Masterarbeit, 2012
77 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Die reine Theorie des Außenhandels
2.1 Beweggründe für den Außenhandel
2.2 Das Ricardo-Modell der komparativen Kostenvorteile
2.3 Das Heckscher-Ohlin-Modell
2.3.1 Das Faktorproportionentheorem
2.3.2 Das Faktorpreisausgleichstheorem
2.4 Eine theoretische Betrachtung des Freihandelskonzeptes
2.4.1 Die Freihandelszone als Instrument wirtschaftlicher Integration
2.4.2 Wohlfahrtswirkung und Einfluss auf die Handelsströme
2.4.3 Allheilmittel Freihandel bei ungleichen Partnern?
3 Das NAFTA-Vertragswerk
3.1 Die Entstehung des Freihandelsabkommens
3.1.1 Hoffnungen der Befürworter
3.1.2 Befürchtungen der Gegner
3.2 Aufbau und Ziele der NAFTA
3.3 Ausnahmeregelungen des Vertragstextes
3.3.1 Der Automobilsektor
3.3.2 Die Landwirtschaft
3.3.3 Die Textilindustrie
3.3.4 Der Energiebereich
4 Die Wirtschaft Mexikos – Eine Analyse ausgewählter Indikatoren
4.1 Die Entwicklung des Außenhandels
4.2 Das mexikanische Wirtschaftswachstum
4.3 Der Zusammenhang von NAFTA und Direktinvestitionen in Mexiko
4.4 Lohnentwicklung und Einkommensverteilung
4.5 Beeinträchtigungen des Freihandels durch politische Fehlentwicklungen
4.6 Mexiko und die NAFTA – Eine Bilanz
5 Alternativoptionen der außenwirtschaftlichen Ausrichtung Mexikos
5.1 Intensivierter Schulterschluss mit den USA
5.2 Verstärkte lateinamerikanische Integration
5.3 Neue Chancen in Übersee
5.3.1 Kooperation mit der EU
5.3.2 Wirtschaftliche Annäherung an asiatische Märkte
6 Ausblick
Die Arbeit untersucht die wirtschaftlichen Effekte des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (NAFTA) auf die mexikanische Volkswirtschaft und Gesellschaft nach 18 Jahren Mitgliedschaft. Ziel ist es, eine Bilanz über die Vorteilhaftigkeit des Abkommens zu ziehen und zu prüfen, ob die erhofften Wohlstandseffekte eingetreten sind oder ob Mexiko alternative außenwirtschaftliche Ausrichtungen verfolgen sollte.
3.3.1 Der Automobilsektor
Mit einem wertmäßigen Anteil von einem Fünftel an dem gesamten Warenhandel innerhalb der NAFTA kommt dem Automobilsektor eine besondere Bedeutung zu.
Anders als Kanada und die USA, die mit dem „Auto Pact“ von 1965 und der CUSFTA bereits eine Integration der Automobilwirtschaft vorgenommen hatten, kann man Mexiko in diesem Bereich enormen Nachholbedarf bescheinigen. Erst mit dem GATT- Beitritt Mexikos 1986 wurde begonnen, die stark protektionistische Wirtschaftspolitik zu lockern und die mexikanische Automobil- und Zulieferindustrie an die „Spielregeln“ liberalisierter Märkte zu gewöhnen. So verwundert es nicht, dass mexikanische Unterhändler bestrebt waren, der eigenen Automobilbranche eine vertraglich fixierte Übergangsfrist von 10 Jahren bis zur vollständigen Marktöffnung einzuräumen.
Im Rahmen dieser Übergangsregelung senkte Mexiko schon 1994 seine Zölle auf importierte Kraftfahrzeuge aus den USA und Kanada von ursprünglich 20 auf 10 %. Sukzessive wurden auch die nicht- tarifären Handelshemmnisse wie z.B. das „trade-balancing requirement“ gesenkt und bis zum Jahr 2004 endgültig abgeschafft.
Doch der Preis, den Mexiko für die Gewährung dieser Schonfrist zu zahlen hatte, war hoch. Auf Druck von General Motors, Ford und Chrysler, der „Big Three“ der US-amerikanischen Autoindustrie, einigte man sich auf Ursprungsregeln, die einen Wertschöpfungsanteil von anfangs 50 % und eine Steigerung auf 62, 5 % bis zum Jahr 2002 vorsahen. Aufgrund der im Vergleich zu den USA und Kanada deutlich niedrigeren Lohnkosten erschwerte es diese Bestimmung Mexiko, die Mindestwertschöpfung überhaupt zu erreichen. Die durch das Maquilladora- Programm bereits seit langem in dem mexikanischen Markt etablierten „Big Three“ gedachten, durch diese Bestimmung den Zugang zu dem NAFTA- Raum für neue Konkurrenz aus Drittstaaten zu erschweren. Ausländische Autobauer sollten so möglichst davon abgehalten werden, Mexiko als Plattform zu nutzen, um den US- Automarkt bedienen zu können.
