Fachbuch, 1995
160 Seiten, Note: 1,0
Einführung
Zielsetzung und theoretischer Hintergrund des Trainings
Zur Entwicklung des Trainings
Aufbau und Ablauf des Trainings
Tips für einen erfolgreichen Einsatz des Trainings
Das Training
Erste Trainingseinheit: Fremde oder Freunde?
Zweite Trainingseinheit: Direktheit und Diskussionen
Dritte Trainingseinheit: Regeln, Regeln, Regeln
Vierte Trainingseinheit: Professoren, Chefs und Polizisten
Fünfte Trainingseinheit: Planung ist das halbe Leben!
Sechste Trainingseinheit: Was tun, wenn es eng wird?
Siebte Trainingseinheit: My home is my castle!
Achte Trainingseinheit: Haben und Sein
Neunte Trainingseinheit: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!
Zehnte Trainingseinheit: Emanzipation auf dem Vormarsch?
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, amerikanischen Studierenden durch das Culture-Assimilator-Trainingsverfahren ein tieferes Verständnis für zentrale deutsche Kulturstandards zu vermitteln. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie interkulturelle Missverständnisse im deutschen Alltag durch eine veränderte Attribution – also eine kulturadäquate Interpretation von Verhaltensweisen – vermieden werden können.
Zielsetzung und theoretischer Hintergrund des Trainings
„Andere Länder, andere Sitten" lautet ein deutsches Sprichwort. Diese Feststellung bildet die Grundlage des vorliegenden Trainings. Es wird davon ausgegangen, dass zwischen verschiedenen Kulturen nicht nur in offensichtlichen Bereichen wie Architektur, Kunst, Kleidung, Essen oder Brauchtum Unterschiede bestehen, sondern auch im Denken, Fühlen und Handeln ihrer Angehörigen. Die Kultur, in der ein Mensch aufgewachsen ist, beeinflusst nachhaltig die Art und Weise, wie er seine Umwelt wahrnimmt, wie er sich gegenüber seinen Mitmenschen verhält und wie er deren Handlungen beurteilt. Auch welche Ziele für ihn von Bedeutung sind, was er von anderen erwartet, was er als richtig, normal, provokant oder falsch empfindet, ist abhängig von seiner Heimat-Kultur. Als Maßstab dienen stets übergeordnete Werte, Normen und Einstellungen, die von den Angehörigen der eigenen Kultur geteilt werden.
Solche Werte, Normen und Einstellungen, die sich in einer Kultur besonders umfassend auf Wahrnehmung, Denken, Urteilen und Handeln ihrer Angehörigen auswirken, werden als zentrale Kulturstandards bezeichnet. Kulturstandards sind also die spezifischen Spielregeln des gesellschaftlichen Lebens innerhalb einer Kultur.
Einführung: Dieser Abschnitt erläutert die theoretischen Grundlagen des Trainings, insbesondere das Konzept der Kulturstandards und die Methode des Culture-Assimilators zur Förderung interkultureller Kompetenz.
Erste Trainingseinheit: Fremde oder Freunde?: Hier wird der Kulturstandard der „Interpersonalen Distanzdifferenzierung“ behandelt, der das Konfliktpotenzial bei der Kontaktaufnahme zwischen Deutschen und US-Amerikanern thematisiert.
Zweite Trainingseinheit: Direktheit und Diskussionen: Dieser Teil widmet sich dem Kulturstandard „Direktheit interpersonaler Kommunikation“, wobei erklärt wird, warum in Deutschland der Inhaltsaspekt Vorrang vor dem Beziehungsaspekt hat.
Dritte Trainingseinheit: Regeln, Regeln, Regeln: Hier steht der Kulturstandard der „Regelorientierung“ im Mittelpunkt, der das deutsche Verständnis von Ordnung und bürokratischer Präzision beleuchtet.
Vierte Trainingseinheit: Professoren, Chefs und Polizisten: Dieser Abschnitt behandelt den Kulturstandard „Autoritätsdenken“ und das damit verbundene hierarchische Gefälle im Umgang mit Autoritätspersonen.
Fünfte Trainingseinheit: Planung ist das halbe Leben!: Hier wird das „Organisationsbedürfnis“ als deutscher Kulturstandard analysiert, der die Notwendigkeit von langfristiger Planung zur Risikominimierung hervorhebt.
Sechste Trainingseinheit: Was tun, wenn es eng wird?: Dieser Abschnitt thematisiert den Kulturstandard „Körperliche Nähe“ und den unbefangenen Umgang mit räumlicher Distanz in einem dicht besiedelten Land.
Siebte Trainingseinheit: My home is my castle!: Hier wird der „Abgegrenzte Privatbereich“ als zentraler Standard dargestellt, der den hohen Schutzwert der eigenen vier Wände betont.
Achte Trainingseinheit: Haben und Sein: Dieser Teil beleuchtet das „Persönliche Eigentum“ als integralen Bestandteil der Privatsphäre und das daraus resultierende Bedürfnis nach Respekt vor materiellen Gütern.
Neunte Trainingseinheit: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!: Dieser Abschnitt fokussiert auf das „Pflichtbewusstsein“ und die Erwartung an Selbstdisziplin und Arbeitsmoral im deutschen Wertesystem.
Zehnte Trainingseinheit: Emanzipation auf dem Vormarsch?: Abschließend wird der Kulturstandard „Geschlechtsrollendifferenzierung“ untersucht, um die noch existenten traditionellen Rollenmodelle in Deutschland zu erklären.
Kulturstandard, interkulturelles Lernen, Culture-Assimilator, Attribution, interkulturelle Handlungskompetenz, Distanzdifferenzierung, Regelorientierung, Autoritätsdenken, Organisationsbedürfnis, Privatsphäre, Deutschland-Aufenthalt, Kommunikation, Sozialverhalten, Rollenverständnis, Pflichtbewusstsein.
Die Arbeit bietet ein interkulturelles Orientierungstraining an, das speziell US-amerikanische Austauschstudenten dabei unterstützt, den deutschen Alltag besser zu verstehen und Missverständnisse zu vermeiden.
Die zentralen Themen umfassen die Identifikation und Erläuterung deutscher Kulturstandards wie Regelorientierung, Distanzdifferenzierung, Direktheit und Organisationsbedürfnis.
Das primäre Ziel ist es, die Fähigkeit der Teilnehmer zu trainieren, fremdkulturelles Verhalten durch das Erlernen der zugrundeliegenden Werte zutreffend zu attribuieren, um so Belastungen während eines Auslandsaufenthalts abzubauen.
Das Training basiert auf dem Culture-Assimilator-Verfahren, das durch die Präsentation von Fallbeispielen (Episoden) und anschließende Multiple-Choice-Rückmeldungen arbeitet.
Der Hauptteil gliedert sich in zehn Trainingseinheiten, die jeweils einen zentralen deutschen Kulturstandard durch spezifische Episoden, Feedback-Rückmeldungen und kulturhistorische Erläuterungen vertiefen.
Die wichtigsten Begriffe sind Kulturstandard, interkulturelles Training, Attribution, Distanzdifferenzierung und Pflichtbewusstsein.
Amerikaner empfinden die anfängliche Distanziertheit und Zurückhaltung der Deutschen oft als Ablehnung oder Unfreundlichkeit, da sie ein schnelleres, offeneres Aufeinanderzugehen gewohnt sind.
Man sollte sie nicht als persönlichen Angriff werten, sondern als Zeichen von Sachlichkeit und Ehrlichkeit, wobei die inhaltliche Argumentation stets über dem Beziehungsaspekt steht.
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