Masterarbeit, 2012
180 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1. Problembenennung
1.2. Forschungsfragen und Forschungsziele
2. Public Relations
2.1. Begriffserklärung
2.2. Aufgaben und Ziele
2.3. Modelle der Public Relations
2.3.1. Vier Modelle der Public Relations von Grunig und Hunt
2.3.2. Public Relations-Prozess-Modell von Hazleton und Long
2.3.3.Verständnisorientierter Ansatz nach Burkart
2.4. Resümee: Public Relations
3. Journalismus
3.1. Begriffserklärung
3.2. Aufgaben und Ziele
3.3. Informationssammlung im Journalismus
3.4. Informationsselektion im Journalismus
3.4.1. Der Gatekeeper-Ansatz
3.4.2. Die Nachrichtenwert-Forschung
3.4.3. Die News-Bias-Forschung
3.5. Resümee: Journalismus
4. Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Public Relations und Journalismus
5. Medien und Gesellschaft im Wandel
5.1. Public Relations 2.0
5.2. Journalismus 2.0
6. Theoretische Ansätze zum Verhältnis zwischen Public Relations und Journalismus
6.1. Einschätzung der Journalisten zum Einfluss der Public Relations
6.2. Der steuerungstheoretische Determinationsansatz
6.2.1. Der Determinationsansatz in der Diskussion
6.3. Der handlungstheoretische Intereffikationsansatz
6.3.1. Das Arenenmodell
6.3.2. Das Vier-Akteursmodell
6.3.3. Das Intereffikationsmodell
6.3.4. Weiterentwicklung des Intereffikationsmodells
6.3.5. Der Intereffikationsansatz in der Diskussion
6.4. Der systemtheoretische Interpenetrationsansatz
6.4.1. Der Interpenetrationsansatz in der Diskussion
7. Forschungsübersicht zum Einfluss von Public Relations auf den Journalismus
7.1. Drei Forschungsbereiche
7.2. Baerns‘ Untersuchungen als Initialzündung in Deutschland
7.3. Medialer Wandel durch gesetzlich verordnete Publizität
7.4. Weiterentwicklung der Forschung
7.5. Messbare (erfolgreiche) Zusammenarbeit?
8. Darstellung der Methode
8.1. Die Methode der Metaanalyse
8.2. Anwendung der Metaanalyse
9. Einfluss von Public Relations auf Journalismus - Vorstellung und Ergebnisse ausgewählter Studien
9.1. Sigal (1973): Reporters and Officials
9.2. Nissen/Menningen (1977): Der Einfluss der Gatekeeper auf die Themenstruktur der Öffentlichkeit
9.3. Baerns (1979): Öffentlichkeitsarbeit als Determinante journalistischer Informationsleistung
9.4. Rohr (1980): Terminjournalismus - und sonst nichts?
9.5. Lang (1980): Parteipressemitteilungen im Kommunikationsfluss politischer Nachrichten
9.6. Hintermeier (1982): PR im journalistische Entscheidungsprozess
9.7. Baerns (1985): Öffentlichkeitsarbeit oder Journalismus?
9.8. Turk (1985): Information Subsidies and Information
9.9. Grossenbacher (1986): Die Medienmacher
9.10. Ettinger (1986): Die Pressestelle als institutionalisierte Nachrichtenquelle im Zeitungsjournalismus.
9.11. Delitz (1986): Pressemitteilungen und Gerichtsberichterstattung
9.12. Meunzel (1988): Produktion und Abnahme von PR-Leistungen im Mediensystem
9.13. Reichmann (1988): Wirtschaftsjournalismus und unternehmerische PR in Österreich
9.14. Schnitzmeier (1989): Macht der Öffentlichkeitsarbeit oder Macht des Journalismus?
9.15. Liegler (1990): Öffentlichkeitsarbeit oder Journalismus
9.16. Mutter (1990): Die Beziehung zwischen Öffentlichkeitsarbeit und Wirtschaftsjournalismus I
9.17. Riemer (1990): Die Beziehung zwischen Öffentlichkeitsarbeit und Wirtschaftsjournalismus II
9.18. Grimme (1991): Zwischen Routine und Recherche
9.19. Fröhlich (1992): Qualitativer Einfluss von Pressearbeit auf die Berichterstattung: Die „geheime Verführung“ der Presse?
