Masterarbeit, 2011
102 Seiten, Note: 1,5
A) THEORETISCHER TEIL
1. Einleitung – ein Linguist auf Abwegen?
2. Was ist ein Text? – Erkenntnisgewinnung durch Textlinguistik
2.1 Linguistische Textdefinition
2.2 Arbeitsfeld der literarischen Texte
2.2.1 Textstruktur
2.2.1.1 Kohäsion
2.2.1.2 Die thematische Entfaltung
2.2.2 Textfunktion
2.2.3 Textsorte
3. Narrationstheorie
3.1 Allgemeine Ausführungen
3.2 Erzählerinstanz
3.3 Narrative Muster
4. Das Spiel mit dem Stil – Was soll Stil eigentlich sein?
4.1 Allgemeine Ausführungen
4.2 Mikrostilistische Elemente
4.2.1 Stilmittel der Wortebene
4.2.1.1 Die Wortarten
4.2.1.2 Die Tropen
4.2.2 Stilmittel der Satzebene
4.2.2.1 Satzumfang, Satzbau und Wortstellung im Satz
4.2.2.2 Rhetorische Figuren
4.3 Makrostilistische Elemente – satzübergreifende Stilmittel
B) PRAKTISCHE ANALYSE
5. „Die Therapie“ – Inhaltszusammenfassung
6. Textlinguistische Betrachtungen
6.1 Die Textsorte
6.2 Die Textstruktur
6.2.1. Kohäsion
6.2.2. Die thematische Entfaltung
6.3 Die Textfunktion
7. Erzählerinstanz und narrative Mittel in Fitzeks „Die Therapie“
8. „Ich war tot“ – linguistische Stilanalyse ausgewählter Aspekte
8.1 Stilmittel der Wortebene
8.2. Stilmittel des Satzbaus
8.3 Satzübergreifende Stilmittel
9. Fazit
9.1 Resümee zu Fitzeks Werk aus linguistischer Sicht
9.2 Resümee zu den Möglichkeiten einer linguistischen Analyse literarischer Texte
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das Potenzial der Linguistik für die Untersuchung literarischer Werke aufzuzeigen. Anhand des Psychothrillers „Die Therapie“ von Sebastian Fitzek wird demonstriert, dass sprachwissenschaftliche Methoden — wie die Textlinguistik, Narrationstheorie und Stilistik — fundierte Erkenntnisse liefern können, die über rein literaturwissenschaftliche Ansätze hinausgehen oder diese ergänzen.
1. Einleitung – ein Linguist auf Abwegen?
„Ein Linguist auf Abwegen“ – manchem mag dies als ein treffender Untertitel für diese Arbeit erscheinen, denn literarische Texte sind per definitionem Arbeitsgegenstände der Literaturwissenschaftler. Warum also widme ich mich in einer linguistischen Arbeit einem literarischen Werk? Die Antwort ist einfach: Es ist ein Irrtum, dass man nur mit literaturwissenschaftlichen Werkzeugen einen solchen Text analysieren könne. Auch die Linguistik kann einen bedeutenden Beitrag zur Betrachtung liefern und dem Text mit sprachwissenschaftlichen Werkzeugen seine Geheimnisse entlocken. Im Grunde ist es so, dass sich die Literaturwissenschaftler von jeher bei den Linguisten bedient haben. Sie erfassen die Metren von Gedichten, haben einen Katalog mit Tropen und diskutieren über ungewöhnliche Satzgliedstellungen. Linguisten können die Erscheinungsform eines Textes durch ihr Fachwissen jedoch noch gründlicher analysieren.
Ich werde in dieser Masterarbeit also zeigen, dass die Linguistik durch eine eingehende Analyse wichtige Informationen aus einem literarischen Text beziehen kann. Diese Aufgabe stellt mich vor eine große Auswahl an Arbeitsbereichen, denn die Linguistik hat viele Werkzeuge zur Hand. Ich habe mir die in meinen Augen aussagekräftigsten Werkzeuge für diese Arbeit ausgewählt. Somit entstehen zwangsläufig Leerstellen bei der Analyse und ich kann an dieser Stelle keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Ich kann jedoch eine Zusammenführung passender Analysemittel präsentieren.
