Bachelorarbeit, 2012
51 Seiten, Note: 1,0
Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
1 Einleitung
2 Der Krisenbegriff
2.1 Definition „Krise“
2.2 Charakteristische Merkmale von Krisen
2.3 Der Krisenverlauf
3 Krisenkommunikation in Unternehmen: Relevante Forschungsergebnisse
3.1 Der Agenda-Setting-Ansatz
3.2 Die Situational Crisis Communication Theory
4 Besondere Bedingungen der Krisenkommunikation im Social Web
4.1 Anwendungen und besondere Merkmale des Social Web
4.2 Krisenkommunikation in Zeiten des Social Web
4.3 Rückbezug auf theoretische Grundlagen
5 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie sich die Etablierung des Social Web auf die Krisenkommunikation von Unternehmen auswirkt und ob klassische theoretische Ansätze in diesem Kontext weiterhin Gültigkeit besitzen oder eine Neuorientierung erfordern.
Greenpeace-Kampagne gegen Nestlé: „Give the Orang-Utan a break“
Im März 2010 initiierte die Umweltschutzorganisation Greenpeace eine Kampagne gegen den Lebensmittelhersteller Nestlé im Social Web. Greenpeace warf dem Unternehmen vor, für die Herstellung des Schokoriegels „KitKat“ Palmöl zu verwenden, für dessen Gewinnung der indonesische Regenwald abgeholzt und in Folge dessen der Lebensraum des Orang-Utans bedroht werde. Die Organisation Greenpeace, die für ihre radikalen Kampagnen bekannt ist, veröffentlichte ein Video im Internet, das – angelehnt an einen KitKat-Werbespot – eine Person beim Verzehr eines vermeintlichen KitKat-Riegels zeigt, welcher sich jedoch beim Abbeißen als ein blutiger Affen-Finger herausstellt. Binnen kürzester Zeit erlangte das Video eine enorme virale Verbreitung über Twitter und Blogs und auf der Facebook-Fanseite von Nestlé riefen die „Fans“ zum Boykott auf. Viele Nutzer hatten das KitKat-Logo mit der Aufschrift „Killer“ versehen und als Profilbild verwendet. Das Unternehmen reagierte zunächst schnell und veröffentlichte noch an demselben Tag eine Stellungnahme auf der eigenen Homepage. Zusätzlich ließ Nestlé das Video von Greenpeace aufgrund von Copyright-Verletzungen entfernen, deaktivierte die Facebook-Fanseite des KitKat-Riegels und drohte damit, alle Kommentare von Nutzern zu löschen, die das veränderte KitKat-Logo als Profilbild verwendeten. Auf der Nestlé-Fanseite werden die Regeln von Nestlé eingehalten, verkündete zudem ein Mitarbeiter. Diese Abwehr-Reaktion des Unternehmens verärgerte die Nutzer so sehr, dass eine erneute Empörungswelle entstand, die das katastrophale Krisenmanagement des Unternehmens kritisierte und zusätzliche Aufmerksamkeit auf die Greenpeace-Kampagne lenkte (vgl. Spiegel Online 2010).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Krisenwahrnehmung durch digitale Medien und definiert das Ziel der Arbeit, klassische Krisenkommunikation mit der Dynamik des Social Web zu vergleichen.
2 Der Krisenbegriff: Dieses Kapitel definiert den Krisenbegriff theoretisch und erläutert wesentliche Merkmale sowie ein Phasenmodell des Krisenverlaufs.
3 Krisenkommunikation in Unternehmen: Relevante Forschungsergebnisse: Hier werden zwei zentrale wissenschaftliche Theorien – der Agenda-Setting-Ansatz und die Situational Crisis Communication Theory – zur Analyse von Krisen eingeführt.
4 Besondere Bedingungen der Krisenkommunikation im Social Web: Das Kapitel analysiert die spezifischen Charakteristika des Social Web und untersucht, wie sich diese auf die Phasen der Krisenkommunikation auswirken.
5 Fazit und Ausblick: Zusammenfassend wird bewertet, dass klassische Theorien zwar bestehen bleiben, aber durch die neuen Kommunikationsdynamiken im Social Web ergänzt werden müssen.
Krisenkommunikation, Social Web, Agenda-Setting, Situational Crisis Communication Theory, Shitstorm, Unternehmensreputation, Krisenmanagement, Stakeholder, Digitale Medien, Interaktivität, Vernetzung, Geschwindigkeit, Online-Reputation, Issues Management, Paracrisis.
Die Arbeit analysiert, inwiefern das Social Web die Krisenkommunikation von Unternehmen verändert hat und ob traditionelle Ansätze zur Krisenbewältigung in diesem modernen Umfeld noch wirksam sind.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Rolle der sozialen Medien, die Machtverschiebung zwischen Unternehmen und Stakeholdern, die Bedeutung von Shitstorms und die Relevanz klassischer Medien in Krisenzeiten.
Das Ziel ist es, Unterschiede zwischen klassischer Krisenkommunikation und der Kommunikation im Social Web aufzuzeigen und zu prüfen, ob etablierte Medientheorien wie der Agenda-Setting-Ansatz heute noch Gültigkeit haben.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Fundierung mittels Literaturanalyse und wendet diese auf praxisnahe Fallbeispiele (wie die Nestlé- oder BP-Krise) an, um die Auswirkungen des Social Web zu illustrieren.
Im Hauptteil werden zunächst der Krisenbegriff und relevante Theorien erläutert, gefolgt von einer tiefgehenden Analyse der Bedingungen des Social Web und deren Auswirkungen auf die verschiedenen Phasen des Krisenmanagements.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Krisenkommunikation, Social Web, Agenda-Setting, Shitstorm und Krisenmanagement definiert.
Der Autor ordnet Shitstorms in das Konzept der "Paracrisis" ein, weist ihnen aber ähnliche Charakteristika wie "echten" Krisen zu, insbesondere hinsichtlich ihrer Unvorhersehbarkeit und der Bedeutung der Onlinereputation für den Ausgang des Vorfalls.
Unternehmen sollten nicht versuchen, Krisenspuren zu verwischen, sondern langfristig Prävention betreiben, eine interaktive Onlinereputation aufbauen und im Krisenfall durch direkte Dialogbereitschaft und Transparenz Vertrauen zurückgewinnen.
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