9.20. Barth/Donsbach (1992): Aktivität und Passivität von Journalisten gegenüber PR-Material.
9.21. Morton/Warren (1992): Acceptance Characteristics of Hometown Press Releases
9.22. Walters/Walters (1992): Environment of Confidence: Daily Newspaper Use of Press Releases
9.23. Rossmann (1993): Öffentlichkeitsarbeit und ihr Einfluss auf die Medien
9.24 Saffarnia (1993): Determiniert Öffentlichkeitsarbeit tatsächlich den Journalismus?
9.25. Steinlechner (1993): Pressearbeit im Fremdenverkehr
9.26. Salazar-Volkmann (1994): Marketingstrategien und Mediensystem
9.27. Morton/Ramsey (1994): A Benchmark Study oft he PR News Wire
9.28. Griffin/Dunwoody (1995): Impacts of Information Subsidies and Community Structure on Local Press Coverage of Environmental Contamination
9.29. Schweda/Opherden (1995): Journalismus und PR
9.30. Denkmayr (1996): Das Verhältnis zwischen Journalismus und PR
9.31. Schinagl (1996): Die Beziehung zwischen PR und Journalismus im Fremdenverkehr
9.32. Natter (1998): Öffentlichkeitsarbeit oder Journalismus? Presseaussendungen als Mittel politischer PR
9.33. Loosen/Meckel (1999): Journalismus in eigener Sache
9.34. Schubert (2000): Shell in der Krise
9.35. Rink (2001): Interdependenzen zwischen PR und Journalismus
9.36. - 9.40. Leipziger Studien: Einleitung
9.36. Lausch (2001): Intereffikationsbeziehungen zwischen PR und Journalismus
9.37. Rehhahn (2001): Interdependenzen zwischen Sportjournalismus und Sport-PR
9.38. Schmidtke (2002): Die Interdependenzen zwischen PR und Journalismus
9.39. Schmidt-Heinrich (2002): Das Verhältnis von Journalismus und PR im Bereich Rundfunk
9.40. Röwer (2002): Das Verhältnis zwischen Journalismus und Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
9.36. - 9.40. Leipziger Studien: Wichtigste Ergebnisse und Schlussfolgerungen
9.41. Osman-Schenker (2002): Was denken Journalisten über Öffentlichkeitsarbeiter
9.42. Donsbach/Wenzel (2002): Aktivität und Passivität von Journalisten gegenüber parlamentarischer Pressearbeit
9.43. Liepert (2004): Interdependenzen zwischen PR und Journalismus
9.44. Okay/Okay (2004): Die Beziehungen von PR-Verantwortlichen in der Türkei
9.45. Pienegger (2004): PR und Wirtschaftsjournalismus
9.46. Wimmer (2004): Der Rahmen der Determinierung. Zur Nützlichkeit des Framing-Ansatzes
9.47. Scholl (2004): Steuerung oder strukturelle Kopplung
9.48. Seidenglanz/Bentele (2004): Verhältnis von Öffentlichkeitsarbeit und Journalismus im Kontext von Variablen
9.49. Pesendorfer (2006): Was denken PR-PraktikerInnen über JournalistInnen?
9.50. Riesmeyer (2006): Das Verhältnis von Journalismus und PR. Ressort und Status der Informationsquelle als Einflussfaktoren
10. Einordnung der Studien in Kategorienraster
11. Auswertung der Ergebnisse
11.1. Thematisierungsleistung der Public Relations
11.2. Transformationsleistungen der Journalisten
11.3. Beziehung zwischen den Akteuren
12. Fazit
12.1. Analyse bisheriger Studien und Anregungen für zukünftige Studien
12.2. Resümee
Diese Arbeit zielt darauf ab, den aktuellen Forschungsstand zum wechselseitigen Verhältnis zwischen Public Relations und Journalismus umfassend darzustellen, wobei ein besonderer Fokus auf dem Einfluss von PR-Aktivitäten auf journalistische Berichterstattung liegt. Die Forschungsfrage untersucht dabei sowohl theoretische Modelle als auch empirische Studien über mehrere Jahrzehnte hinweg, um die Komplexität dieser Abhängigkeiten zu entschlüsseln und eine Grundlage für weitere wissenschaftliche Auseinandersetzungen zu schaffen.