A) THEORETISCHER TEIL: Grundlegende Auseinandersetzung mit den linguistischen Analysemethoden, unterteilt in Textlinguistik, Narrationstheorie und Stilistik.
1. Einleitung – ein Linguist auf Abwegen?: Reflexion über die Berechtigung und den Mehrwert linguistischer Analysen für literarische Texte.
2. Was ist ein Text? – Erkenntnisgewinnung durch Textlinguistik: Erläuterung der Textbegriffe, Kohärenz, Kohäsion und der sieben Textualitätskriterien.
3. Narrationstheorie: Einführung in narrative Muster, die Erzählerinstanz und zeitliche Faktoren im Erzählen.
4. Das Spiel mit dem Stil – Was soll Stil eigentlich sein?: Auseinandersetzung mit Stiltheorien und Einführung der mikro- und makrostilistischen Analysewerkzeuge.
B) PRAKTISCHE ANALYSE: Anwendung der theoretischen Instrumente auf den Roman „Die Therapie“ von Sebastian Fitzek.
5. „Die Therapie“ – Inhaltszusammenfassung: Kurze Zusammenfassung der Handlung des Psychothrillers zur Vorbereitung der linguistischen Untersuchung.
6. Textlinguistische Betrachtungen: Analyse der Textsorte, der Textstruktur und der Textfunktion des Romans.
7. Erzählerinstanz und narrative Mittel in Fitzeks „Die Therapie“: Untersuchung der Erzählperspektive, Fokalisierung und Zeitstruktur im Roman.
8. „Ich war tot“ – linguistische Stilanalyse ausgewählter Aspekte: Detaillierte Stilanalyse auf Wort-, Satz- und satzübergreifender Ebene.
9. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Erkenntnisse und der Anwendbarkeit linguistischer Analysewerkzeuge auf literarische Texte.
Linguistik, Textlinguistik, Narrationstheorie, Stilistik, Textanalyse, Textsorte, Erzählerinstanz, Kohäsion, Kohärenz, Psychothriller, Sebastian Fitzek, Die Therapie, Satzbau, Tropen, Narratologie
Die Arbeit untersucht das literarische Werk „Die Therapie“ von Sebastian Fitzek mit Methoden der Linguistik, um den Mehrwert sprachwissenschaftlicher Analyse für die Literaturwissenschaft zu demonstrieren.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Textlinguistik, die Narrationstheorie sowie die linguistische Stilistik als zentrale Untersuchungsebenen.
Ziel ist es, einen anwendungsorientierten Katalog linguistischer Analysemittel zu präsentieren, mit denen literarische Texte systematisch erschlossen werden können.
Es wird eine linguistische Textanalyse angewandt, die durch die Narrationstheorie und eine mikro- sowie makrostilistische Betrachtung ergänzt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Block zu den genannten linguistischen Disziplinen und einen praktischen Analyseteil, in dem diese Theorien auf Fitzeks Roman angewendet werden.
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Linguistische Textanalyse, Narrationstheorie, Stilistik, Erzählerinstanz und Textualitätskriterien beschreiben.
Die Autorin wählt diesen Roman, um den didaktischen Wert der linguistischen Werkzeuge an einem modernen, komplexen Spannungsroman zu verdeutlichen, der mit einer „Scheinwelt“ arbeitet.
Sie lehnt eine starre, normative Stiltheorie ab und favorisiert einen selektiven Stilbegriff, bei dem Stil die Gesamtheit der vom Autor gewählten sprachlichen Alternativen darstellt.
Die Autorin stellt fest, dass in den Dialogen des Romans die Kontaktfunktion häufig zugunsten eines unvermittelten Gesprächsstarts ausgelassen wird, was die irrealen Szenen oder die Vertrautheit der Charaktere unterstreicht.
Die Ausklammerung wird als ein zentrales Stilmittel von Fitzek identifiziert, das sowohl der Reduktion des Satzumfanges als auch der gezielten Spannungssteigerung dient.
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