Diplomarbeit, 2012
72 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Begriffsdefinitionen und Darstellung der Zusammenhänge
2.1 Betriebswirtschaftliche Steuerlehre
2.1.1 Aufgaben der Betriebswirtschaftlichen Steuerlehre und Einordnung der Disziplin in die Betriebswirtschaftslehre
2.1.2 Entwicklung der Betriebswirtschaftlichen Steuerlehre zu einer wissenschaftlichen Disziplin
2.1.3 Abgrenzung der Betriebswirtschaftlichen Steuerlehre zu den anderen Steuerwissenschaften
2.2 Entwicklungslinie, Paradigma, Denkschule
2.2.1 Entwicklungslinie
2.2.2 Paradigma
2.2.3 Denkschule
2.3 Zusammenhang
3 Entwicklungen in der Betriebswirtschaftlichen Steuerlehre
3.1 Einordnung der Betriebswirtschaftlichen Steuerlehre in die Paradigmata der Betriebswirtschaftslehre
3.1.1 Paradigmata der Betriebswirtschaftslehre
3.1.2 Paradigmata der Betriebswirtschaftlichen Steuerlehre
3.1.2.1 Festlegen der Schwerpunkte
3.1.2.2 Entscheidungsorientierung
3.1.2.3 Erkenntnisorientierung
3.1.2.4 Konstruktivistischer Ansatz
3.1.2.5 Neue Institutionenökonomik
3.2 Aktuelle Entwicklungen in der Betriebswirtschaftlichen Steuerlehre
3.3 Künftige Entwicklungslinien
4 Zusammenfassende Darstellung und kritische Würdigung
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Nützlichkeit und Eigenständigkeit der betriebswirtschaftlichen Steuerlehre zu belegen, indem sie untersucht, ob sich innerhalb der Jahre 1990 bis 2010 spezifische Entwicklungslinien, Paradigmata oder Denkschulen innerhalb der Disziplin identifizieren lassen.
3.1.2.5 Neue Institutionenökonomik
Wie schon im Abschnitt 3.1.1 ausgeführt wurde, stellt die Theorie der „Neuen Institutionenökonomik“ die Kosten der Informationsbeschaffung und -nutzung im unternehmerischen Entscheidungsprozess im Rahmen der Transaktionskostentheorie in den Mittelpunkt der Betrachtung.
Was sind Institutionen in der Betriebswirtschaftlichen Steuerlehre und wie beeinflussen sie die steuerökonomische Forschung? Da unter Institutionen eine durch Gesetze, Normen und Regeln bestimmte, relativ beständige Gruppe zu verstehen ist und die Betriebswirtschaftliche Steuerlehre eine auf Gesetze und Regeln basierende Wissenschaft ist, erhält dieser Ansatz eine besondere Bedeutung. Man unterstellt bei diesem Ansatz die Verfolgung eigener Ziele in Kooperation mit einem anderen Partner. Dabei suchen beide Vertragspartner Arrangements zur Sicherung gemeinsamer Vorteile. Die Verhaltensannahmen der Institutionenökonomik gehen dabei sehr weit: Den Entscheidungspartnern wird Opportunismus unterstellt. Damit wird bewusst die Schädigung Dritter mit eingeschlossen, wenn dies zum eigenen Nutzen ist. Wer z. B. zulässige Steuersparmodelle in Anspruch nimmt, handelt eigennützig, aber immer noch regelkonform, wer aber z. B. sein Geld in das Ausland transferiert, um Steuerzahlungen zu entgehen, handelt auch eigennützig aber in opportunistischer Weise. Um unter diesem Aspekt des eigennützigen Verhaltens und der asymmetrischen Informationsverteilung eine Sicherung für gefährdete Kooperationen zu erhalten, ist man auf der Suche nach Institutionen.