1. Einleitung
Journalismus und Public Relations sind von gegenseitiger Beeinflussung geprägt. In dieser wechselseitigen Beziehung ist den Journalisten das gegenseitige Geben und Nehmen ebenso bewusst, wie auch die Public Relations-Akteure über deren Möglichkeiten zur Durchsetzung ihrer Themen zum richtigen Zeitpunkt Bescheid wissen. Werden die Redaktionen als Grenzstellen des Journalismus und die Public Relations Abteilungen als Grenzstellen von Institutionen der Wirtschaft, Verwaltung und Politik verstanden, so liegt es nahe, dass nach Entgrenzungen im Sinne von Steuerung oder Beeinflussung gefragt wird. Nach dieser Ansicht sind die meisten Studien entstanden, die sich mit dem Verhältnis zwischen Journalismus und Public Relations beschäftigen.
Bereits 1927 erkennt der Kommunikationswissenschaftler Emil Dovifat nach einem längeren Forschungsaufenthalt in den USA den Einfluss der Public Relations auf die Medienberichterstattung:
„Der Preßagent (PR-Agent, Anm. d. Verf.) rühmt sich, der Presse die […] klare und verständig abgefaßte, aus einem Wust von Nebensächlichkeiten herausgearbeitete Nachricht gegeben zu haben. Dabei verheimlicht der ‚News agent‘ die Tatsache, daß er sich wie ein Sieb zwischen die Zeitung und die Nachrichtenquelle legt. Er hält den Reporter in seiner freien Arbeit auf. Er gibt ihm die voll vorbereitete Nachricht, an deren Veröffentlichung ihm und seinen Beauftragten gelegen ist. Die diensteifrige Geschäftigkeit und Hilfsbereitschaft des Preßagenten ist ein gefährlicher Anreiz für den Reporter, sich die Arbeit angenehm zu machen und die Dinge so zu sehen und darzustellen, wie der Interessent sie dargestellt sehen will.“ (Dovifat 1990: 209)
Auch die bekannteste deutsche Untersuchung von Barbara Baerns attestiert der Public Relations, dass sie die Themen und das Timing der journalistischen Berichterstattung unter Kontrolle haben. Diese Ansicht dominierte auch einige Zeit die Forschung über das Verhältnis zwischen Public Relations und Journalismus. Doch einige modernere, methodisch und theoretisch anspruchsvollere Studien können die These des dominierenden Einflusses der Public Relations auf die journalistische Berichterstattung in dieser pauschalen Form nicht mehr uneingeschränkt bestätigen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die wechselseitige Beziehung von Journalismus und Public Relations ein, stellt die Forschungsfragen sowie die Zielsetzung dar und skizziert den methodischen Aufbau der Arbeit.
2. Public Relations: Dieses Kapitel erläutert Begriffe, Aufgaben und Ziele von PR und stellt theoretische Modelle wie den Ansatz von Grunig und Hunt oder das Modell von Hazleton und Long vor.
3. Journalismus: Hier werden Definitionen, Aufgaben und Funktionen des Journalismus sowie zentrale Prozesse der Informationssammlung und -selektion (z. B. Gatekeeper-Ansatz) dargelegt.
4. Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Public Relations und Journalismus: Dieses Kapitel arbeitet die funktionalen Unterschiede und methodischen Gemeinsamkeiten beider Berufsfelder heraus.
5. Medien und Gesellschaft im Wandel: Das Kapitel analysiert, wie sich durch die Digitalisierung und das Internet die Arbeitsbedingungen und der Kommunikationsaustausch zwischen Journalisten und PR-Akteuren grundlegend verändern.
