Examensarbeit, 2003
92 Seiten, Note: sehr gut
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Methodisches Vorgehen
2. Die Entwicklung der kindlichen Sprache
2.1 Der Entwicklungsbereich der Wahrnehmung
2.2 Voraussetzungen / Bedingungen für den ungehinderten Spracherwerb
2.3 Bestimmende Faktoren – familiäre Umwelt mit Interaktions- und Sozialisationsprozessen
2.4 Ebenen des Spracherwerbs
2.4.1 Die pragmatisch-kommunikative Ebene
2.4.2 Die phonetisch-phonologische Ebene
2.4.3 Die semantisch-lexikalische Ebene
2.4.4 Die syntaktisch-morphologische Ebene
2.4.5 Die Entwicklung des Sprachverständnisses
2.4.6 Die Entwicklung des Redeflusses
2.4.7 Die Entwicklung des Sprachgefühls
2.5 Zum zeitlichen Verlauf von Sprachentwicklungsprozessen
2.6 Zusammenfassung
3. Das Komplexe System der Sprache – entwicklungspsychologische Begründungen im Zusammenhang von Bewegung, Wahrnehmung und Sprache
3.1 Entwicklungstheoretische Vorstellungen Jean PIAGETs
3.2 Der interaktionistische Spracherwerbsansatz von Jerome BRUNER
3.3 Zusammenfassung
4. Störungen der Sprachentwicklung
4.1 Der Begriff der Sprachentwicklungsstörung
4.2 Ausgewählte Erscheinungsformen
4.2.1 Störungen auf der phonetisch-phonologischen Ebene
4.2.2 Störungen auf der semantisch-lexikalischen Ebene
4.2.3 Störungen auf der syntaktisch-morphologischen Ebene
4.3 Zusammenfassung
5. Zur Theorie der sonderpädagogischen Psychomotorik
5.1 Bergriffsbestimmung allgemein
5.2 Psychomotorische Handlung als Aktivität der ganzen Person – das Selbstkonzept
5.3 Das Verständnis aus Sicht der Sprachheilpädagogik
6. Ansätze psychomotorisch orientierter Sprachförderung
6.1 Ingrid OLBRICH – Die Integrierte Sprach- und Bewegungstherapie (ISBT)
6.2 Renate ECKERT – Die Integrierte Entwicklungs- und Kommunikationsförderung (IEK)
6.3 Barbara KLEINERT-MOLITOR – Die Psychomotorisch orientierte Sprachentwicklungsförderung
6.3.1 Wahrnehmungs- und Bewegungshandeln mit Sprachbegleitung
6.3.2 Begegnung von Sprach- und Bewegungshandeln
6.3.3 Sprachhandeln mit Bewegungsbegleitung
6.4 Birgit LÜTJE-KLOSE – Eine kind- und umfeldbezogene Förderdiagnostik
6.5 Zusammenfassung
7. Effektivität und Auswirkungen der psychomotorischen Förderung von sprachentwicklungsgestörten Kindern
8. Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung psychomotorischer Förderansätze im Kontext der Sprachheilpädagogik, mit dem Ziel, den ganzheitlichen Zusammenhang von Bewegung, Wahrnehmung und Sprache bei Kindern mit Sprachentwicklungsstörungen aufzuzeigen und Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede verschiedener methodischer Ansätze zu analysieren.
6.3 Barbara KLEINERT-MOLITOR – Die Psychomotorisch orientierte Sprachentwicklungsförderung
KLEINERT-MOLITOR bezieht sich in ihrer theoretischen Fundierung auf einen handlungstheoretischen Ansatz sowie auf die sprachbehindertenpädagogische Didaktik und betont besonders den Stellenwert eines bedeutsamen, kommunikationsanregenden Handlungsrahmens, der die Kinder zum Gebrauch und zur Weiterentwicklung ihrer sprachlichen Mittel anregt. „Dieser Förderansatz versucht psychomotorische Bausteine und sprachheilpädagogische Anforderungsprofile flexibel und dynamisierungsfähig zu verklammern [...]“ (KLEINERT-MOLITOR 1992, S.99). Sie richtet ihr Augenmerk auf die untereinander verflochtenen kindlichen Weltzugänge (Bewegen, Wahrnehmen, Verstehen und Sprechen), welche wiederum auf die Theorie von WEIZSÄCKERs verweisen. Neben Angeboten zur Wahrnehmung und Bewegung hält sie auch eine direkte Einwirkung auf sprachliche Strukturen für notwendig.
