Diplomarbeit, 2002
107 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Therapeutischen Reiten - Der Einsatz des Pferdes in Medizin, Pädagogik und Sport
2.1 Die Hippotherapie - Krankengymnastische Förderung auf dem Pferd
2.2 Das Heilpädagogische Reiten und Voltigieren - Ganzheitliche Förderung von Kindern und Jugendlichen
2.3 Reiten als Sport für Behinderte - Integrative Freizeitgestaltung und Leistungssport
3 Pferd - Kind - Pädagoge: Die Partner im heilpädagogischen Reiten / Voltigieren
3.1 Das Pferd - Symbolhaftigkeit und gemeinsame Entwicklungsgeschichte mit dem Menschen
3.1.1 Verhaltensspezifische Eigenschaften und Beziehungsfähigkeit des Pferdes
3.1.2 Zum Motivationsaspekt- der (auf)fordernde Charakter des Pferdes
3.1.3 Das geeignete Therapiepferd
3.2 Das Kind/ der Jugendliche – Zielgruppenbestimmung und Lebensweltbetrachtung
3.2.1 Reduzierung der Freiräume für Kinder - Multimedialität versus Realitätsprinzip
3.2.2 Zur Entstehung von Verhaltensauffälligkeiten/ -störungen, Lernstörungen/-behinderungen
3.3 Der Reitpädagoge - Grundsätzliche Einstellung und Verhalten des Pädagogen
3.3.1 Sachorientierte Partnerschaft als Handlungskonzept im Heilpädagogischen Reiten/voltigieren
3.3.2 Berufsbezeichnung, Qualifikation
3.4 Das Beziehungsgeschehen im Setting des Heilpädagogischen Reitens/Voltigierens
4 Verschiedene methodische Ansätze und spezielle Zielsetzungen des HPR/V
4.1 Entwicklungsorientierung - Zur Entwicklung der Persönlichkeit nach Freud und Erikson
4.2 Psycho- und sensomotorische Förderung durch das Pferd
4.3 Psychoanalytisch-orientiertes Heilpädagogisches Reiten und Voltigieren
4.4 Erwerb individueller und sozialer Kompetenzen durch den Umgang mit dem Pferd
5 Zusammenarbeit mit Kostenträgern, ltern sowie anderen Institutionen
5.1 Zur Finanzierung des Therapeutischen Reitens - Leistungserbringer und Kostenträger
5.2 Zusammenarbeit mit anderen Institutionen sozialer Arbeit
5.3 Die Bedeutung der Zusammenarbeit mit den Eltern
5.3.1 Der erste Kontakt mit den Eltern - Absicherung, Kosten, Anamnese
5.4 Qualitätssicherung im HPR/V - Qualitätsstandards und Zielüberprüfung
6 Die Grenzen der Arbeit mit dem Pferd
7 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einsatz des Pferdes als Co-Therapeuten in der sozialen Arbeit, insbesondere im Kontext des heilpädagogischen Reitens und Voltigierens. Ziel ist es, die vielfältigen methodischen Ansätze, die Finanzierungsmöglichkeiten, die therapeutischen Grenzen und die Zukunftsperspektiven dieser Arbeit zu prüfen, um den Einsatz des Pferdes als effektiven Sozialhelfer wissenschaftlich zu untermauern.
3.1.1 Verhaltensspezifische Eigenschaften und Beziehungsfähigkeit des Pferdes
Ausgehend von einer gesunden psychischen Stabilität kann gesagt werden, dass ein Pferd einfühlsam und rücksichtsvoll ist. So wird es z.B. niemals auf ein am Boden liegendes Geschöpf treten und stehen bleiben, wenn das reitende Kind droht vom Rücken zu rutschen oder die Körperhaltung so verändern, dass das Kind wieder Halt bekommt. Diese Eigenschaft des sogenannten „unters Gewicht treten“ machen sich z.B. Dressurreiter zu nutzen, denen es gelingt durch minimale Gewichtsverlagerung ein Seitwärtsschreiten des Tieres zu erreichen (vgl. C. Klüwer, 1995/1997). Pferde reagieren artgerecht - nicht menschlich, d.h. sie können sich nicht verstellen, sich nicht rächen und nicht strafen, sie sind i.d.R. gutmütig veranlagt und offen gegenüber jedem Menschen, dieses wirkt besonders auf verhaltensbeeinträchtigte Kinder, die so erfahren, dass ihr abweichendes Verhalten nicht unbedingt und nicht unmittelbar aggressive Reaktionen hervorruft. Auf falsche Behandlung reagiert ein Pferd nicht nachtragend oder rachsüchtig, sondern immer artspezifisch. Das feine Gespür für Stimme und Stimmung, die Fähigkeit Angst, Unruhe und Ungeduld ausdrücken zu können, die sich oft aus der Gruppe oder vom Reiter aufs Pferd überträgt , lässt das Pferd zum „Spiegelbild“ der eigenen Empfindung werden. Pferde sind in ihrem Verhalten weitgehend konstant, also verlässlich und somit in Erziehungsprozesse einplanbar, d.h. wenn man ein Pferd gut kennt, mit ihm vertraut ist, kann man seine Verhaltensweisen voraus sagen, es unter Berücksichtigung seiner individuellen Fähigkeiten und Charakterzüge entsprechend den geforderten Leistungsansprüchen ganz speziell in der Arbeit mit Kindern einsetzen (vgl. M. Gäng 1998a).
