Bachelorarbeit, 2010
72 Seiten, Note: 1,1
1. Einleitung
2. Intermedialität - Problemfeld, Vorläufer, Ansätze
2.1 Malerei im Film
2.1.1 Gemälde und Filmbild – ein Spannungsfeld zwischen Konvergenzen und Divergenzen
2.1.2 Der Kunstfilm als Abgrenzung zum Experimentalfilm
2.1.3 Kunst im Film - Filmkunst
3. Bildbewegt - Die Malerei Frida Kahlos in Taymors Kunstfilm Frida
3.1 Das Leben Frida Kahlos und ihre Prägung
3.1.1 Die Malerei Frida Kahlos
3.2 Frida, der Film
3.2.1 Das filmische tableau vivant - Frieda und Diego Rivera
3.2.2 Das computergenerierte Gemälde - Die gebrochene Säule
3.2.3 Die kulturellen Codes - Mein Kleid hängt dort
3.3 Walter Benjamin über das Massenmedium Film und seine spezifische Rezeption
4. Schlussbemerkung
5. Anhang
5.1 Literaturverzeichnis
5.1.1 Primärliteratur
5.1.2 Selbstständige Publikationen
5.1.3 Beiträge aus Sammelbänden
5.1.4 Beiträge aus Zeitschriften
5.2 Filmografie
5.3 Internetquellen
Die vorliegende Arbeit untersucht die intermediale Wechselbeziehung zwischen pikturalen Werken und filmisch bewegten Bildern am Beispiel von Julie Taymors biografischem Künstlerfilm Frida. Die Forschungsfrage fokussiert darauf, welche intermedialen Systemreferenzen das Leben und die Malerei Frida Kahlos im Film inszenieren und inwieweit diese Darstellung über eine reine Dokumentation hinausgeht, wobei der Konflikt zwischen dem künstlerischen Objekt und dem Filmmedium als zentraler Aspekt der Untersuchung dient.
2.1.1 Gemälde und Filmbild - ein Spannungsfeld zwischen Konvergenzen und Divergenzen
Homogen sind die beiden Medien in ihrer Erscheinungsform als zweidimensionale, flächige Leinwand und in ihrem Gebrauch des Ausdrucksmittels Bild. Gleichwohl ist der Film immer an eine sich ständig erneuernde technische Entwicklung in Form einer Apparatur gekoppelt. Der Film ist somit „immer etwas Zusammengesetztes“, keine Werkautonomie, wie das Gemälde, sondern an optische, akustische und elektronische Bedingungen geknüpft. Er wird in einem meist verdunkelten Raum für ein Massenpublikum ausgestrahlt, ist mobil und leicht zu vervielfältigen. Das Gemälde hingegen besteht aus Farbe und Form, gebunden an eine feste Fläche. Es präsentiert sich meist in einem gut ausgeleuchteten Raum, der als Zugang zum Betrachter fungiert.
Die Malerei ist somit eine räumliche Kunst, der Film hingegen eine räumliche und zeitliche. Da dieser, ebenso wie das Gemälde, einen Ausstrahlungsraum benötigt, ihm hingegen ein zeitlicher Rahmen gesetzt ist, begrenzt durch die Länge der Filmaufnahme. Zudem existiert er nur in der Addition von Bildern und nicht, wie das Gemälde, aus einem einzelnen Bild. Der Film erlaubt dadurch kein Verweile, weil er sich ständig mittels Einstellungs- und Schauplatzwechsel verändert und der Schnitt kein Fixieren des einzelnen Bildes zulässt. Eine Ausnahme stellen das Standbild, das tableau vivant und die Fotografie im Film dar.
Dabei kann das Gemälde – auch in seiner Unbewegtheit – zeitliche Abfolgen oder Simultanität mittels der kompositorischen Anordnung von Figuren und Objekten auf der Fläche in Form von Überlappungen, kompositorischen Spannungen, Rhythmitisierungen und Wiederholungen derselben, aber auch durch eine polyvalente Perspektive andeuten bzw. imitieren.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der intermedialen Wechselbeziehung zwischen Malerei und Film ein und definiert die zentrale Fragestellung der Untersuchung am Beispiel des Films Frida.
2. Intermedialität - Problemfeld, Vorläufer, Ansätze: Dieses Kapitel erörtert die theoretischen Grundlagen der Intermedialitätsforschung und entwickelt einen Begriffsrahmen für die Analyse des Formwandels von Malerei im filmischen Medium.
2.1 Malerei im Film: Hier werden die theoretischen Erscheinungsformen von Malerei im Film sowie der historische Kontext des Kunstfilms und dessen künstlerischer Anspruch beleuchtet.
2.1.1 Gemälde und Filmbild – ein Spannungsfeld zwischen Konvergenzen und Divergenzen: Dieses Kapitel analysiert die ästhetischen und technischen Unterschiede zwischen dem räumlich gebundenen Gemälde und dem bewegten, zeitbasierten Filmbild.
