Bachelorarbeit, 2012
52 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1. Annäherungen an das Lebenslange Lernen
1.1 Versuch einer Begriffsbestimmung
1.2 Hinwendung zum Lebenslangen Lernen und Ausweitung lebenslanger Lernprozesse – Gesellschaftliche Hintergründe
2. Die Entwicklung des bildungspolitischen Konzepts des Lebenslangen Lernens auf internationaler Ebene
2.1 Erste programmatische Ansätze von Europarat, OECD und UNESCO in den 1970er Jahren
2.2 1990er Jahre: Die Renaissance Lebenslangen Lernens in der europäischen und internationalen Bildungspolitik – Erneute Vorschläge von OECD und UNESCO
3. Die Etablierung Lebenslangen Lernens als bildungspolitisches Leitziel und -programm in Europa
3.1 Lissabon-Vereinbarung des Europäischen Rates (2000) und Memorandum über Lebenslanges Lernen (2000)
3.2 EU-Bildungsprogramm für Lebenslanges Lernen (2007-2013)
3.2.1 Comenius
3.2.2 Erasmus
3.2.3 Leonardo da Vinci
3.2.4 Grundtvig
3.2.5 Querschnittsprogramm und Jean Monnet
3.2.6 Zwischenbilanz und Ausblick: Neue Programmgeneration 2014 – 2020
4. Umsetzung Lebenslangen Lernens im EU-Mitgliedstaat Deutschland
5. Chancen und Risiken Lebenslangen Lernens im europäischen Kontext
6. Fazit und Ausblick mit einer kritischen Würdigung des bildungspolitischen Programms und der Entwicklung des Lebenslangen Lernens in der EU
Die vorliegende Bachelorarbeit analysiert die Entwicklung und Programmatik des Konzepts „Lebenslanges Lernen“ im europäischen Kontext. Dabei wird untersucht, wie sich das Verständnis dieses Konzepts von den 1970er Jahren bis zur Gegenwart gewandelt hat, welche Rolle internationale Organisationen wie OECD, UNESCO und EU dabei einnehmen und inwiefern eine kritische Würdigung der bildungspolitischen Implementierung, insbesondere unter dem Aspekt der Beschäftigungsfähigkeit und sozialer Herausforderungen, geboten ist.
1.1 Versuch einer Begriffsbestimmung
Grundsätzlich beinhaltet lebenslanges Lernen entsprechend der Redewendung „Man lernt nie aus“ (zitiert nach Hof 2009, S. 11) „das Aufnehmen, das Erschließen und das Einordnen von Erfahrungen und Wissen über die gesamte Lebensspanne“ (Tippelt 2007, S. 110). Der Begriff „Lifelong Learning“ als Lebenslanges Lernen fand seine Prägung zu Beginn der 1970er Jahre in den bildungspolitischen Diskussionen des Europarates, der OECD sowie der UNESCO (vgl. ebd.) und hat sich inzwischen gegenüber verwandten Begriffen – wie etwa „Lifelong Education“ (Lebenslange Bildung) – in der internationalen Fachdiskussion durchgesetzt, auch gerade deshalb, weil er eine Verantwortung des Individuums bezüglich der Gestaltung und Entwicklung seines Bildungsweges impliziert (vgl. Lombeck 2011, S. 29).
Dennoch lässt sich der Begriff des Lebenslangen Lernens – unabhängig von der Begriffswahl „Lifelong Education“ oder „Lifelong Learning“ – nach Aspin und Chapman aufgrund seiner vielfältigen Verwendung und Akzentuierung nicht einheitlich bestimmen: „To think that one can find an ‚essential‘, ‚basic‘ or uncontestable definition of ‚lifelong education‘ is to embark upon a search for a chimera. Thus, rather than engaging in a futile search for the real meaning or an uncontested definition of lifelong education and lifelong learning, we would suggest that the best one can do is to follow Wittgenstein’s advice and ‚look at the use‘ of these terms in the discourse of those who employ it“ (Aspin/Chapman 2000, S. 9).
