Bachelorarbeit, 2011
26 Seiten, Note: 1,0
1. Prolog
2. Einführung
2.1. Douglas Sirks Position im Melodram der 1950er
2.2. Das Filmmelodram bei R. W. Fassbinder
2.3. Einordnung der beiden Melodramen
2.3.1. Implikationen von ALL THAT HEAVEN ALLOWS
2.3.2. Stil und Grundlage von ANGST ESSEN SEELE AUF
3. Analyse: Darstellung der Dynamik des sozialen Umfelds
3.1. Gesellschaftsdynamik in ALL THAT HEAVEN ALLOWS
3.1.1. Position der Protagonistin und des Protagonisten in ihrem Umfeld
3.1.2. Die Figuren der sozialen Umwelt
3.1.3. Filmische Erfassung des Raumes
3.1.4. Gefühle im Dekor
3.1.5. Beleuchtung und Farbe
3.2. Gesellschaftsdynamik in ANGST ESSEN SEELE AUF
3.2.1. Vorbereitung des Zuschauers in der Eingangssequenz
3.2.2. Gebrauch der (Bild-)Sprache
3.2.3. Das Agieren der Figuren im sozialen Umfeld
3.2.4. Die Protagonistin und der Protagonist als Teil der Gesellschaft
4. Darstellung der gesellschaftlichen Implikationen im Vergleich
4.1. Unterschiede
4.2. Gemeinsamkeiten
5. Epilog
Die vorliegende Arbeit untersucht die Dynamik des sozialen Umfelds in den Melodramen "All That Heaven Allows" von Douglas Sirk und "Angst essen Seele auf" von Rainer Werner Fassbinder. Ziel der vergleichenden Analyse ist es aufzuzeigen, wie das soziale Umfeld als unterdrückende Kraft auf die Protagonisten wirkt, welche filmischen Mittel zur Darstellung dieser Konflikte eingesetzt werden und welche gesellschaftlichen Implikationen daraus resultieren.
3.1.5. Beleuchtung und Farbe
Farbe ist ein vorherrschender Teil der mise en scène. Die Farbgebung lässt Carys familiäre und kleinstädtische Umwelt wirklich erscheinen. Aber Farbe wird auch hyperrealistisch, bzw. künstlich eingesetzt, um Emotionen zu verdeutlichen. Farbsystem und Raum etablieren den Gegensatz zwischen Kleinstadtkonformität und einer Walden-artigen alternativen Existenz. Kühle blaugraue Wände, helle Töne, geschmackvolle Möbel stehen für Carys angestammtes Umfeld, warme Rot- und Brauntöne finden sich im Haus Rons und der Andersons. Zwischen diesen zwei Welten entfaltet sich Carys ideologischer Konflikt.
“Lighting style […] in ALL THAT HEAVEN ALLOWS […] illustrates the basic emotional division which the film is actually about: Cary’s world is divided between the cold, hard light (blues and yellows) of loneliness, repression and oppression and the warmer, softer light (red/orange) of hope, emotional freedom and sexual satisfaction.” (Mulvey 1994, S.78)
In der Szene, als Ned seiner Mutter auseinandersetzt, dass eine Ehe zwischen ihr und Ron unmöglich ist (als begehe seine Mutter ein Verbrechen, vgl. Seeßlen, S.117) verändert sich das kühle helle Gelb, in das der Raum getaucht ist. Im Laufe von Neds Argumentation verstärken sich die auftretenden schwarzen Schatten, z. B. der Stellwand, die wie ein Gitter wirkt, das Filmbild in Rahmen aufteilt und so eine Gefängnisatmosphäre hervorruft.