2.1.2 Der Kunstfilm als Abgrenzung zum Experimentalfilm: Hier erfolgt eine historische Einordnung des Kunstfilms und eine Abgrenzung zu experimentellen Filmformaten sowie Dokumentationen.
2.1.3 Kunst im Film - Filmkunst: Dieser Abschnitt thematisiert die Akzeptanz und den künstlerischen Wert des Kunstfilms innerhalb der Kunstwissenschaft und dessen Etablierung in der Lehre.
3. Bildbewegt - Die Malerei Frida Kahlos in Taymors Kunstfilm Frida: Das Hauptkapitel wendet die zuvor entwickelten theoretischen Ansätze direkt auf Julie Taymors Film Frida an und analysiert die Transformation ausgewählter Schlüsselbilder.
3.1 Das Leben Frida Kahlos und ihre Prägung: Eine biografische Skizze der Künstlerin, die die für ihr Werk prägenden Ereignisse und kulturellen Einflüsse darstellt.
3.1.1 Die Malerei Frida Kahlos: Analyse der künstlerischen Ausdrucksmittel Kahlos, insbesondere ihrer Bildsprache, ihres Umgangs mit Symbolik und ihrer hybriden Identität.
3.2 Frida, der Film: Vorstellung des Films als subjektiv-biografische Vermittlung der Künstlerin Frida Kahlo unter Verwendung von Drehbuchvorlagen und Besetzung.
3.2.1 Das filmische tableau vivant - Frieda und Diego Rivera: Untersuchung der filmischen Inszenierung des Doppelportraits als tableau vivant und der resultierenden intermedialen Effekte.
3.2.2 Das computergenerierte Gemälde - Die gebrochene Säule: Analyse der digitalen Transformation eines Gemäldes im Film und deren Wirkung auf die Wahrnehmung von Kahlos Leid.
3.2.3 Die kulturellen Codes - Mein Kleid hängt dort: Untersuchung kultureller Codes und Farbgestaltungen, die den Kontrast zwischen den Lebenswelten in den USA und Mexiko im Film verdeutlichen.
3.3 Walter Benjamin über das Massenmedium Film und seine spezifische Rezeption: Anwendung der Medientheorie Walter Benjamins auf die filmische Adaption von Kunstwerken, insbesondere im Hinblick auf den Verlust von Aura und Autonomie.
4. Schlussbemerkung: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse zur Transformation von Malerei in den Film und deren Auswirkungen auf die Rezeption der Kunstfigur Frida Kahlo.
5. Anhang: Enthält das Literaturverzeichnis, die Filmografie und Internetquellen sowie das Abbildungsverzeichnis der Arbeit.
Intermedialität, Kunstfilm, Frida Kahlo, Julie Taymor, Filmanalyse, Malerei im Film, Walter Benjamin, Systemreferenz, Hybridisierung, Tableau vivant, Rezeptionsästhetik, Bildwissenschaft, Bildtransformation, Medientheorie, Filmästhetik.
Die Arbeit untersucht die Wechselbeziehung zwischen Malerei und Film am Beispiel von Julie Taymors Film Frida und analysiert, wie Werke der Malerei in das filmische Medium transformiert werden.
Die zentralen Themen sind Intermedialität, der Prozess der Transformation von Bildkunst in bewegte Bilder, die Filmästhetik des Kunstfilms sowie die Rezeption von Kunst durch die Massen.
Das Ziel ist die Analyse der intermedialen Systemreferenzen im Film Frida und die Beantwortung der Frage, wie diese filmische Darstellung die Rezeption der Originalwerke Kahlos beeinflusst und verändert.
Es wird eine intermediale Filmanalyse auf Basis der Begriffstypologie von Irina Rajewsky sowie der Medientheorie von Walter Benjamin durchgeführt, ergänzt durch bildwissenschaftliche Beschreibungsansätze.
Der Hauptteil widmet sich der Analyse konkreter Filmszenen, in denen Gemälde Kahlos durch verschiedene intermediale Techniken wie das tableau vivant, digitale Bearbeitung oder Collage-Elemente in den Film integriert werden.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Intermedialität, Systemreferenz, Medientheorie, Transformation, Filmästhetik und die künstlerische Einzigartigkeit Frida Kahlos charakterisiert.
Der Film kontextualisiert die Gemälde biografisch und fügt ihnen durch Bewegung und Ton neue Ebenen hinzu, was zu einem Verlust der ursprünglichen Autonomie des Kunstwerks führt, während er es gleichzeitig einer breiteren Masse zugänglich macht.
Walter Benjamins Essay über das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit dient als theoretische Folie, um den Verlust der "Aura" und des "Kultwerts" von Kunstwerken durch ihre filmische Reproduktion und die damit einhergehende neue Rezeptionsweise des Publikums zu erklären.
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