Bachelorarbeit, 2012
96 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Vorgehen
2 Theorie
2.1 Aktuelle Situation in Kindergärten
2.1.1 10-Punkte-Programm
2.2 Rolle und Bedeutung des pädagogischen Personals im Kindergarten
2.2.1 Grundprinzipien für die Förderung von Erziehungs- und Bildungsprozessen
2.2.2 Leben und Lernen in der Kindergruppe
2.2.3 Der Kindergarten als anregende Lernumgebung
2.2.4 Beobachtung und Dokumentation als Grundlage methodischen Vorgehens
2.2.5 Zusammenarbeit im Team und die Aufgaben der Leitung
2.2.6 Erziehungspartnerschaft mit den Eltern
2.2.7 Der Kindergarten im sozialen Umfeld
2.2.8 Zusammenarbeit von Kindergarten und Grundschule
2.3 Weibliche Dominanz im Kindergarten
2.4 Männliche Fachkräfte im Kindergarten
2.4.1 Zahlen zum Männeranteil in Kindergärten
2.4.2 Stand der Forschung
2.4.3 Berufswege, -zugänge und -perspektiven
2.4.4 Akzeptanz und Erwünschtheit von männlichen Erziehern
2.4.5 Vorbehalte und Barrieren
2.4.6 Handlungen, Strategien und Initiativen zur Erhöhung des Männeranteils
2.5 Gendermainstream im Kindergarten
2.5.1 Gender Mainstreaming - Definition und Bedeutung
2.5.2 Stand der Forschung
2.5.3 Schritte der Umsetzung, Methoden und Projekte, Partizipation von Kindern
2.5.4 Gleichstellung als Organisationsentwicklung
2.5.5 Geschlechtsbewusste Pädagogik in Bildungsplänen und Bildungsprogrammen von Kindergärten in Niedersachsen
2.6 Raumgestaltung im Kindergarten
2.6.1 Eingänge, Hallen und Flure
2.6.2 Garderobe
2.6.3 Musikräume
2.6.4 Bauecken - und räume
2.6.5 Rollenspiel- und Theaterräume
2.6.6 Werkrräume
2.6.7 Bewegungsräume
2.7 Jungenforschung und geschlechtsspezifische Raumgestaltung
2.7.1 Jungenforschung
2.7.2 Geschlechtsspezifische Sozialisation
2.7.3 Geschlechtsspezifische Nutzung der Räume
3 Empirische Untersuchung
3.1 Methode Fragebogen
3.1.1 Fragebogen
3.1.2 Wahl der Methode
3.2 Empirische Untersuchung
3.2.1 Fragebogen
3.2.2 Ergebnisse der Untersuchung
3.3 Bedeutung der Ergebnisse für die Praxis
3.3.1 Auswirkungen auf die Jungen
3.3.2 Auswirkungen für den Kindergartenalltag
3.3.3 Empfehlung für den Kindergartenalltag
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der überwiegend weiblichen Besetzung in Kindergärten auf die Raumgestaltung und analysiert, welche spezifischen Auswirkungen dies insbesondere auf Jungen hat. Ziel ist es, durch die Zusammenführung von theoretischen Grundlagen zur Gender-Pädagogik und einer empirischen Untersuchung in niedersächsischen Kindergärten, Fachkräfte für geschlechtssensible Gestaltung zu sensibilisieren.
2.4.5 Vorbehalte und Barrieren
Männliche Fachkräfte sind in Kindergärten noch keine Selbstverständlichkeit. 5 % der Eltern sind ernsthaft skeptisch im Hinblick auf männliche Fachkräfte. Dagegen stehen 65 %, die überhaupt keine Bedenken haben. Jedoch haben 15 % der Leitungen und 18 % der Eltern schon einmal an die Gefahr eines Missbrauchs seitens der männlichen Fachkräfte gedacht. Bei der Betreuung und Versorgung von Krippenkindern steigt die Anzahl derer, die sich über dieses Thema bereits Gedanken gemacht haben, hier ist es nahezu die Hälfte der Träger, der Leitungen und der pädagogischen Fachkräfte (vgl. Cremers et al. (2011) S. 61-62).
