Bachelorarbeit, 2012
130 Seiten, Note: 1,9
1 Einleitung
1.1 Ausgangslage und Problemstellung
1.2 Methodik und Vorgehen
1.3 Abgrenzung
2 Wertpapiermanagement
2.1 Portfoliotheorie
2.1.1 Standardabweichung
2.2 Modellkritik an Portfolio-Selection-Modell
2.3 Rationales Verhalten in der Portfoliotheorie
2.3.1 Erwartungsnutzen
2.4 Risikoprofil
2.5 Asset Allocation
3 Rationalität aus Sicht der Psychologie
3.1 Homo oeconomicus
3.2 Massenpsychologie
4 Behavioral Finance
4.1 Heuristiken
4.1.1 Mental Accounting
4.1.2 Verfügbarkeitsheuristik
4.1.3 Ankereffekt
4.1.4 Repräsentativitätsheuristik
4.2 Entscheidungstheorie
4.2.1 Prospect Theorie
4.3 Behavioral Biases
4.3.1 Kognitive Dissonanz
4.3.2 Overconfidence Bias
4.3.3 Home Bias
5 Praktischer Einsatz von Behavioral Finance im Gespräch mit Bankkundschaft
5.1 Erhebungsmethode
5.2 Der Leitfaden
5.3 Die Interviewpartner
5.4 Das Interview
5.5 Die Auswertung der Daten
5.6 Analyse der Methode
5.7 Aussagen aus den Experteninterviews
6 Fazit und Handlungsempfehlung
6.1 Handlungsempfehlungen
6.1.1 Das Herdentriebverhalten mittels Delegationslösung verhindern / einschränken
6.1.2 Anlageentscheide durch Research-Berichte und Diskussion mit den KundenberaterInnen absichern
6.1.3 Erreichen breiter Diversifikation mittels einer strategischen und taktischen Asset Allocation
6.1.4 Das Risikoprofil der Kundschaft in regelmässigen Abständen diskutieren
6.1.5 Handlungsplan nach Kauf eines Titels festlegen
6.1.6 Hinter dem Kaufentscheid sollte eine gut durchdachte Story sein
6.1.7 Konsequentes Verfolgen der Anlagestrategie in Boom- und Krisenphasen unter Einbezug von Behavioral Finance
6.1.8 Emotionen durch Delegationslösungen ausser Gefecht setzen
6.1.9 Handlungsplan festlegen oder Delegationslösung anvisieren
6.1.10 Handelssystem professionalisieren
7 Schlussfolgerung und kritische Würdigung
Diese Bachelor Thesis untersucht, inwieweit Erkenntnisse aus der Behavioral Finance im Beratungsgespräch zwischen Kundenberatern und Bankkunden dazu beitragen können, Verhaltensfehler bei Anlageentscheidungen zu minimieren und eine rationalere, risikobewusstere Anlagestrategie zu fördern.
4.1.1 Mental Accounting
Mental Accounting stellt eine erste Form der Komplexitätsreduzierung dar. Demnach führen Menschen für sämtliche Vorhaben ein geistiges Konto, wodurch keine gesamtheitliche Betrachtung von Projekten und den Folgen stattfinden kann. Abhängigkeiten werden dadurch weitestgehend ignoriert und die Komplexität eines Sachverhaltes erheblich vereinfacht. Wenn später die Umschichtung der betreffenden Mittel in eine andere Anlage erfolgt, so muss das ‚bestehende Konto’ geschlossen werden. Wenn dies lediglich mit einem Verlust möglich ist, so wirken diesem Vorhaben kognitive Schwierigkeiten entgegen. Im Kurssturz treten mehrere Blockaden auf. Dies führt dazu, dass ein Hemmnis vorhanden sein kann, um die richtigen Massnahmen zu ergreifen und Verkäufe oder Umschichtungen des Portfolios in die Wege zu leiten.
