Bachelorarbeit, 2012
77 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Die Geschichte der Taliban
2.1. 1989 – 1994: Der Kampf um Kabul
2.2. 1994 – 1996: Die erfolgreiche Aufstandsbewegung
2.3. 1996 – 2001: Herrschaft und Fall
2.4. 2001 – 2011: Neugruppierung und Widerstand
3. Eine gruppenspezifische Analyse der Aufstandsbewegung
3.1. Neo-Taliban
3.2. Untergruppen der Taliban-Bewegung
3.2.1. Afghanische Taliban – Quetta-Schura
3.2.2. Pakistanische Taliban - Therik-e Taliban Pakistan
3.2.3. Haqqani-Netzwerk
3.3. Verbündete der Taliban
3.3.1. Hizb-e Islami Gulbuddin
3.3.2. Al-Qaida
3.3.3. Islamic Movement Uzbekistan/Islamic Jihad Union
3.4. Resümee
4. Taliban: Ferngesteuert oder eigenständig?
4.1. Einflüsse Dritter
4.1.1. Pakistan
4.1.2. Al-Qaida
4.2. Friedensverhandlungen
4.3. Resümee
5. Fazit und Ausblick
5.1. Fazit
5.2. Ausblick
Die Arbeit untersucht, inwieweit die Taliban als homogene Organisation betrachtet werden können und ob sie eine eigenständige Akteursgruppe darstellen oder durch externe Einflüsse, insbesondere durch den pakistanischen Geheimdienst ISI und al-Qaida, ferngesteuert werden. Dabei wird die historische Entwicklung der Taliban von einer regionalen Aufstandsbewegung hin zu einem Sammelbecken für internationale Dschihadisten analysiert.
3.1. Neo-Taliban (NT)
Die NT sind ein Netzwerk aus Netzwerken (vgl. Ruttig 2010a: 13). Die Bezeichnung „Neo-Taliban“ wird seit der Neugruppierung der Taliban im Jahr 2002 verwendet (vgl. ebd.: 19). Ihre wichtigsten Bestandteile sind die Quetta-Schura (QS), das Haqqani-Netzwerk (HN) und die Therik-e Taliban Pakistan (TTP). Die Hizb-e Islami Gulbuddin (HIG) agiert unabhängig davon (vgl. Qazi 2011).
Die Bewegung hat zum einen eine vertikale Organisationsstruktur in Form einer „Schatten-Regierung“. Diese weist eine übergeordnete islamische Ideologie auf. Ideologische und stammespezifische Differenzen ordnen sich darunter ein. Zum anderen ist die Bewegung durch horizontale, netzwerkähnliche Strukturen gekennzeichnet. Dies spiegelt die starke Bindung der Aufständischen zu ihren Stämmen wider (vgl. Ruttig 2010a: 1).
Für die Taliban ist ihre Interpretation des Islams das ideale Modell, wie eine muslimische Gesellschaft organisiert sein sollte (vgl. Zahab/Roy 2002: 13f). Mullah Omar ist als „Führer der Gläubigen“ die einende Figur der verschiedenen Gruppen, da ihm alle die Treue schwören bzw. ihn als Führer anerkennen. Der Erfolg dieser strukturellen Ordnung zeichnet sich darin aus, dass auf der einen Seite ein übergeordnetes Wertesystem steht, zu dem sich die einzelnen Kämpfer bekennen. Auf der anderen Seite genießen die lokalen Kommandeure ein hohes Maß an Autonomie, ohne fortwährend kontrolliert zu werden.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle sicherheitspolitische Situation in Afghanistan ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Eigenständigkeit der Taliban.
2. Die Geschichte der Taliban: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Taliban in vier Phasen von ihrem Entstehen im Kontext des afghanischen Bürgerkriegs bis zur Reorganisationsphase nach 2001 nach.
3. Eine gruppenspezifische Analyse der Aufstandsbewegung: Hier werden die verschiedenen internen Strukturen und Untergruppen der Bewegung, wie die Quetta-Schura, die TTP und das Haqqani-Netzwerk, sowie deren Verbündete differenziert analysiert.
4. Taliban: Ferngesteuert oder eigenständig?: Dieses Kapitel untersucht kritisch die externen Einflüsse von Akteuren wie Pakistan (ISI) und al-Qaida auf die Entscheidungsfindung und operative Autonomie der Taliban.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bewertet die Hypothese der Fremdsteuerung und gibt einen Ausblick auf die Möglichkeiten für zukünftige Friedensprozesse.
Taliban, Neo-Taliban, Afghanistan, Pakistan, ISI, al-Qaida, Aufstandsbewegung, Dschihad, Quetta-Schura, Haqqani-Netzwerk, Mullah Omar, Friedensverhandlungen, Radikalisierung, Terrorismus, Sicherheitslage
Die Bachelorarbeit befasst sich mit der Entwicklung und der internen Struktur der Taliban-Bewegung sowie deren Abhängigkeit von externen Akteuren.
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Genese der Taliban, der Identifizierung der unterschiedlichen Untergruppen innerhalb der Aufstandsbewegung und der Analyse der externen Einflussfaktoren.
Die Arbeit untersucht, ob die Taliban als homogene und eigenständige Organisation agieren oder inwieweit sie durch Dritte wie den pakistanischen Geheimdienst ISI gesteuert werden.
Es handelt sich um eine analytische Aufarbeitung basierend auf einer umfassenden Literaturrecherche, Medienberichten und Analysen von Think Tanks wie dem Institute for the Study of War.
Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische historische Darstellung, eine detaillierte gruppenspezifische Analyse und eine Untersuchung der Einflüsse Dritter auf die strategischen Entscheidungen der Taliban.
Zentrale Begriffe sind Taliban, Aufstandsbewegung, Quetta-Schura, ISI, Dschihad und Friedensverhandlungen.
Der Autor differenziert zwischen der afghanischen Bewegung (Quetta-Schura), die primär an einer Machtübernahme in Afghanistan arbeitet, und der TTP (Pakistanische Taliban), die sich gegen den pakistanischen Staat richtet.
Der Autor arbeitet heraus, dass der ISI die Taliban als strategisches Mittel gegen indischen Einfluss nutzt, sie logistisch unterstützt, aber gleichzeitig ein komplexes „doppeltes Spiel“ spielt.
Der Begriff beschreibt die Reorganisationsphase und die veränderte Struktur der Bewegung nach 2002, in der lokale Netzwerke und international vernetzte Dschihadisten eine neue Dynamik erzeugten.
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