6. Theoretische Ansätze zum Verhältnis zwischen Public Relations und Journalismus: Vorstellung der drei zentralen Ansätze: Determinations-, Intereffikations- und Interpenetrationsansatz, inklusive kritischer Diskussion.
7. Forschungsübersicht zum Einfluss von Public Relations auf den Journalismus: Ein Überblick über die historische Entwicklung der Forschung sowie eine Zusammenfassung zentraler Forschungsbereiche und Meilensteine.
8. Darstellung der Methode: Dieses Kapitel definiert das Vorgehen der Metaanalyse und erläutert die Auswahl sowie Codierung der 50 in der Arbeit betrachteten Studien.
9. Einfluss von Public Relations auf Journalismus - Vorstellung und Ergebnisse ausgewählter Studien: Ein ausführlicher empirischer Teil, der 50 Studien im Zeitraum 1973–2006 im Detail vorstellt.
10. Einordnung der Studien in Kategorienraster: Eine strukturierte Zusammenfassung der Studien in Tabellenform nach verschiedenen Kategorien wie Methode, Fragestellung und Ergebnissen.
11. Auswertung der Ergebnisse: Hier werden die metaanalytisch gewonnenen Erkenntnisse systematisch nach Thematisierungsleistung, Transformationsleistung und Akteursbeziehung ausgewertet.
12. Fazit: Das Fazit reflektiert die Ergebnisse kritisch, benennt Forschungslücken und gibt Anregungen für die zukünftige kommunikationswissenschaftliche Forschung.
Public Relations, Journalismus, Medienwandel, Determinationsthese, Intereffikationsmodell, Nachrichtenselektion, Gatekeeper, Informationsmanagement, Pressearbeit, Kommunikationswissenschaft, Metaanalyse, Nachrichtenwert, Mediensystem, Medieneinfluss, Transformation.
Die Arbeit untersucht das komplexe und wechselseitige Verhältnis zwischen dem Journalismus und der Public Relations (PR) und analysiert, wie stark und auf welche Weise PR die journalistische Berichterstattung beeinflusst.
Die Arbeit behandelt die theoretischen Grundlagen beider Systeme, den Einfluss des Medienwandels (insbesondere durch das Internet), sowie eine umfangreiche Metaanalyse empirischer Studien zum Verhältnis von PR und Journalismus.
Das Ziel ist eine umfassende Aufarbeitung des Forschungsstandes zu den Themen: "Wie lässt sich das Verhältnis zwischen Journalismus und Public Relations darstellen?" und "Welchen Einfluss besitzt Public Relations auf den Journalismus?"
Die Arbeit nutzt als Hauptmethode eine Metaanalyse, in deren Rahmen 50 ausgewählte empirische Studien aus dem Zeitraum 1973 bis 2006 systematisch vorgestellt, kategorisiert und ausgewertet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Ansätze zur Beschreibung der Systembeziehungen (Determinations-, Intereffikations-, Interpenetrationsansatz) sowie die detaillierte Präsentation und Kategorisierung der 50 ausgewählten empirischen Studien.
Zentrale Begriffe sind Public Relations, Journalismus, Medienwandel, Determinationsthese, Intereffikationsmodell, Nachrichtenselektion und Kommunikationswissenschaft.
Die Arbeit betont, dass Journalismus primär der Information der Öffentlichkeit dient, während PR auf die strategische Überzeugung von Zielgruppen und Imagepflege im Auftrag von Institutionen ausgerichtet ist.
Die Arbeit zeigt, dass die Digitalisierung und soziale Medien die traditionellen Gatekeeper-Funktionen schwächen und eine direktere, dialogorientierte Kommunikation ermöglichen, was die Arbeitsweise beider Systeme grundlegend verändert.
Die Metaanalyse kommt zu dem Schluss, dass es keine pauschale Bestätigung der Determinationsthese gibt. Der Einfluss von PR variiert stark je nach Situation, Medientyp und persönlicher Einstellung der Akteure; es herrscht eher ein komplexes Abhängigkeitsverhältnis als eine einseitige Dominanz.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