„Sirk operiert mit exzessiven, hysterischen Affektfarben.“ (Grafe 2002, S.75) Solchen ausdrucksvollen Farbgebrauch sieht man beispielsweise, wenn Kay in Tränen aufgelöst der betroffenen Mutter von den durch ihr Verhalten verursachten Hänseleien durch KameradInnen berichtet. Das Rundfenster in Kays Zimmer markiert den Lichteinfall von Blau- und Rottönen, der sich auf den Gesichtern der beiden Frauen abzeichnet. Hier fungiert die Farbe als Bedeutungsträger für psychische und sexuelle Energie, die im Dialog zu jener Zeit nicht thematisiert werden kann (vgl. Haralovich, S.66): Carys Diskussion mit Kay vermeidet wörtliche Explizität von Kays Reaktion auf die Sexualität ihrer Mutter. Was sie meint, ist ausgestellt in den intensiven Farbstreifen, die die Gesichter von Cary und Kay kreuzen (vgl. Haralovich, S.61) und betont die familiären und gesellschaftlichen Unterdrückungen, denen Cary ausgesetzt ist.
1. Prolog: Einführung in die Grundkonstellation der Melodramen und Darlegung der Fragestellung zur Darstellung gesellschaftlicher Einflussnahme.
2. Einführung: Einordnung der Regisseure Douglas Sirk und Rainer Werner Fassbinder sowie ihrer filmtheoretischen Positionen innerhalb des Melodrams.
3. Analyse: Darstellung der Dynamik des sozialen Umfelds: Detaillierte Untersuchung der filmischen Mittel und sozialen Interaktionen in beiden Filmen zur Veranschaulichung des gesellschaftlichen Drucks.
4. Darstellung der gesellschaftlichen Implikationen im Vergleich: Synthese der Analyseergebnisse durch Gegenüberstellung der Verschiedenheiten und Gemeinsamkeiten der sozialen Implikationen in beiden Filmen.
5. Epilog: Resümierende Betrachtung der Funktion des Melodrams als Mittel zur Gesellschaftskritik und Anregung zur Reflexion.
Melodram, Douglas Sirk, Rainer Werner Fassbinder, Gesellschaftsdynamik, soziales Umfeld, Ideologiekritik, Unterdrückung, mise en scène, Konventionen, Klassenunterschiede, Rollenbilder, Ausgrenzung, filmische Ästhetik, Genderrollen, Identität
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen dem Individuum und seinem sozialen Umfeld in den Melodramen "All That Heaven Allows" (1955) und "Angst essen Seele auf" (1973).
Im Zentrum stehen die gesellschaftlichen Zwänge, Moralvorstellungen und Klassenschranken, die das Leben der Protagonisten bestimmen und ihre persönlichen Wünsche einschränken.
Es soll herausgearbeitet werden, mit welchen filmischen Mitteln die Regisseure die unterdrückende Kraft des sozialen Umfelds inszenieren und wie sie damit Gesellschaftskritik üben.
Es handelt sich um eine vergleichende Filmanalyse, die sowohl die narrativen Strukturen als auch die filmästhetischen Mittel (wie Licht, Farbe, Dekor und Kamerablickwinkel) systematisch untersucht.
Der Hauptteil gliedert sich in zwei detaillierte Filmanalysen, in denen Positionen der Figuren, die Rolle des Dekors und die filmische Gestaltung des Raumes im Kontext des sozialen Drucks analysiert werden.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Melodram, Gesellschaftsdynamik, Unterdrückung, Identität und visuelle Metaphorik charakterisiert.
Während Sirk die Unterdrückung eher subtil durch das Dekor der bürgerlichen Kleinstadt illustriert, radikalisiert Fassbinder den Konflikt, indem er die Figuren in einem restriktiven Arbeitermilieu als Teil von sozialen Machtstrukturen und Vorurteilen zeigt.
Der Kamerablickwinkel wird als entscheidendes Mittel identifiziert, um die Isoliertheit der Protagonisten (etwa durch Fensterrahmen oder Gitter) zu betonen und die beobachtende, oft distanzierte Haltung der Gesellschaft spürbar zu machen.
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