Bachelorarbeit, 2012
92 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Zum palästinensisch-jordanischen Verhältnis
3. Stellenwert des Sports in der jordanischen Gesellschaft
4. Konfliktlinien im jordanischen Sport
4.1 Vereinsfußball
4.1.1 Der Verein der Königstreuen: al-Fayṣalī
4.1.2 Der Club der Palästinenser: al-Wiḥdāt
4.2 Nationalmannschaften
5. Sicht der Medien auf die Rivalität zwischen Fayṣalī und Wiḥdāt
5.1 Quellenauswahl
5.2 Untersuchung der Berichterstattung jordanischer Zeitungen
5.2.1 Spielbericht aus ad-Dustour vom 4.5.2012
5.2.2 Spielbericht aus ad-Dustour vom 11.12.2010
5.2.3 Artikel im Politikteil von ad-Dustour vom 11.12.2010
5.2.4 Bericht von al-Ghad vom 11.12.2010
5.2.5 Bericht von Watan-News vom 11.12.2010
5.3 Al-Jazeera und andere überregionale arabische Medien
5.4 Inoffizielle Medien: Internetforen, Leserkommentare
5.5 Zu den Unterschieden in der Berichterstattung jordanischer und panarabischer Medien
6. Fazit
7. Literaturverzeichnis
7.1 Drucksachen
7.2 Fachaufsätze
7.3 Presseberichte (online)
7.4 Weitere Internetquellen
Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen Jordaniern und Palästinensern im Spiegel der Rivalität zwischen den beiden größten Sportvereinen Jordaniens, al-Fayṣalī und al-Wiḥdāt, sowie deren mediale Aufarbeitung, um die Rolle des Sports als politisches Spiegelbild der Gesellschaft zu analysieren.
4. Konfliktlinien im jordanischen Sport
Beobachtet man die internationale Sportszene, so wird einem auffallen, dass etliche Konflikte, die zwischen bestimmten Mannschaften, Vereinen oder gar Sportnationen ausgefochten werden, mit sportlicher Rivalität zu tun haben. D.h. man gönnt seinem Gegner keinen Erfolg, versucht diesen mit allen Mitteln zu verhindern und neigt beim Misserfolg zu unsportlichem Verhalten.
Mitunter sind die Gründe dafür, dass der Sportsgeist, der u.a. über den Kontakt der Sportler und deren Anhänger untereinander zur Verständigung von Völkern und Nationen beizutragen vermag, missachtet wird, auch unter a) ethnischen, b) politischen oder teilweise sogar c) religiösen Gesichtspunkten zu suchen. Die genannten Punkte überschneiden sich fast immer.
Besonders bei Punkt c) sollte man vorsichtig argumentieren, da er meist völlig in b) untergeht, wie es z.B. im Libanon der Fall ist. Dort sind fast alle Sportvereine so stark finanziell von politischen Parteien, die sich wiederum meist anhand religiöser Bekenntnisse definieren, abhängig, dass insbesondere bei den professionellen Fußball- und Basketballligen politische und religiöse Konflikte auf den Tribünen und dem Spielfeld ausgefochten werden. In Israel kommen insbesondere bei Spielen zwischen Vereinen aus dem Umfeld der Likud-Partei und Clubs mit mehrheitlich arabischen Spielern (ein bekanntes Beispiel ist Beitar Jerusalem gegen Bnei Sakhnin) alle drei genannten Punkte zusammen.
Die ethnische und politische Komponente von Sportkonflikten ist auch in Europa nicht zu unterschätzen, da sie z.B. in den türkischen (etliche türkisch-kurdische Auseinandersetzungen), italienischen (Links- gegen Rechtsextreme) oder sogar auch deutschen Ligen (wie in Italien, nur in kleinerem Umfang) zu Tage tritt.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Verbindung zwischen Sport, Politik und Gesellschaft in Jordanien sowie Erläuterung des Fokus auf Fußball.
2. Zum palästinensisch-jordanischen Verhältnis: Hintergrundinformationen zum komplexen demografischen und politischen Verhältnis zwischen den beiden Bevölkerungsgruppen in Jordanien.
3. Stellenwert des Sports in der jordanischen Gesellschaft: Analyse der Bedeutung von Sport, insbesondere Fußball, und der Infrastruktur in Jordanien.
4. Konfliktlinien im jordanischen Sport: Darstellung der Rivalitäten, wobei besonders auf die politischen Hintergründe der Vereinsrivalität zwischen al-Fayṣalī und al-Wiḥdāt eingegangen wird.
5. Sicht der Medien auf die Rivalität zwischen Fayṣalī und Wiḥdāt: Detaillierte Untersuchung, wie verschiedene Zeitungen und Medien über die Ausschreitungen der beiden Vereine berichten.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Rolle des Sports als politisches Ventil und das Fehlen einer tiefgehenden medialen Auseinandersetzung mit der politischen Dimension der Rivalität in Jordanien.
Nationalismus, Jordanien, Palästinenser, al-Fayṣalī, al-Wiḥdāt, Fußball, Rivalität, Medienanalyse, Politische Spannungen, Gesellschaft, Identität, Sportberichterstattung, Regionalkonflikt, Naher Osten, Vereinsgeschichte.
Die Arbeit analysiert den Nationalismus im jordanischen Sport und die Art und Weise, wie dieser in Medien und durch die Rivalität zweier Vereine thematisiert oder verschwiegen wird.
Die Arbeit behandelt das Verhältnis zwischen Jordaniern und Palästinensern, die politische Instrumentalisierung von Fußballvereinen und die Berichterstattung über diese Konflikte.
Das primäre Ziel ist es, zu klären, inwiefern die Rivalität zwischen al-Fayṣalī und al-Wiḥdāt politisch beeinflusst ist und wie sich dieses Konfliktpotenzial in der jordanischen Öffentlichkeit und den Medien niederschlägt.
Es handelt sich um eine qualitative Analyse von Medienberichten sowie eine Untersuchung der Eigendarstellungen der beiden Sportvereine, ergänzt durch Sekundärliteratur.
Der Hauptteil analysiert die historischen und aktuellen politischen Spannungen, die Bedeutung des Sports in der jordanischen Gesellschaft und die spezifische mediale Berichterstattung zu Gewalttätigkeiten bei Spielen zwischen al-Fayṣalī und al-Wiḥdāt.
Schlüsselbegriffe sind Nationalismus, Jordanien, Palästinenser, Sportvereine, Rivalität, Identität und Medienberichterstattung.
Die jordanische Presse vermeidet eine tiefergehende politische Diskussion, um den internen Konflikt nicht zusätzlich aufzuheizen und Stabilität sowie nationale Einheit zu wahren.
Al-Jazeera thematisiert als überregionales Medium die politischen Hintergründe und die nationale Tragweite der Ausschreitungen expliziter als die lokalen jordanischen Zeitungen, die sich oft auf standardisierte politische Phrasen beschränken.
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