Masterarbeit, 2012
91 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Bremer Freiheit: Dramenanalyse
2.1 Handlungsverlauf
2.2 Schauplatz und Zeit: die Darstellung des offenen Raum-Zeitgefüges
2.3 Struktur und Aufbau: die szenische Entwicklung der Mordgeschichte
2.4 Figurenkonstellation: die Negativdarstellung von Geesche Gottfrieds Umfeld
2.5 Auswirkungen des „antiteaters“: der Protokollcharakter in Bremer Freiheit
3. Geesche Gottfried: der historische Fall und seine literarische Adaption
3.1 Parallelen und Bezüge zum historischen Fall
3.2 Bremer Freiheit: Anklänge an das Volksstück
3.3 Der Fall Gesche Margarethe Gottfried im Wandel seiner literarischen Gestaltung
4. Fassbinders Methode: der historische Fall – eine literarische Sozialdiagnose?
4.1 Bremer Freiheit? – Weg in die Unabhängigkeit, Weg in das Verbrechen
4.2 Fassbinders „bürgerliches Trauerspiel“ als aktualisierte Geschichte
Die Masterarbeit untersucht Rainer Werner Fassbinders Drama "Bremer Freiheit" im Hinblick auf die Motivlage der Protagonistin Geesche Gottfried, die Rolle der Frau in der kleinbürgerlichen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts sowie die spezifische dramaturgische Form des "antiteaters" und deren Protokollcharakter.
1. Einleitung
Als „Engel von Bremen“ war sie allgemein in der Hansestadt bekannt: Die historische Person Gesche Gottfried (*06.03.1785, †21.04.1831) wurde wegen ihrer vielen familiären Schicksalsschläge bedauert und um ihre Stärke und Standhaftigkeit bewundert. Hinter der Fassade einer sittsamen und gepflegten Bürgersfrau (vgl. die Lithografie von R. Suhrland um 1829 auf dem Titelblatt) verbarg sich jedoch eine notorische Giftmörderin, eine Frau der Verstellung und Täuschung, die ihre engsten Verwandten und Freunde tötete. Nach ihrer Festnahme traten „[w]ährend des Entkleidens […] jene berühmten dreizehn Leibchen“ zu Tage, die ihr Äußeres verdeckten und Teil ihrer Scheinwirklichkeit waren.
Diesen historischen Fall nimmt der Schriftsteller und Filmemacher Rainer Werner Fassbinder in seinem Drama Bremer Freiheit wieder auf und entwirft einen „effektsicheren Bilderbogen“, eine „holzschnittartige Moritat.“ Durch die Anordnung der kurzen und schlaglichtartigen Szenen wird das Drama auf das Nötigste an Inhalt reduziert, was den Blick auf die regelgeleitete und rituelle Giftverabreichung der Protagonistin lenkt. Die Morde stellen ihren Befreiungsakt aus einer sie unterdrückenden, kleinbürgerlichen und biederen Gesellschaft dar, der sich in einem schmalen Handlungsspielraum vollzieht. Die Eingangsworte „Die Zeitung… Kaffee… Schnaps… Fenster zu… Ruhe!... Ein Schmalzbrot… Salz… […]“ (9) sind die Befehlsformeln, die Geesches Unfreiheit veranschaulichen und die Geschlechterrollen kontrastieren.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Person Gesche Gottfried ein und erläutert Fassbinders dramatische Umsetzung sowie die thematische Fokussierung der Arbeit auf Freiheit und Unterdrückung.
2. Bremer Freiheit: Dramenanalyse: Dieses Kapitel analysiert den Handlungsverlauf, Schauplatz, Zeit, Struktur und Figurenkonstellation des Dramas sowie den Protokollcharakter des "antiteaters".
3. Geesche Gottfried: der historische Fall und seine literarische Adaption: Hier erfolgt der Vergleich zwischen dem historischen Fall und der literarischen Umsetzung, ergänzt um die gattungsgeschichtliche Einordnung als kritisches Volksstück.
4. Fassbinders Methode: der historische Fall – eine literarische Sozialdiagnose?: Das Kapitel untersucht die methodische Herangehensweise Fassbinders und diskutiert, inwiefern das Stück als Sozialdiagnose der damaligen Verhältnisse fungiert.
Bremer Freiheit, Rainer Werner Fassbinder, Gesche Gottfried, Giftmord, Frauenrolle, Unterdrückung, Freiheit, Sozialdiagnose, antiteater, kritisches Volksstück, Literaturanalyse, Dramenanalyse, historische Adaption, 19. Jahrhundert, Patriarchat
Die Arbeit analysiert Rainer Werner Fassbinders Drama "Bremer Freiheit" als eine Auseinandersetzung mit historischem Stoff, gesellschaftlicher Unterdrückung und der literarischen Form des neuen kritischen Volksstücks.
Zentral sind die Motivlage der Mörderin Geesche Gottfried, die Analyse der patriarchalen Strukturen, der Freiheitsbegriff im Kontext von Gewalt sowie die formale Gestaltung des Dramas durch Fassbinder.
Die Arbeit klärt die Motivlage der Mordserie und beleuchtet die Rolle der Frau in der Gesellschaft, insbesondere die Frage, ob durch Mord tatsächliche Freiheit erlangt werden kann.
Es handelt sich um eine textanalytische Arbeit, die eine Dramenanalyse mit einem Vergleich zwischen historischem Fall und literarischer Fiktion kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Dramenanalyse, eine historische Einordnung, eine Gattungsdiskussion und eine Untersuchung von Fassbinders Methode als Sozialdiagnose.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Bremer Freiheit, Fassbinder, Giftmord, Unterdrückung, Freiheit, Sozialdiagnose und kritisches Volksstück charakterisiert.
Die Arbeit interpretiert die Morde als verzweifelte und letztlich gescheiterte Versuche der Protagonistin, sich aus einem patriarchalen Unterdrückungssystem zu befreien.
Das Lied fungiert als rituelles Element, das Geesches innere Zerrissenheit und ihre Scheinbefreiung durch den Giftmord verdeutlicht.
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