Masterarbeit, 2012
118 Seiten
1. Einleitung in das Thema
2. Entwicklung der Fragestellung
3. Methodisches Vorgehen
4. Jugend im NS–Staat
4.1. Gesellschaftliche Rahmenbedingungen
4.1.1. Familie
4.1.2. Schule
4.2. Gesetzliche Grundlagen
4.3. Die Hitlerjugend
4.3.1. Entwicklung und Struktur der Hitlerjugend
4.3.2. Formen und Inhalte des HJ–Dienstes
4.3.3. Attraktivität der Hitlerjugend
4.3.4. Alternativen
5. Was ist Sozialisation?
6. Die Hitlerjugend als Sozialisationsinstanz
6.1. Entwicklungen innerhalb der Hitlerjugend
6.2. Verhältnis von Familie und Hitlerjugend
6.3. Hitlerjugend und NSDAP
6.4. Hitlerjugend und Wehrmacht
7. Das Offizierskorps der Wehrmacht
7.1. Anforderungen und Zugänge
7.2. Bedarfsfragen
7.3. Werbung und Attraktivität
8. Biografien und Verläufe
8.1. Rudolf Witzig
8.2. Will Seelmann-Eggebert
8.3. Herbert Wodarz
8.4. Walter Heinlein
8.5. Helmut Schmidt
9. Auswertung
9.1. Familie und sozialer Hintergrund
9.2. Schule
9.3. Hitlerjugend
9.4. Werbung und Propaganda
10. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Sozialisationsprozesse männlicher Jugendlicher im nationalsozialistischen Deutschland und deren Einfluss auf die spätere Berufswahl zum Offizier der Wehrmacht, mit einem besonderen Fokus auf die Rolle der Hitlerjugend als Erziehungsinstitution. Es wird analysiert, inwieweit die HJ systematisch als Vorfeldorganisation für den militärischen Führungskräftenachwuchs fungierte und welche weiteren Faktoren diesen Berufswunsch begünstigten.
4.3. Die Hitlerjugend
„Was früher vorüberwiegend zwei Jahre lang eine Schulung der Nation war, um dann im Leben durch die politische Tätigkeit der Parteien wieder verloren zu gehen, das wird jetzt treuen Händen übergeben und aufbewahrt werden für das deutsche Volk. Dann wird sich der Kreis der Erziehung unsers Volkes schließen. Der Knabe, er wird eintreten in das Jungvolk, und der Pimpf wird kommen zur Hitlerjugend, und der Junge der Hitlerjugend, er wird dann einrücken in die SA, in die SS und in die anderen Verbände, und die SA- Männer und die SS- Männer werden eines Tages einrücken zum Arbeitsdienst und von dort zur Armee, und der Soldat des Volkes wird zurückkehren wieder in die Organisation der Bewegung, der Partei, der SA und SS, und niemals mehr wird unser Volk dann so verkommen, wie es leider einst verkommen war.“83
Dieses Zitat stellt in erschreckender und eindringlicher Weise, die von den Nationalsozialisten geplante totale Erfassung des deutschen Jungen durch ein weitvernetztes, undurchdringbares System, dar. Die NSDAP war sich schon von Beginn an darüber bewusst, dass eine ganzheitliche und vor allem nachhaltige Erziehung hin zum folgsamen Nationalsozialisten, alle Bereiche des gesellschaftlichen Daseins berühren sollte und musste. Nur so kann eine Erziehung im Sinne der politischen Vorgabe der Staatspartei NSDAP wirksam sein und in einer gewissen Art und Weise „Früchte tragen“.
1. Einleitung in das Thema: Hinführung zur Bedeutung der Hitlerjugend als totalitäre Institution und Erziehungsinstanz für die deutsche Jugend.
2. Entwicklung der Fragestellung: Konkretisierung des Forschungsinteresses bezüglich der Rolle der HJ bei der Berufswahl zum Wehrmachtsoffizier.
3. Methodisches Vorgehen: Erläuterung der hermeneutischen Methode der kontextuellen Interpretation und des fallanalytischen Ansatzes der Arbeit.
4. Jugend im NS–Staat: Analyse der gesellschaftlichen Bedingungen wie Familie und Schule sowie der Struktur und Ideologie der Hitlerjugend.
5. Was ist Sozialisation?: Theoretische Klärung des Sozialisationsbegriffs anhand klassischer und moderner soziologischer Theorien.
6. Die Hitlerjugend als Sozialisationsinstanz: Untersuchung der HJ hinsichtlich ihrer Funktion als erzieherisches Instrument der NSDAP und ihres Verhältnisses zur Familie und Wehrmacht.
7. Das Offizierskorps der Wehrmacht: Darlegung der Anforderungen, Bedarfsstrukturen und Werbemaßnahmen für den Offiziersnachwuchs.
8. Biografien und Verläufe: Vorstellung von fünf Fallbeispielen ehemaliger Wehrmachtsoffiziere zur empirischen Untermauerung der Untersuchung.
9. Auswertung: Synthese der theoretischen Grundlagen mit den Fallbeispielen entlang der Kategorien Familie, Schule, HJ und Propaganda.
10. Zusammenfassung: Fazit zur Rolle der HJ bei der systematischen Rekrutierung für die Wehrmachtslaufbahn.
Hitlerjugend, Nationalsozialismus, Wehrmacht, Offizierskorps, Sozialisation, Erziehung, Militär, Propaganda, NSDAP, Fallstudie, Identitätsbildung, NS-Staat, Berufsfindung, Jugendorganisation, Vormilitärische Ausbildung.
Die Arbeit untersucht die systematische Sozialisation männlicher Jugendlicher durch die Hitlerjugend im NS-Staat und analysiert, ob dies gezielt als Instrument zur Rekrutierung von Offiziersnachwuchs für die Wehrmacht genutzt wurde.
Die zentralen Themen umfassen die Rolle der Hitlerjugend, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen (Familie/Schule), die Rekrutierungspraktiken der Wehrmacht sowie die soziologische Theoriebildung zu Sozialisationsprozessen.
Ziel ist es zu klären, inwieweit die Hitlerjugend eine programmatische Vorsortierung für zukünftige Führungskräfte in der Wehrmacht vornahm und welche Faktoren die Berufswahl der untersuchten Offiziere beeinflussten.
Der Autor nutzt einen zweigeteilten Ansatz: eine theoretische Sekundäranalyse von Quellen und Literatur sowie einen biografisch-fallanalytischen Teil auf Basis von fünf ausgewählten Lebensläufen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Sozialisation, eine Darstellung der Strukturen der HJ sowie der Wehrmacht und eine detaillierte Auswertung der biografischen Daten der ausgewählten Offiziere.
Die Arbeit lässt sich vor allem durch Begriffe wie Sozialisation, Hitlerjugend, Wehrmacht, Offiziersausbildung, Ideologie, Propaganda und qualitative Fallanalyse beschreiben.
Es diente als Propagandainstrument der HJ, um das Vertrauen der Eltern zu gewinnen, indem die HJ als Teil eines Erziehungsgefüges neben Schule und Elternhaus dargestellt wurde.
Der Autor stellt fest, dass es zwar eine vormilitärische Formationserziehung gab, aber keine explizite, breit angelegte programmatische Förderung der Hitlerjungen hin zum spezifischen Ziel der Offizierslaufbahn stattfand, abgesehen von einigen Sonderformationen.
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