1. Annäherungen an das Lebenslange Lernen: Dieses Kapitel widmet sich der begrifflichen Klärung und den gesellschaftlichen Hintergründen, die zur wachsenden Bedeutung lebenslanger Lernprozesse geführt haben.
2. Die Entwicklung des bildungspolitischen Konzepts des Lebenslangen Lernens auf internationaler Ebene: Hier werden die frühen programmatischen Ansätze der 1970er Jahre sowie die Renaissance des Konzepts in den 1990er Jahren durch internationale Organisationen aufgezeigt.
3. Die Etablierung Lebenslangen Lernens als bildungspolitisches Leitziel und -programm in Europa: Dieses Kapitel erläutert die Implementierung auf EU-Ebene, inklusive der Lissabon-Strategie und der verschiedenen Teilprogramme wie Erasmus oder Comenius.
4. Umsetzung Lebenslangen Lernens im EU-Mitgliedstaat Deutschland: Es wird analysiert, wie die europäischen Vorgaben in den deutschen Kontext eingebettet wurden und welche nationalen Strategien dabei entstanden sind.
5. Chancen und Risiken Lebenslangen Lernens im europäischen Kontext: Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Spannungsfeld zwischen emanzipatorischem Potenzial und dem Druck zur ökonomischen Verwertbarkeit des Individuums.
6. Fazit und Ausblick mit einer kritischen Würdigung des bildungspolitischen Programms und der Entwicklung des Lebenslangen Lernens in der EU: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden kritischen Reflexion über das Erreichte und die zukünftigen Herausforderungen des Konzepts.
Lebenslanges Lernen, Lifelong Learning, EU-Bildungspolitik, Lissabon-Strategie, Wissensgesellschaft, Beschäftigungsfähigkeit, Europäische Bildungsprogramme, Bildungsbiografie, Erziehungswissenschaft, Emanzipation, Ökonomisierung, Weiterbildung, informelles Lernen, Kompetenzentwicklung, Bildungsstruktur.
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Etablierung des Konzepts „Lebenslanges Lernen“ als zentrales bildungspolitisches Leitziel innerhalb der Europäischen Union.
Zentrale Themen sind die internationale historische Entwicklung des Konzepts, die europäischen Förderprogramme, die spezifische Umsetzung in Deutschland sowie eine kritische Analyse der ökonomischen und sozialen Aspekte.
Das Ziel ist es, die Entwicklung von Zielsetzungen und Begründungen für das Konzept „Lebenslanges Lernen“ von den 1970er Jahren bis heute verständlich zu machen und kritisch zu hinterfragen, ob es eher ein emanzipatorisches oder ein ökonomisch instrumentelles Programm darstellt.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bildungspolitischer Publikationen, Dokumente internationaler Organisationen und relevanter erziehungswissenschaftlicher Diskurse.
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Genese auf internationaler Ebene, die Etablierung in Europa durch spezifische Programme, die Umsetzung in Deutschland sowie eine differenzierte Chancen-Risiken-Analyse.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Lebenslanges Lernen, EU-Bildungspolitik, Wissensgesellschaft, Beschäftigungsfähigkeit und kritische Erziehungswissenschaft geprägt.
Formales Lernen findet in staatlich anerkannten Bildungsinstitutionen mit Abschluss statt, während informelles Lernen als natürliche Begleiterscheinung des täglichen Lebens ohne Zertifizierung definiert wird.
Sie dienen als praktische Instrumente, um Mobilität, Austausch und die europäische Zusammenarbeit in verschiedenen Bildungssektoren zu fördern und das Konzept des Lebenslangen Lernens greifbar zu machen.
Die Kritik besagt, dass Lebenslanges Lernen in der EU oft zu stark auf die „Employability“ (Beschäftigungsfähigkeit) reduziert wird, was den ursprünglichen emanzipatorischen Bildungsgedanken verdrängen und den Menschen als reines Humankapital funktionalisieren könnte.
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