In Anlehnung an die theoretischen Überlegungen zu der Sinnhaftigkeit von Freihandelszonen sieht Groezinger in diesen Regelungen einen möglichen Auslöser handelsumlenkender Effekte. Auch wenn den US- Automobilriesen durch dieses Zugeständnis Wettbewerbsvorteile gewährt wurden, so kann die Ausnahmeregelung insgesamt gesehen aber als „win-win-Lösung“ eingestuft werden.
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der NAFTA, Darstellung der ökonomischen Ausgangslage Mexikos und Definition der zentralen Forschungsfragen.
2 Die reine Theorie des Außenhandels: Erläuterung der klassischen ökonomischen Modelle, um ein Grundverständnis für die Mechanismen des Außenhandels und der Freihandelszonen zu schaffen.
3 Das NAFTA-Vertragswerk: Detaillierte Betrachtung der historischen Entstehung, der spezifischen Ziele sowie der notwendigen Ausnahmeregelungen für zentrale Industriebereiche wie den Automobilsektor oder die Landwirtschaft.
4 Die Wirtschaft Mexikos – Eine Analyse ausgewählter Indikatoren: Empirische Analyse der NAFTA-Auswirkungen auf Außenhandel, Wachstum, Investitionen und Löhne, ergänzt durch eine Betrachtung politischer Rahmenbedingungen.
5 Alternativoptionen der außenwirtschaftlichen Ausrichtung Mexikos: Erörterung der Möglichkeiten einer verstärkten Kooperation mit den USA, lateinamerikanischen Nachbarn sowie Europa und Asien, um die Abhängigkeit zu reduzieren.
6 Ausblick: Zusammenfassende Einschätzung der NAFTA-Mitgliedschaft und Empfehlungen für eine zukünftige wirtschaftspolitische Ausrichtung Mexikos.
NAFTA, Mexiko, Außenhandel, Freihandelsabkommen, Wirtschaftsintegration, Nord-Süd-Kooperation, Direktinvestitionen, Lohnentwicklung, Handelsumlenkung, Automobilindustrie, Landwirtschaft, Handelsliberalisierung, Wirtschaftswachstum, Protektionismus, Industriepolitik
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des NAFTA-Freihandelsabkommens auf die wirtschaftliche Entwicklung und die soziale Situation in Mexiko nach fast zwei Jahrzehnten Mitgliedschaft.
Die zentralen Themen sind die theoretischen Grundlagen des Freihandels, die NAFTA-Vertragsstruktur inklusive ihrer Ausnahmeregelungen, sowie die empirische Analyse ökonomischer Indikatoren in Mexiko.
Das Ziel ist eine Bestandsaufnahme ("Bilanzierung"), um zu beurteilen, ob die NAFTA-Mitgliedschaft für Mexiko vorteilhaft war und ob die ökonomischen Versprechen eingelöst wurden.
Es handelt sich um eine wirtschaftswissenschaftliche Analyse, die theoretische Außenhandelsmodelle (z.B. Ricardo, Heckscher-Ohlin) mit empirischen Daten und politökonomischen Diskursen verbindet.
Der Hauptteil befasst sich mit der Entstehung der NAFTA, den Zielen des Abkommens, einer detaillierten Analyse der Sektoren Automobil, Landwirtschaft, Textil und Energie sowie einer Bilanzierung der volkswirtschaftlichen Entwicklung Mexikos.
Die wichtigsten Begriffe sind NAFTA, Mexiko, wirtschaftliche Integration, Handelsliberalisierung, Direktinvestitionen und sozioökonomische Disparitäten.
Der Automobilsektor ist ein zentraler Bereich, der stark von NAFTA profitierte, aber durch komplexe Ursprungsregeln und hohe Anforderungen an die lokale Wertschöpfung geprägt ist.
Die Landwirtschaft leidet unter der starken Konkurrenz durch hoch subventionierte US-Agrarprodukte, was zu Handelsdefiziten und sozialen Spannungen geführt hat.
Die Arbeit untersucht Kooperationsmöglichkeiten mit der EU, asiatischen Märkten (China, Japan, Südkorea) und eine mögliche stärkere Integration im lateinamerikanischen Raum (z.B. MERCOSUR).
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