Hens und Bachmann erklären dieses Phänomen so, dass der Investor und die Investorin zwei mentale Konti bilden. Das Eine für die realisierten Gewinne oder Verluste und das Zweite für die Buchgewinne und –verluste. Wenn sich das Wertpapier positiv entwickelt, bietet sich die Gelegenheit, diesen Buchgewinn zu realisieren. Bei Verlusten fühlen sich der Investor und die Investorin besser gestellt, wenn sie mit einem Buchverlust leben können, als diesen effektiv zu realisieren. Natürlich muss dies nicht zwangsläufig bei jedem Titel so ablaufen, es besteht hier jedoch eine gewisse Gefahr, dass dies so ablaufen kann.
1 Einleitung: Definiert die Problemstellung der Anlegerverunsicherung in volatilen Märkten und legt die methodische Vorgehensweise der Thesis dar.
2 Wertpapiermanagement: Erläutert die theoretischen Grundlagen der modernen Portfoliotheorie nach Markowitz sowie Konzepte der Asset Allocation.
3 Rationalität aus Sicht der Psychologie: Kontrastiert das Modell des Homo oeconomicus mit psychologischen Erkenntnissen über menschliches Verhalten und Massenpsychologie.
4 Behavioral Finance: Analysiert systematisch Heuristiken, Entscheidungstheorien und spezifische Behavioral Biases wie Mental Accounting oder den Home Bias.
5 Praktischer Einsatz von Behavioral Finance im Gespräch mit Bankkundschaft: Dokumentiert die Erhebungsmethode und die Auswertung der Experteninterviews mit Kundenberatern.
6 Fazit und Handlungsempfehlung: Leitet aus den theoretischen und empirischen Erkenntnissen konkrete Empfehlungen für eine optimierte Beratungs- und Anlagestrategie ab.
7 Schlussfolgerung und kritische Würdigung: Reflektiert kritisch über die Anwendbarkeit der Modelle in der heutigen Beratungspraxis und fasst die Haupterkenntnisse zusammen.
Behavioral Finance, Anlegerpsychologie, Portfoliotheorie, Bankberatung, Anlageentscheide, Heuristiken, Prospect Theorie, Kognitive Dissonanz, Herdentrieb, Risikoprofil, Asset Allocation, Mental Accounting, Overconfidence Bias, Home Bias, Experteninterview.
Die Arbeit untersucht, wie Anleger in ineffizienten Märkten durch den Einsatz von verhaltensökonomischen Erkenntnissen (Behavioral Finance) in der Bankberatung unterstützt werden können, um optimalere und rationalere Anlageentscheidungen zu treffen.
Die Schwerpunkte liegen auf dem klassischen Wertpapiermanagement (Portfoliotheorie), der psychologischen Sicht auf Rationalität, den spezifischen Fehlern bei der Entscheidungsfindung (Behavioral Biases) sowie dem praktischen Transfer dieser Konzepte in die Kundenberatung.
Das Ziel ist es, Verhaltensfehler bei Privatanlegern zu verstehen, Interviews mit Experten aus dem Bankwesen zu führen und daraus Handlungsempfehlungen zu entwickeln, um Anlageentscheidungen unter Unsicherheit zu verbessern.
Es handelt sich um eine qualitative Forschungsarbeit. Der Autor nutzt eine Literaturstudie für den theoretischen Teil sowie teilstrukturierte Experteninterviews mit fünf Kundenberatern für den empirischen Teil.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den theoretischen Ansätzen der Behavioral Finance, insbesondere Heuristiken, der Prospect Theorie und psychologischen Biases, sowie der empirischen Auswertung der Kundenberater-Gespräche.
Wesentliche Begriffe sind Behavioral Finance, Anlegerpsychologie, Risikoprofil, Asset Allocation, Kognitive Dissonanz, Herdentriebverhalten und die Optimierung des Beratungsprozesses.
Die Experteninterviews zeigen, dass Anleger dazu neigen, Verlustpositionen aus emotionalen Gründen oder aufgrund des "Mental Accounting" zu lange zu halten, anstatt den Verlust zu realisieren, da dies einem Eingeständnis eines Fehlers gleichkäme.
Die Studie belegt, dass Anleger sich in schwierigen Marktphasen häufig panikartig oder irrational verhalten, anstatt ihrer vereinbarten Strategie zu folgen. Kundenberater unterstützen dies, indem sie als "Sparringpartner" agieren und zum Teil Delegationslösungen vorschlagen, um Emotionen auszuschalten.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