Das Pferd verfügt über eine fein ausdifferenzierte Wahrnehmung. Sowohl Gesichts- und Hörsinn, als auch der Geruchs- und Tastsinn sind bei dem Flucht- und Herdentier sehr fein ausgeprägt.
1 Einleitung: Die Einleitung begründet das Thema der Diplomarbeit und erläutert die Forschungsfrage hinsichtlich der therapeutischen Fähigkeiten des Pferdes in der sozialen Arbeit.
2 Therapeutischen Reiten - Der Einsatz des Pferdes in Medizin, Pädagogik und Sport: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die drei Hauptbereiche des therapeutischen Reitens und deren spezifische Ausrichtungen.
3 Pferd - Kind - Pädagoge: Die Partner im heilpädagogischen Reiten / Voltigieren: Hier werden die Rollen der drei Hauptakteure sowie deren Zusammenspiel im Beziehungsdreieck detailliert beleuchtet.
4 Verschiedene methodische Ansätze und spezielle Zielsetzungen des HPR/V: Dieses Kapitel widmet sich den theoretischen Grundlagen und methodischen Konzepten, die der heilpädagogischen Arbeit zugrunde liegen.
5 Zusammenarbeit mit Kostenträgern, ltern sowie anderen Institutionen: Hier stehen die organisatorischen, finanziellen und administrativen Aspekte sowie die Notwendigkeit der Netzwerkarbeit im Vordergrund.
6 Die Grenzen der Arbeit mit dem Pferd: Das Kapitel reflektiert kritisch die Limitationen, Kontraindikationen und praktischen Schwierigkeiten beim Einsatz des Pferdes als Co-Therapeut.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet den Einsatz des Pferdes unter Effektivitäts- und Wirtschaftlichkeitsgesichtspunkten.
Heilpädagogisches Reiten, Heilpädagogisches Voltigieren, Co-Therapeut, Sozialarbeit, Persönlichkeitsentwicklung, Pferd-Kind-Beziehung, Sensomotorik, Psychomotorik, Sachorientierte Partnerschaft, Qualitätssicherung, Finanzierung, Inklusion, Verhaltensstörungen, Förderdiagnostik, Beziehungsdreieck
Die Arbeit untersucht, warum und wie ein Pferd als Co-Therapeut in der Sozialarbeit fungieren kann, insbesondere im Bereich des heilpädagogischen Reitens und Voltigierens für Kinder und Jugendliche.
Zentrale Themen sind die heilpädagogische Wirkung des Pferdes, methodische Konzepte, die Zusammenarbeit mit Institutionen und Eltern sowie die Finanzierung und Qualitätssicherung dieses Arbeitsfeldes.
Das Ziel ist die wissenschaftliche Prüfung und Evaluierung des Einsatzes des Pferdes als effektivem Sozialhelfer anhand ausgewählter Handlungskonzepte.
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen und stützt sich auf entwicklungspsychologische Theorien (Freud, Erikson) sowie systemische Ansätze, um den therapeutischen Prozess zu begründen.
Der Hauptteil befasst sich mit der Beziehungsgestaltung (Kind-Pferd-Pädagoge), den psychomotorischen und psychoanalytischen Fördermöglichkeiten sowie den praktischen Rahmenbedingungen der Finanzierung und Zusammenarbeit.
Wichtige Begriffe sind Heilpädagogisches Reiten, Soziale Arbeit, Psychomotorik, Beziehungsdreieck, Qualitätssicherung und Persönlichkeitsentwicklung.
Das Konzept ermöglicht ein Heranreifen der eigengesteuerten Handlungsfähigkeit des Kindes, indem es eine neutrale Basis schafft, die frei von der direkten emotionalen Überforderung durch den Pädagogen ist.
Kontraindikationen wie bestimmte Wirbelsäulenerkrankungen oder akute psychische Instabilitäten dienen dazu, das Risiko für Klienten zu minimieren und die Eignung der Methode für den jeweiligen Einzelfall zu prüfen.
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