„Bevor ein Kind freilich symbolvermittelt die Welt bewegen kann, muss es sich selbst in Bewegung setzen, erste vorsprachliche und dadurch vorläufige Weltaneignungen vornehmen“ (KLEINERT-MOLITOR 1988, S.109). Das Kind verspürt den Drang mit seiner gegenständlichen und immer schon Sprache verwendenden personalen Umwelt in Interaktion zu treten, um seine Bedürfnisse zu befriedigen. „Dieses interaktive Geschehen verläuft als Gefühls- und Erlebnisresonanzen auslösendes mannigfaches Wahrnehmungs- und Bewegungshandeln, das zu kognitiven Strategien gerinnt, mittels derer das Kind dann sein Sprachverständnis und den eigenen Sprachgebrauch ausbildet“ (HÖRMANN 1981, S.26 ff).
1. Einleitung: Die Einleitung legt den theoretischen Grundstein, indem sie die Bedeutung der Sprache als Teil der Persönlichkeitsentwicklung herausstellt und die Forschungsfrage zur Ganzheitlichkeit psychomotorischer Sprachförderung definiert.
2. Die Entwicklung der kindlichen Sprache: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Ebenen des Spracherwerbs sowie die sensomotorischen Voraussetzungen, die für einen ungestörten Sprechprozess notwendig sind.
3. Das Komplexe System der Sprache – entwicklungspsychologische Begründungen im Zusammenhang von Bewegung, Wahrnehmung und Sprache: Hier werden die entwicklungspsychologischen Konzepte von Piaget und Bruner herangezogen, um den engen wechselseitigen Zusammenhang von Bewegung und Sprache wissenschaftlich zu begründen.
4. Störungen der Sprachentwicklung: Die Definition und die verschiedenen Erscheinungsformen von Sprachentwicklungsstörungen werden hier differenziert dargestellt, um das notwendige Verständnis für das Klientel der psychomotorischen Förderung zu schaffen.
5. Zur Theorie der sonderpädagogischen Psychomotorik: Dieses Kapitel definiert die Psychomotorik als ganzheitlichen Ansatz, der darauf abzielt, durch Bewegungserlebnisse das Selbstkonzept und die Handlungskompetenz des Kindes zu stabilisieren.
6. Ansätze psychomotorisch orientierter Sprachförderung: Hier werden verschiedene spezifische Förderkonzepte (ISBT, IEK, etc.) detailliert vorgestellt, ihre methodischen Strategien erläutert und deren Integration in die Sprachheilpädagogik diskutiert.
7. Effektivität und Auswirkungen der psychomotorischen Förderung von sprachentwicklungsgestörten Kindern: Dieses Kapitel analysiert anhand empirischer Befunde die Wirksamkeit der Ansätze, wobei besonders die Stabilisierung der Persönlichkeit als zentrales Ergebnis hervorgehoben wird.
8. Resümee: Das Resümee fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und unterstreicht, dass Psychomotorik ein effektiver Rahmen für die Sprachförderung ist, wenn sie als ganzheitliche Methode ohne starre Vorgaben angewendet wird.
Psychomotorik, Sprachentwicklungsstörungen, Sprachheilpädagogik, Ganzheitlichkeit, Selbstkonzept, Handlungsfähigkeit, Spracherwerb, Wahrnehmungsentwicklung, ISBT, IEK, Interaktion, Motivationsförderung, Frühförderung, Förderdiagnostik.
Die Arbeit befasst sich mit der Verknüpfung von Psychomotorik und Sprachheilpädagogik bei Kindern, die in ihrer Sprachentwicklung gestört sind.
Zentrale Themen sind die frühkindliche Sprachentwicklung, die Bedeutung von Bewegung und Wahrnehmung für das Lernen sowie verschiedene Förderkonzepte, die diese Bereiche integrieren.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie psychomotorische Ansätze genutzt werden können, um die Gesamtpersönlichkeit sprachauffälliger Kinder ganzheitlich zu fördern.
Die Arbeit ist als Literaturstudie angelegt, die theoretische Ansätze der Psychologie und Pädagogik mit den spezifischen Methoden der Sonderpädagogik vergleicht.
Der Hauptteil behandelt die psychologischen Grundlagen der Sprache, die Klassifikation von Störungen sowie detaillierte Ansätze wie die Integrierte Sprach- und Bewegungstherapie (ISBT).
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Psychomotorik, Ganzheitlichkeit, Sprachentwicklung, Handlungskompetenz und pädagogische Förderung beschreiben.
Sie bildet den Sicherheitsraum, in dem das Kind durch eine stabile Beziehung und den Abbau von Trennungsangst wieder den Mut findet, sich sprachlich auszudrücken.
Einige Ansätze wie der von KLEINERT-MOLITOR fokussieren auf die schulische Kleingruppenarbeit, um das Kind zu Selbstständigkeit und Interaktion mit Gleichaltrigen zu befähigen.
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