Bachelorarbeit, 2008
45 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
2. Theoretische Aspekte
2.1. Idiomatizität - Phraseologie - Parömiologie
2.2. Definition des Terminus Sprichwort
2.3. Stand der Forschung
2.4. Aspekte der drei Sprachen
2.4.1. Typologische Einordnung
2.4.2. „Frau“ in der Sprache: Sexus und Geschlechterstereotypen
2.4.2.1. Türkisch – Sprache ohne grammatisches Geschlecht
2.4.2.2. Problematik des generischen Maskulinums im Deutschen
2.4.2.3. Sexus und Geschlechterstereotypen im Spanischen
2.4.3. Sprichwortsammlungen und Überlieferung der Sprichwörter
2.4.3.1. Sprichworttradition im Türkischen
2.4.3.2. Deutsche Sprichworttradition
2.4.3.3. Das spanische Sprichwort im (geschichtlichen) Gebrauch
2.4.3.4. Problem der Ahistorizität der Sammlungen
2.5. Wechselwirkung von Sprache und Kultur
3. Empirischer Teil: Frauen in den Sprichwörtern
3.1. Prämissen
3.2. Methode zur Klassifizierung: Matti Kuusi type system of proverbs
3.3. Erläuterung des Forschungs-Korpus
3.4. Analyse der Sprichwörter
3.4.1. Analyse der türkischen Sprichwörter
3.4.1.1. Strukturelle Analyse
3.4.1.2. Thematische Analyse
3.4.1.3. Analyse der Bilder (Images)
3.4.2. Analyse der deutschen Sprichwörter
3.4.2.1. Strukturelle Analyse
3.4.2.2. Thematische Analyse
3.4.2.3. Analyse der Bilder (Images)
3.4.3. Analyse der spanischen Sprichwörter
3.4.3.1. Strukturelle Analyse
3.4.3.2. Thematische Analyse
3.4.3.3. Analyse der Bilder (Images)
3.5. Vergleich oder Kontrast: Ergebnisse der Analyse
4. Fazit
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, mittels eines sprachlich-kulturellen Vergleichs das Bild der Frau in türkischen, deutschen und spanischen Sprichwörtern zu untersuchen, um dabei sowohl geschlechterstereotypische Gemeinsamkeiten als auch kulturelle Unterschiede in der Wahrnehmung und Darstellung von Frauen zu identifizieren.
3.4.1. Analyse der türkischen Sprichwörter
Sprichwörter zeichnen sich „durch sprachliche Mittel wie Rhythmus und Reim aus sowie Wortwiederholung und/oder -kontrastierung“ (Tekinay 1987: 57). Doch auch die Thematik und Metaphorik der Sprichwörter erlaubt interessante Beobachtungen. Diese werden in nun anschließenden Analyse herausgestellt.
3.4.1.1. Strukturelle Analyse
Bei türkischen Sprichwörtern begegnet häufig der einfache Aussagesatz (Avradın öğüdü avrada geçer.), auch in verneinter Form (Kadının kazdığı kuyudan su çıkmaz.). Verbreitet ist auch der zweigliedrige Aussagesatz (Karının bir aklı, erkeğin dokuz aklı vardır.)
Die türkischen Sprichwörter verzichten häufig auf eine verbale Ausprägung, weisen also elliptische Struktur auf (Erkek sel, kadın göl.).
Entsprechend ihrer pädagogisch-didaktischen Tendenz drücken sie bisweilen eine Warnung oder Vorschrift aus. Dies wird mitunter mit Hilfe von Imperativsätzen (Ateşle oynama elini yakar, kadınla oynama evini yakar!) und Modalformen (Kadına söz duyurabilmek için güleç zamanını beklemedi.) dargestellt.
Als Tempus wird in türkischen Sprichwörtern der Aorist (‚unbestimmte Gegenwart’) verwendet. Häufig findet ein Satz seine Betonung durch die Endung der dritten Person des Verbs sein „–dIr“ (Kadın erkeğin eşidir evin güneşi.). Worteinsparung wird ebenfalls durch die Verwendung des unbestimmten Subjekts der 3. Ps. Sg. erzielt, bei dem die Personalendung am Prädikat steht.
Verallgemeinernde Relativsätze mit den Relativadverbien wer/was/wo (Güzel nerede, kavga orada.) oder durch Partizip I ausgedrückte Relativsätze (Yuvayı yapan dişi kuş tur./Yuvayı dişi kuş yapar.) finden sich häufig.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Fragestellung und den methodischen Rahmen der Untersuchung von geschlechtsspezifischen Sprichwörtern vor.
2. Theoretische Aspekte: Hier werden die terminologischen Grundlagen der Phraseologie und Parömiologie dargelegt sowie der Forschungsstand und die sprachlichen Besonderheiten der drei untersuchten Kulturen erläutert.
3. Empirischer Teil: Frauen in den Sprichwörtern: In diesem Hauptteil erfolgt die praktische Analyse und Klassifizierung des Korpus nach dem Matti-Kuusi-System mit detaillierten Untersuchungen zu Struktur, Themen und Metaphorik der Sprichwörter jeder Sprache.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und diskutiert die gefundenen kulturellen Parallelen sowie Unterschiede im Sprichwortschatz.
Sprichwörter, Phraseologie, Parömiologie, Frauenbild, Geschlechterstereotypen, Kulturvergleich, Türkisch, Deutsch, Spanisch, Metaphorik, Sprachwissenschaft, Kontrastive Linguistik, Sprichwortsammlung, Soziolinguistik, Geschlechterrollen
Die Arbeit untersucht das Bild der Frau in Sprichwörtern aus drei verschiedenen Sprachräumen – Türkisch, Deutsch und Spanisch – und analysiert die kulturellen und sprachlichen Prägungen dahinter.
Im Zentrum stehen die Phraseologie, die Darstellung von Geschlechterrollen, die Analyse von Stereotypen sowie der Einfluss von kulturellen Traditionen auf das Sprichwortgut.
Das primäre Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der sprachlichen Konstruktion des Frauenbildes durch einen interkulturellen Vergleich aufzuzeigen.
Die Arbeit nutzt die kontrastive Methode der Phraseologie und klassifiziert die Sprichwörter anhand des international anerkannten „Matti Kuusi type system of proverbs“.
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Erläuterung des Forschungskorpus und die detaillierte Analyse der Sprichwörter, unterteilt nach türkischen, deutschen und spanischen Beispielen hinsichtlich Struktur, Thema und Bildhaftigkeit.
Wesentliche Begriffe sind Sprichwort, Phraseologie, Parömiologie, Frauenbild, Geschlechterstereotypen, Kulturvergleich und kontrastive Linguistik.
Da sich Türkisch, Deutsch und Spanisch in ihrer Grammatik (z.B. Genus-Systeme) stark unterscheiden, ist die typologische Einordnung notwendig, um sprachliche Asymmetrien bei der Benennung von Frauen besser zu verstehen.
Die Bilder (Images) sind essenziell, da sie die Metaphorik tragen und verdeutlichen, in welchen Kontexten (z.B. Haushalt, Natur) Frauen in den Sprichwörtern verortet und bewertet werden.
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