Diplomarbeit, 2003
142 Seiten, Note: 1,7
0. Einleitung
1. Begriffsklärung und theoretische Grundlagen
1.1. Extremismus
1.2. Terrorismus
1.3. Gewaltbegriff
1.3.1. Definition Gewalt
1.3.2. Subjekte der Gewalt
1.3.3. Objekte der Gewalt
1.3.4. Mittel der Gewalt
1.3.5. Perzeption und Legitimation
1.3.5.1. Perzeption der politischen und gesellschaftlichen Wirklichkeit
1.3.5.1.1. Ideologische Sichtweise
1.3.5.1.2. Lageanalyse
1.3.5.1.3. Zielsetzung
1.3.5.1.4. Strategische Optionen
1.3.5.2. Legitimationsstrategien
1.3.5.2.1. Gegengewalt
1.3.5.2.2. Revolutionäre Gewalt
1.3.5.2.3. Unterstützungsgewalt
1.4. Zusammenfassung
2. Theorie der Theorien – und ihre Vorbildschriften
2.1. Vorbildschriften
2.1.1. Marxismus / Leninismus
2.1.2. Maoismus
2.1.3. Herbert Marcuse
2.1.4. Ernesto Che Guevara
2.1.5. Carlos Marighella
2.2. Ideologische Positionen
2.2.1. Vorstellungen über den Imperialismus
2.2.2. Faschismusdeutung
2.2.3. Befreiung
2.2.4. Vorstellungen von Revolution und Umsturz
2.3. Eine eklektische Theorie
3. Die Entwicklung der RAF
3.1. Studentenbewegung
3.2. Die erste Generation
3.2.1. Kaufhausbrand und Befreiung
3.2.2. Der Aufbau
3.2.3. Der Mai 1972 und das Ende der ersten Generation
3.3. Die zweite Generation
3.4. Die dritte Generation bis zum "Ende"
4. Exemplarische Positionen zur Gewalt
4.1. Ulrike Marie Meinhof
4.1.1. Kurzbiographie
4.1.2. Die Schriften/Kampfschriften der Meinhof unter Berücksichtigung der Gewalt
4.1.2.1. Bis 1970
4.1.2.2. Das Konzept Stadtguerilla
4.1.2.3. Stadtguerilla und Klassenkampf
4.1.2.4. Bis zu ihrem Tod
4.1.3. Fazit
4.2. Der "linke" Horst Mahler
4.2.1. Kurzbiographie
4.2.2. Mahlers Schriften
4.2.2.1. Kollektiv RAF: Über den bewaffneten Kampf in Mitteleuropa – Hauptschrift der RAF
4.2.2.2. Mahlers Kritik
4.3.2. Fazit
5. Zusammenfassung / Schlußbemerkungen
6. Quellen- und Literaturverzeichnis
Ziel dieser Arbeit ist es, die Rote Armee Fraktion (RAF) anhand von zwei exemplarischen Positionen mit dem Problem der Gewalt in Verbindung zu bringen. Es soll analysiert werden, ob und wie die Anwendung von Gewalt in den wesentlichen Schriften der RAF propagiert und begründet wurde, wobei die theoretischen Grundlagen der Organisation kritisch hinterfragt werden.
1.3.1 Definition Gewalt
Eine allgemein akzeptierte Definition von Gewalt gibt es nicht. Während manche Wissenschaftler/innen die Unterschiedlichkeit von Formen der Gewalt betonen, plädieren andere für eine strikte Beschränkung des Gewaltbegriffs auf direkte physische Schädigungen. Das Problem der strukturellen Gewalt bleibt darin aber unberücksichtigt. Hier möchte ich nun den Versuch einer Definition von Gewalt vornehmen. Im Brockhaus steht dazu: „Gewalt, Anwendung von phys. und psych. Zwang gegenüber Menschen; umfasst 1) die rohe, gegen Sitte und Recht verstoßende Einwirkung auf Personen; 2) das Durchsetzungsvermögen in Macht und Herrschaftsbeziehungen (z. B. Staats-G.); 3) übertragene Bedeutung: auch im Sinne von Kraft (z. B. Natur-G.), Verfügungsmacht.“ Diese Definition leitet sich von den lateinischen Begriffen „potentia“, „vis“ und „violentia“ her. „Potentia“ bedeutet soviel wie Macht und der Begriff Gewalt ist hier mit Herrschaft gleichzusetzen. „Vis“ bedeutet physische Stärke und Kraft, „violentia“ hingegen steht für die Anwendung physischer Kräfte gegen andere Lebewesen.
