Masterarbeit, 2011
55 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Einführung und Problemdefinition
1.2 Fragestellung, Aufbau und Ziel der Arbeit
2. Der Mythos ‚Nachhaltige Entwicklung‘: Wurzel der Agenda 21
2.1 Meilensteine auf dem Weg zur Agenda 21
2.1.1 „Unsere gemeinsame Zukunft": Der Brundtland-Bericht
2.1.2 Der ‚Erdgipfel‘ von Rio: Geburtsstunde der Agenda 21
2.1.3 Die Agenda 21: ‚Softest of soft law‘?
2.2 ‘Think global, act local’: Die lokale Agenda 21
2.2.1 Das Kapitel 28 ‚Initiativen der Kommunen zur Unterstützung der Agenda 21‘
2.2.2 Stand der Umsetzung
3. Methodische Grundlagen: Diskursanalyse nach Foucault
3.1 Macht und Wissen im Diskurs: Die Ursprünge bei Michel Foucault
3.2 Diskursanalyse in der Soziologie
4. Umweltschutz und Armutsbekämpfung: Verschiedene ‚Diskurse‘ in LA 21-Prozessen in Industrie- und Entwicklungsländern
4.1 Hintergrundinformationen zu den beiden Prozessen
4.1.1 Ingolstadt: Städtewachstum und Artenschwund
4.1.2 Nakuru – Landflucht und wirtschaftlicher Einbruch
4.2 ‚Visionen für Ingolstadt‘ und ‚Localizing Agenda 21‘ in Nakuru – Kontextualisierung zweier Textkörper
4.3 Quantitative Analyse
4.4 Qualitative Analyse
5. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die in der Literatur verbreitete These, dass sich lokale Agenda 21-Prozesse in Industrie- und Entwicklungsländern primär durch ihre unterschiedliche Gewichtung ökologischer Aspekte unterscheiden. Durch eine vergleichende Diskursanalyse der Aktionsprogramme von Ingolstadt (Deutschland) und Nakuru (Kenia) wird erörtert, ob diese generalisierende Kategorisierung haltbar ist und wie sich die jeweiligen lokalen Bedingungen auf die Ausgestaltung der Agenda 21 auswirken.
3.1 Macht und Wissen im Diskurs: Die Ursprünge bei Michel Foucault
Falls sich ein zentrales Forschungsinteresse in dem umfassenden Werk des Franzosen ausmachen ließe, so wäre dies der Machtbegriff. Macht steht für Foucault in einem Zusammenhang zum Wissen, wie er selbst deutlich machte: „Far from preventing knowledge, power produces it.” Für ihn gilt daher nicht länger eine emanzipatorische Vorstellung von Wissen, wie sie noch während der Aufklärung zu beobachten war. „Wissenserwerb ist für ihn der Versuch einer Erzeugung von ‚Wahrheitseffekten‘, unter denen er Bedeutungen versteht, die gesellschaftliche Anerkennung erlangt haben, d.h. als wahr angesehen werden.“ Die Wahrheit sieht er somit nicht mehr als objektiv an, vielmehr ist sie das „vorläufige[s] Ergebnis einer historischen Machtrelation.“
Diese Beziehung von Wissen, Wahrheit und Wirklichkeit wiederum, ist eng mit dem Foucault‘schen Diskurskonzept verwoben, welches heute als Grundlage für die Diskursanalyse gilt. Wie im Kontext des Machtbegriffs weist der französische Philosoph auch in Referenz zum Diskurs auf dessen produktive Wirkung hin. Man dürfe daher nicht mehr „Diskurse als Gesamtheiten von Zeichen (von bedeutungstragenden Elementen, die auf Inhalte oder Repräsentationen verweisen), sondern als Praktiken (...) behandeln, die systematisch die Gegenstände bilden, von denen sie sprechen. Zwar bestehen diese Diskurse aus Zeichen; aber sie benutzen diese Zeichen für mehr als nur zur Bezeichnung der Sachen. Dieses Mehr macht sie irreduzibel auf das Sprechen und die Sprache.“
Die Rolle des Diskurses ist es daher viel mehr, Realität zu determinieren. Dies geschieht über die Subjekte, welche zwischen den Diskurs und die Realität geschaltet sind. In ihren gesellschaftlichen Kontexten agieren sie „als (Co-)Produzenten und (Mit-)Agenten der Diskurse und der Veränderung von Wirklichkeit.“ Zwar verfügen die Individuen als in den Diskurs involvierte Teilnehmer über das nötige Wissen, allerdings machen die Individuen den Diskurs nicht geflissentlich; vielmehr „haben sich Diskurse als Resultate historischer Prozesse herausgebildet und verselbstständigt. Sie transportieren ein Mehr an Wissen als den einzelnen Subjekten bewusst ist.“
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die globalen ökologischen und sozialen Herausforderungen der Agenda 21 ein und definiert das Ziel der Arbeit, die Unterschiede zwischen LA 21-Prozessen in Industrie- und Entwicklungsländern zu analysieren.
