit der Interpretation des Ödipusmythos und der Suche nach einer geschlechtlichen Identität jenseits starrer Rollenzuschreibungen.
2.4 Irritierende Bilder, irritierte Blicke: Analyse einer Freudianischen Bildinterpretation, die aufzeigt, wie Irritationen bei der Geschlechterdarstellung zur Festigung von Normen genutzt werden.
3. Sprechende Sein: Philosophische Betrachtung der Notwendigkeit des Erscheinens in einer symbolischen Ordnung, um als Subjekt wahrgenommen zu werden.
3.1 Kastrierte Sein: Vertiefung der Lacanschen Theorie zur Kastrationserfahrung, dem Spiegelstadium und der Bedeutung des Fehlens für das menschliche Begehren.
3.1 Hochstapelei und Maskerade – Gewohnheitstier: Auseinandersetzung mit den Konzepten der Maskerade und Hochstapelei als Strategien des Subjekts, Identität in einer sprachlich-kulturellen Ordnung zu behaupten.
So und deshalb?: Abschließende Reflexion über die Schwankungen des Subjekts in einem spannungsgeladenen Gefüge aus Sprache, Bildhaftigkeit und sozialer Realität.
Subjektkonstitution, Psychoanalyse, Ödipuskomplex, Ideologie, Geschlechteridentität, Körperbild, Lacan, Freud, Symbolische Ordnung, Kastration, Begehren, Maskerade, Vaterfunktion, Identifizierung, Spiegelstadium.
Die Arbeit untersucht, wie Individuen durch gesellschaftliche, familiäre und sprachliche Prozesse zu einem geschlechtlichen Subjekt geformt werden.
Die zentralen Themen umfassen die psychoanalytische Theoriebildung zu Ödipus und Ideologie, die Rolle der Familie sowie die Bedeutung von Körperbildern für die Identitätsfindung.
Das primäre Ziel ist es, die Prozesse der Subjektwerdung kritisch zu hinterfragen und zu beleuchten, wie Geschlechterrollen durch kulturelle und symbolische Strukturen stabilisiert oder in Frage gestellt werden.
Die Arbeit nutzt einen psychoanalytischen Ansatz, primär gestützt auf die Schriften von Jacques Lacan und Sigmund Freud, um Begriffe wie Ideologie, Kastration und Begehren auf die Geschlechterkonstitution anzuwenden.
Der Hauptteil analysiert die Familienstruktur, die Vaterfunktion, den Ödipusmythos und die Bedeutung des Bildhaften für die Selbstwahrnehmung und gesellschaftliche Einschreibung.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Subjekt, Geschlecht, Begehren, Ideologie, symbolische Ordnung und das Spannungsfeld zwischen Sehen und Sprechen.
Der Körper wird nicht als biologisch feststehende Größe, sondern als Ausgangspunkt einer lebenslangen symbolischen Einschreibung und als Objekt innerhalb gesellschaftlicher Repräsentationssysteme betrachtet.
Die Vaterfigur wird primär als symbolische Funktion der Untersagung und Autorität verstanden, die im Zuge gesellschaftlicher Veränderungen an traditioneller Bedeutung verliert, was das Subjekt zur Neuorientierung zwingt.
Maskerade beschreibt bei der Frau das Verhalten, sich im Rahmen der symbolischen Ordnung zu positionieren, wobei diese Strategie als eine Art Täuschung oder notwendige Anpassung zur Aufrechterhaltung der sozialen Identität interpretiert wird.
Das Beispiel dient der Veranschaulichung, wie Freud durch die Interpretation von Bildern versucht, Wirrungen in der Geschlechterdarstellung zu ordnen und dabei gleichzeitig eigene theoretische Vorannahmen über Männlichkeit und Weiblichkeit festzuschreiben.
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