Eine Aufgabe der Betriebswirtschaftlichen Steuerlehre ist die Steuergestaltungslehre. Hier bekommen die Transaktionskosten eine besondere Bedeutung. Ein Beispiel soll das verdeutlichen: Die internen Unternehmenskosten sollten niedriger sein, als die Kosten der Tauschhandlungen von individuellen Marktteilnehmern, den sogenannten Transaktionskosten. Sofern das nicht so ist, werden z. B. Teile der internen Produktion ausgegliedert, weil bestimmte Leistungen woanders kostengünstiger bzw. steueroptimal erbracht werden. Umgekehrt zieht das Unternehmen bestimmte Wirtschaftsprozesse in sich hinein, wenn das Gesamtergebnis damit verbessert wird. Dies bestätigt auch den eigennützigen Gedanken in diesem Ansatz.
1 Einleitung: Die Einleitung umreißt die 90-jährige Historie des Fachs, identifiziert Forschungsdefizite in der Systematisierung und definiert das Ziel, Entwicklungslinien und Denkschulen als Nachweis der Eigenständigkeit zu untersuchen.
2 Begriffsdefinitionen und Darstellung der Zusammenhänge: Dieses Kapitel liefert theoretische Fundamente, definiert die Steuerlehre, grenzt sie von anderen Disziplinen ab und erläutert die zentralen Begriffe Paradigma, Entwicklungslinie und Denkschule.
3 Entwicklungen in der Betriebswirtschaftlichen Steuerlehre: Hier werden verschiedene Forschungsprogramme wie der entscheidungsorientierte oder konstruktivistische Ansatz auf die Steuerlehre angewandt, um deren wissenschaftliche Struktur und Nützlichkeit zu analysieren.
4 Zusammenfassende Darstellung und kritische Würdigung: Das Fazit resümiert, dass zwar verschiedene Forschungsströmungen existieren, aber kein dominierendes Paradigma feststellbar ist, weshalb die Eigenständigkeit des Fachs primär aus dessen umfangreichen Aufgaben resultiert.
Betriebswirtschaftliche Steuerlehre, Paradigma, Denkschule, Entwicklungslinie, Steuerwirkungslehre, Steuergestaltungslehre, Institutionenökonomik, Konstruktivismus, Werturteilsfreiheit, Entscheidungsorientierung, Wissenschaftstheorie, Forschungsprogramm, Steuerberatung, Steuerreform, Wirtschaftslehre.
Die Arbeit untersucht die wissenschaftliche Entwicklung der betriebswirtschaftlichen Steuerlehre, um deren Eigenständigkeit und Existenzberechtigung als wissenschaftliche Disziplin nachzuweisen.
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung des Fachs, die Abgrenzung zu anderen Steuerwissenschaften sowie die Anwendung verschiedener wissenschaftstheoretischer Paradigmata.
Das Ziel ist die Identifizierung von Entwicklungslinien, Paradigmata oder Denkschulen, um die Nützlichkeit und Wissenschaftlichkeit des Fachgebiets zu untermauern.
Es wird ein systematisches Literaturstudium durchgeführt, das auf den Ansätzen von Thomas S. Kuhn (Paradigmatheorie) und Ludwig Fleck (Denkkollektiv) basiert.
Der Hauptteil analysiert, wie unterschiedliche Forschungsprogramme (z. B. entscheidungs- oder konstruktivistischer Ansatz) innerhalb der Steuerlehre genutzt werden.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Betriebswirtschaftliche Steuerlehre, Paradigma, Denkschule, Wissenschaftstheorie und Forschungsprogramm.
Während die Finanzwissenschaft meist makroökonomische Modelle zur Wirkung von Steuern auf die Gesamtwirtschaft nutzt, fokussiert die betriebswirtschaftliche Steuerlehre mikroökonomische Auswirkungen auf einzelne Unternehmen.
In diesem Kontext werden Steuersparmodelle als eigennütziges Verhalten von Akteuren betrachtet, wobei zwischen regelkonformem Handeln und opportunistischer Steuervermeidung unterschieden wird.
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