Es wird immer Gewalt angewendet, um andere Menschen zu schädigen. Bei der Anwendung von Gewalt im Beisein von mindestens zwei Personen, findet fast immer eine Verschiebung der Machtverhältnisse statt. Eine der beiden Konfliktparteien ist am Ende benachteiligt – und man kann davon ausgehen, daß von der unterlegenen Partei ein Versuch gemacht werden wird, die alten „Verhältnisse“ wiederherzustellen. Die Gewalt ist immer gegen andere Menschen und deren Willen gerichtet. Sie ist eine Handlung, die von außen kommt und eine direkte physische Einwirkung auf Lebewesen, Personen oder deren Eigentum hat. Es gibt auch psychische Gewalt. Darunter versteht man zum Beispiel Beleidigungen, Drohungen oder Verachtung.
0. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage, Vorgehensweise und Einordnung der Literatur zum Thema RAF und Gewalt.
1. Begriffsklärung und theoretische Grundlagen: Definition zentraler Begriffe wie Extremismus, Terrorismus und verschiedener Gewaltformen zur Schaffung eines theoretischen Analyserahmens.
2. Theorie der Theorien – und ihre Vorbildschriften: Herleitung der ideologischen Grundlagen der RAF durch eine Analyse klassischer revolutionärer Vorbildtheorien.
3. Die Entwicklung der RAF: Historischer Abriss der Entstehung, Entwicklung und späteren Auflösung der RAF von den späten 1960er bis in die 1990er Jahre.
4. Exemplarische Positionen zur Gewalt: Analyse und Vergleich der gewaltbezogenen Schriften und Positionen von Ulrike Meinhof und Horst Mahler.
5. Zusammenfassung / Schlußbemerkungen: Synthese der Forschungsergebnisse und Reflexion über die Angemessenheit und Wirksamkeit der von der RAF propagierten Gewalt.
6. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der für die Arbeit herangezogenen wissenschaftlichen Werke und Internetquellen.
RAF, Rote Armee Fraktion, Gewalt, Terrorismus, Extremismus, Klassenkampf, Stadtguerilla, Ulrike Meinhof, Horst Mahler, Ideologie, Marxismus, Leninismus, Maoismus, Widerstand, Politische Gewalt.
Die Arbeit untersucht die theoretische Begründung und die praktische Anwendung von Gewalt durch die Rote Armee Fraktion (RAF) in der Bundesrepublik Deutschland.
Im Mittelpunkt stehen die begriffliche Klärung von Terrorismus und Gewalt, die ideologischen Vorbilder der RAF sowie die Schriften ihrer zentralen Theoretiker.
Ziel ist es, die RAF durch die Untersuchung von zwei exemplarischen Positionen (Meinhof und Mahler) mit dem Gewaltbegriff in Verbindung zu bringen und aufzuzeigen, wie Gewalt in ihren Schriften propagiert wurde.
Es erfolgt eine intensive Literaturanalyse, die theoretische Texte und Schriften der RAF sowie wissenschaftliche Abhandlungen zum politischen Extremismus und zur Gewaltforschung vergleicht.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Gewaltbegriffs, die Analyse revolutionärer Vorbildtheorien, die historische Entwicklung der RAF und die detaillierte Betrachtung der Positionen von Ulrike Meinhof und Horst Mahler.
Wichtige Begriffe sind Terrorismus, Stadtguerilla, Klassenkampf, ideologische Legitimation, revolutionäre Gewalt und die historische Entwicklung des Linksterrorismus in Deutschland.
Während Meinhof Gewalt als Instrument der Bewusstseinsbildung und der "Speerspitze" sah, die sich nach ihrer Inhaftierung in einer "Alltagstheorie" verlor, versuchte Mahler, Gewalt theoretisch durch Lenin-Zitate als notwendigen Bestandteil von Massenkämpfen zu rechtfertigen, bis er sich später vollständig von diesen Ansichten distanzierte.
Die Autorin argumentiert, dass die RAF eine eklektische Theorie verfolgte, bei der widersprüchliche Lehren (Marxismus, Maoismus, Anarchismus) willkürlich selektiert wurden, um das eigene gewaltsame Handeln im Nachhinein zu legitimieren.
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