Die Zustimmung, dass Männer als Erzieher tätig sind, geschieht im Bewusstsein der besonderen Herausforderung, die durch die Missbrauchsthematik gegeben ist. Es besteht also eine reflektierte Haltung gegenüber männlichen Fachkräften. Träger, Leitung und Eltern äußern jedoch nur eine geringe Skepsis. 86 % der Eltern würden ihre Kinder bedenkenlos einer männlichen Fachkraft anvertrauen. Zusammenfassend werden männliche Fachkräfte immer mit der Thematik des Missbrauches in Verbindung gebracht. Diese gedankliche Nähe wirkt sich als Ausbildungswahlbarriere aus und hat Auswirkungen auf die pädagogische Praxis (vgl. Cremers et al. (2011) S. 62).
Ein kleiner Prozentsatz geht davon aus, dass männliche Kollegen den Alltag und die Arbeitsabläufe stören, 5 % der Leitungen, 9 % der Träger und nur 3 % der Eltern halten dies für möglich. Ebenso wenige rechnen damit, dass eine Erhöhung des Anteils an Männern die Berufschancen der Frauen verschlechtern (vgl. Cremers et al. (2011) S. 64).
1 Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Motivation der Autorin, ihre Zielsetzung sowie das methodische Vorgehen bei der Untersuchung der geschlechtsspezifischen Raumgestaltung.
2 Theorie: Der Theorieteil befasst sich mit der aktuellen Situation in Kitas, der Rolle des pädagogischen Personals, der weiblichen Dominanz, den Bedingungen für männliche Fachkräfte sowie den Prinzipien des Gender Mainstreaming und der Raumgestaltung.
3 Empirische Untersuchung: Dieser Teil beschreibt die methodische Wahl des Fragebogens, die Durchführung der Untersuchung in niedersächsischen Kindergärten, die Präsentation der Ergebnisse sowie deren Implikationen und Empfehlungen für die pädagogische Praxis.
Kindergarten, männliche Fachkräfte, geschlechtsspezifische Raumgestaltung, Jungenforschung, Gender Mainstreaming, pädagogisches Personal, Sozialisation, Jungenverhalten, Erzieherberuf, Frühpädagogik, geschlechtsbewusste Pädagogik, Raumkonzepte, Kita-Alltag, Geschlechterrollen, Professionalisierung.
Die Arbeit untersucht, wie die traditionelle weibliche Dominanz im pädagogischen Personal von Kindergärten die Raumgestaltung beeinflusst und welche konkreten Folgen sich daraus für die Entwicklung und Bildung von Jungen ergeben.
Die zentralen Felder umfassen die Rolle des Personals, die aktuelle Situation von männlichen Erziehern, die Theorie des Gender Mainstreaming sowie die praktische Bedeutung verschiedener Funktionsräume wie Werkstätten, Bauecken und Bewegungsräume.
Das Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen den materiellen Rahmenbedingungen (Raumgestaltung) und den Bedürfnissen von Jungen zu identifizieren, um Fachkräfte für eine geschlechtersensible Praxis zu sensibilisieren.
Die Autorin wählt eine quantitative Forschungsweise mittels Fragebögen, die an Kindergartenleitungen in Niedersachsen verschickt wurden, um Daten zur Raumausstattung und zur Angebotsgestaltung zu erheben.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden theoretischen Rahmen und einen empirischen Teil, der die Auswertung von 28 Fragebögen hinsichtlich Geschlechterverteilung und Angebotsgestaltung analysiert.
Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Gender Mainstreaming, Jungenforschung, Raumgestaltung, Erzieherberuf und geschlechtsbewusste Pädagogik beschreiben.
Die Studie verdeutlicht, dass die fehlende männliche Perspektive im Kindergartenalltag dazu führen kann, dass jungenspezifische Bedürfnisse und Interessen bei der Raumgestaltung und Angebotsplanung weniger Berücksichtigung finden.
Die Autorin argumentiert unter Bezugnahme auf Montessori, dass der Raum als "dritter Erzieher" fungiert, der durch seine Beschaffenheit und Ausstattung entweder zur Entfaltung beitragen oder Lernprozesse einschränken kann.
Das Fazit liefert konkrete Handlungsempfehlungen, wie etwa die Einrichtung von "Kinderwohnungen" statt Puppenecken oder die Erweiterung der Werkstätten durch verschiedene Materialien, um mehr Geschlechtergerechtigkeit im Alltag zu fördern.
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