Bachelorarbeit, 2012
65 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Grundlagen
2.1 Begriffsdifferenzierung
2.2 Ein historischer Überblick
2.3 Theoretische Grundlagen
3. Das Auseinandergehen der Kronenzone
3.1 Ausgangslage
3.2 Ursachen und Ablauf
3.2.1 Austritt der Tschechoslowakei
3.2.2 Austritt Österreichs
3.3 Folgen
3.3.1 Monetäre Folgen
3.3.2 Wirtschaftliche Folgen
3.4 Implikationen
4. Das Auseinandergehen der Tschechoslowakei
4.1 Ausgangslage
4.2 Ursachen
4.3 Ablauf
4.3.1 Zweifel an der Währungsunion
4.3.2 Währungstrennung
4.4 Folgen
4.4.1 Stabilisierungsmaßnahmen
4.4.2 Entwicklung in den Republiken
4.5 Implikationen
5. Lehren für die Eurozone
Die vorliegende Arbeit untersucht historische Währungsdesintegrationen des 20. Jahrhunderts, insbesondere den Zerfall der Kronenzone nach dem Ersten Weltkrieg und die Auflösung der Tschechoslowakei im Jahr 1993, um daraus Erkenntnisse für die aktuelle Problematik der Eurozone abzuleiten.
3.2.1 Austritt der Tschechoslowakei
Die Tschechoslowakei proklamierte am 28. Oktober 1918 ihre politische Unabhängigkeit. Einer Währungsunion standen die führenden Politiker anfangs noch offen gegenüber, jedoch nur unter bestimmten Bedingungen. Finanzminister Alois Rasin formulierte drei spezifische Forderungen an die Österreichisch-Ungarische Zentralnotenbank:
1. Jedes der Mitgliedsländer bekommt ein Mitspracherecht in geldpolitischen Entscheidungen.
2. Die Zentralnotenbank stellt sofort das ungedeckte Drucken von Banknoten sowie die Kreditsicherung von staatlichen Kriegsanleihen ein.
3. Die Kreditgewährung an ein Mitgliedsland unterliegt der Zustimmung der anderen Länder.
Ziel Rasins war einerseits die Demokratisierung des geldpolitischen Entscheidungsapparats, andererseits eine Ende der de facto Mitfinanzierung der Kriegsschuld Österreichs und Ungarns der restlichen Staaten in Form einer Inflationssteuer. Während die erste Forderung von der Notenbank akzeptiert und umgesetzt wurde, ignorierte sie die anderen. Als die Bank das Drucken ungedeckter Banknoten fortführte, reagierte Rasin mit der Übernahme der auf dem tschechoslowakischen Staatsgebiet befindlichen Zweigstellen der Notenbank. Damit konnte er zumindest den Anteil der Kriegsschuld, der auf die Tschechoslowakei fiel, auf 472 Mio. Kronen begrenzen (vgl. Muth 1997, S. 149). Der mangelnde Kooperationswille der Zentralnotenbank führte schließlich zum Entschluss, die Währungsunion zu verlassen.
1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die Ambition der Eurozone und stellt die Forschungsfrage, ob historische Beispiele von Währungsdesintegrationen wertvolle Erkenntnisse für die aktuelle Eurokrise liefern können.
2. Grundlagen: Es werden die begrifflichen Abgrenzungen zwischen Währungs- und Wechselkursunionen vorgenommen und ein theoretisches Modell zur Kosten-Nutzen-Abwägung eines Austritts entwickelt.
3. Das Auseinandergehen der Kronenzone: Dieses Kapitel analysiert den Zerfall des Österreichisch-Ungarischen Reichs, insbesondere die Austritte der Tschechoslowakei und Österreichs, und untersucht die daraus resultierenden monetären und wirtschaftlichen Folgen.
4. Das Auseinandergehen der Tschechoslowakei: Hier wird der friedliche, aber technisch komplexe Auflösungsprozess der Tschechoslowakei im Jahr 1993 sowie die anschließenden Stabilisierungsmaßnahmen der beiden neuen Republiken untersucht.
5. Lehren für die Eurozone: Abschließend werden die Erkenntnisse der beiden historischen Analysen auf die aktuelle Situation der Europäischen Währungsunion übertragen, wobei die Rolle der Glaubwürdigkeit und Fiskalpolitik hervorgehoben wird.
Währungsunion, Desintegration, Eurokrise, Kronenzone, Tschechoslowakei, Währungstrennung, Stabilisierung, Geldpolitik, Fiskalpolitik, Inflation, Principal-Agent-Beziehung, Österreich-Ungarn, Wechselkurs, Wirtschaftstransformation, Handelsströme
Die Arbeit analysiert historische Fälle des Zerfalls von Währungsunionen, um das Potenzial und die Risiken eines möglichen Auseinandergehens der modernen Eurozone besser zu verstehen.
Zentrale Themen sind die Ursachen für Währungsdesintegrationen, der technische Ablauf einer Währungstrennung sowie die ökonomischen Folgen für die beteiligten Nationalstaaten nach dem Ende einer gemeinsamen Währung.
Das Ziel ist es, aus den historischen Erfahrungen des Österreichisch-Ungarischen Reichs und der Tschechoslowakei Lehren für die heutige Europäische Währungsunion zu ziehen und die Anwendbarkeit historischer Modelle auf die aktuelle Krise zu prüfen.
Es handelt sich um eine vergleichende historische Fallstudienanalyse, die durch ein theoretisches Kosten-Nutzen-Modell untermauert wird und aktuelle wirtschaftliche Daten mit historischen Quellen verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung und zwei detaillierte empirische Analysen: den Zusammenbruch der Kronenzone nach 1918 und die geordnete Währungstrennung der Tschechoslowakei im Jahr 1993.
Wichtige Begriffe sind Währungsunion, Desintegration, Eurokrise, Glaubwürdigkeit, monetäre Stabilität, Transformation und Währungstrennung.
Sie dient als positives Gegenbeispiel für eine geordnete, kosteneffiziente Währungstrennung, im Gegensatz zur chaotischen Hyperinflation und Desintegration in Österreich nach dem Ersten Weltkrieg.
Die Arbeit betont, dass die Glaubwürdigkeit der neuen nationalen Währung die entscheidende Voraussetzung für eine erfolgreiche makroökonomische Stabilisierung nach dem Verlassen einer Währungsunion ist.
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