2. Der Mythos ‚Nachhaltige Entwicklung‘: Wurzel der Agenda 21: Dieses Kapitel erläutert das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung und zeichnet die historischen Meilensteine von der Brundtland-Konferenz bis zur Rio-Konferenz 1992 nach, inklusive der Rolle der Kommunen.
3. Methodische Grundlagen: Diskursanalyse nach Foucault: Das Kapitel führt in die Theorie der Diskursanalyse nach Michel Foucault ein, wobei insbesondere die Zusammenhänge von Macht, Wissen und Sprache beleuchtet werden.
4. Umweltschutz und Armutsbekämpfung: Verschiedene ‚Diskurse‘ in LA 21-Prozessen in Industrie- und Entwicklungsländern: Der Hauptteil analysiert und vergleicht die Aktionsprogramme von Ingolstadt und Nakuru sowohl quantitativ als auch qualitativ, um die unterschiedlichen Schwerpunkte und Diskurskonstruktionen aufzudecken.
5. Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Annahme einer starren Dichotomie zwischen Nord- und Süd-Prozessen zwar eine Tendenz aufzeigt, die Realität jedoch durch dynamische Entwicklungen und ortsspezifische Anpassungen geprägt ist.
Lokale Agenda 21, Diskursanalyse, Michel Foucault, Nachhaltige Entwicklung, Ingolstadt, Nakuru, Umweltschutz, Armutsbekämpfung, Stadtentwicklung, Partizipation, Macht, Wissen, Globalisierung, Nord-Süd-Perspektive, Governance.
Die Arbeit untersucht, ob die gängige wissenschaftliche Annahme korrekt ist, dass sich lokale Agenda 21-Prozesse in Industrie- und Entwicklungsländern grundlegend in ihrer Gewichtung ökologischer Themen unterscheiden.
Im Zentrum stehen die Konzepte der nachhaltigen Entwicklung, der Diskursanalyse sowie der Vergleich von kommunalen Aktionsprogrammen im Kontext von Umweltpolitik und städtischer Entwicklung.
Das Ziel ist die Erforschung der Diskurskonstruktion in zwei spezifischen Städten (Ingolstadt und Nakuru), um zu prüfen, ob die Kategorisierung von LA 21-Prozessen nach dem Entwicklungsstand der Länder haltbar ist.
Die Autorin verwendet die Diskursanalyse nach Michel Foucault, ergänzt durch quantitative Erhebungen zur Häufigkeit bestimmter Begriffe und inhaltliche Analysen der Aktionsprogramme.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den Fallbeispielen Ingolstadt und Nakuru, analysiert deren sozioökonomische Hintergründe sowie die Struktur und inhaltliche Ausrichtung ihrer jeweiligen LA 21-Dokumente.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Diskurs, Macht, Wissen, Nachhaltigkeit, Partizipation und die spezifische Nord-Süd-Perspektive geprägt.
Beide Städte sind in ihrer Größe und wirtschaftlichen Bedeutung vergleichbar und dienten in ihren jeweiligen Regionen als Modellprojekte für lokale Agenda 21-Prozesse.
Die Autorin stellt fest, dass zwar unterschiedliche Hierarchien zwischen ökologischen und ökonomischen Faktoren existieren, diese jedoch dynamisch sind und sich beide Ansätze hin zu einem umfassenden Verständnis von Nachhaltigkeit bewegen.
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