Diplomarbeit, 2012
133 Seiten, Note: 2,1
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
1 Einführung in die Thematik
1.1 Einleitung
1.2 Forschungsleitfragen
1.3 Vorgehensweise
2 Abgrenzung von Definitionen
2.1 Zum Begriff Ländlicher Raum
2.2 Zum Begriff Mobilität
2.3 Zum Begriff ÖPNV
2.4 Zum Begriff Daseinsvorsorge
3 Rahmenbedingungen für die Mobilität im ländlichen Raum
3.1 Allgemeine Tendenzen der Mobilität in Deutschland und ihre Ursachen
3.2 Ursachen für das Mobilitätsverhalten
3.2.1 Gesamtgesellschaftliche Tendenzen
3.2.2 Psychologie des Mobilitätsverhaltens
3.3 Mobilität im ländlichen Raum
3.3.1 Hauptnutzergruppen des ÖPNV im ländlichen Raum
3.3.2 Entwicklung der Hauptnutzergruppen im Zuge des demographischen Wandels
4 ÖPNV – Gesetzliche Rahmenbedingungen
4.1 Gesetzlicher Rahmen: Bundes- und Landesgesetze
4.2 Gesetz über den öffentlichen Personennahverkehr in Nordrhein-Westfalen
4.3 Nahverkehrsplan
5 Flexible Bedienungsformen
5.1 Entwicklung flexibler Bedienungsformen
5.2 Übersicht der flexiblen Bedienungsformen im ländlichen Raum
5.3 Charakteristika und Einsatzfelder der Angebotsformen
5.4 Genehmigung Alternativer Bedienungsformen nach dem PBefG
6 Strukturanalyse des Untersuchungsraums
6.1 Lage
6.2 Kurzbeschreibung des Bedienungsgebietes
6.3 Wirtschaftsstruktur
6.4 Flächennutzung im Untersuchungsraum
6.5 Bevölkerungsstruktur
6.6 Zukünftige Bevölkerungsentwicklung
6.7 Altersstruktur und zukünftige -entwicklung
6.8 Mobilität im Nordkreis Düren
7 Das AnrufSammelTaxi Jülich
8 Methodik und empirische Erhebung
9 Auswertung
9.1 Zusammenfassung der Ergebnisse der Haushaltsbefragung 2002
9.1.1 Verkehrsverhalten der Bevölkerung
9.1.2 Ergebnisse der Haushaltsbefragung von 2002
9.1.3 Verkehrsbeziehungen im Kreis Düren
9.2 Qualitative Forschung – Ergebnisse der Experteninterviews
9.2.1 Entwicklung des AST Jülich
9.2.2 Gegenwart
9.2.3 Zukunft
9.3 Quantitative Forschung – Ergebnisse der Befragung der Fahrgäste
9.3.1 Allgemeine Auswertung
9.3.2 Gruppenspezifische Auswertung
10 Beantwortung der Forschungsleitfragen
10.1 Bedeutung des ÖPNV für die Mobilität der Menschen im Altkreis Jülich
10.2 Hauptnutzergruppen und unterschiedliches Nutzungsverhalten
10.3 Umsteigesituation am Bahnhof Jülich
11 Fazit
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von flexiblen Bedienungsformen des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) im ländlichen Raum, exemplarisch am AnrufSammelTaxi (AST) Jülich. Ziel ist es, den Stellenwert des ÖPNV für die Mobilität, die Nutzerstruktur des AST sowie die Rolle des Bahnhofs Jülich als Verknüpfungspunkt zum Schienenpersonennahverkehr (SPNV) zu analysieren.
3.2.1 Gesamtgesellschaftliche Tendenzen
Generell hängt die Nutzung der vorhandenen Pkw von den verfügbaren Verkehrsmittelalternativen und der Lebenseinstellung der Menschen ab. Wenn ein oder mehrere Pkw erst einmal vorhanden sind, so prägen sie nach CANZLER (2003) auch stark das Mobilitätsverhalten und werden häufig benutzt. Auch wenn Alternativen zum eigenen Pkw oftmals preiswerter oder schneller sein könnten, wird das Auto dann oftmals aus Gewohnheit benutzt – in der Literatur spricht man hierbei von einer Habitualisierung der Verkehrsmittelwahl.
„Ein Faktor zur Erklärung der Zunahme der Mobilität stellt das gestiegene Einkommen in den vergangenen Jahrzehnten dar.“20 Hierdurch sind die Menschen verstärkt in der Lage, bestehende Mobilitätswünsche auch zu realisieren. Auch die Ergebnisse der MiD 2008 bestätigen diese positive Korrelation zwischen Haushaltseinkommen und dem Führerschein- bzw. Pkw-Besitz: „Unmittelbare Auswirkungen auf die Pkw-Verfügbarkeit im Haushalt hat das Einkommen. (…) (Es) zeigt sich, dass weit über die Hälfte der Haushalte mit geringem Haushaltseinkommen keinen Pkw besitzt. Mit zunehmendem Haushaltseinkommen nimmt nicht nur der Anteil der Haushalte mit Pkw, sondern auch die Anzahl der Pkw im Haushalt deutlich zu. In den höchsten Einkommensklassen verfügt fast ein Drittel der Haushalte über drei und mehr Pkw.“21
Nach CANZLER et al. (2003) spielt neben dem Einkommenszuwachs auch der gesellschaftliche Wandel eine große Rolle. „Die Individualisierung findet nicht nur ihren statistischen Ausdruck in hohen Scheidungsquoten und gesunkenen Haushaltsgrößen, sondern vor allem auch in differenzierten Bildungs- und Ausbildungsbemühungen, häufigem Arbeitsplatz- und Berufswechsel sowie der Zunahme von Fernbeziehungen, in der Fülle von entfernungsintensiven Freizeitaktivitäten oder in der Zunahme von räumlich weit gestreuten Kultur- und Sportevents.“22
1 Einführung in die Thematik: Dieses Kapitel führt in die Problematik der Mobilität im ländlichen Raum ein und definiert die Forschungsfragen sowie die methodische Vorgehensweise der Arbeit.
2 Abgrenzung von Definitionen: Hier werden grundlegende Begriffe wie ländlicher Raum, Mobilität, ÖPNV und Daseinsvorsorge theoretisch erörtert und für die Arbeit spezifiziert.
3 Rahmenbedingungen für die Mobilität im ländlichen Raum: Das Kapitel analysiert aktuelle Mobilitätstrends, Ursachen des Mobilitätsverhaltens und die spezifische Situation im ländlichen Raum unter Berücksichtigung des demographischen Wandels.
4 ÖPNV – Gesetzliche Rahmenbedingungen: Es wird der rechtliche Rahmen erläutert, insbesondere die Bedeutung von Bundes- und Landesgesetzen sowie des Nahverkehrsplans für die Organisation des ÖPNV.
5 Flexible Bedienungsformen: Dieses Kapitel widmet sich der Entwicklung und Systematisierung flexibler Bedienungsformen, die als Ergänzung zum traditionellen Linienverkehr dienen.
6 Strukturanalyse des Untersuchungsraums: Eine detaillierte Analyse des Untersuchungsraums (Nordkreis Düren) hinsichtlich Lage, Wirtschaftsstruktur, Bevölkerungsentwicklung und Altersstruktur wird vorgenommen.
7 Das AnrufSammelTaxi Jülich: Hier wird das spezifische Fallbeispiel des AST Jülich in Bezug auf seine Funktionsweise und Bedienung vorgestellt.
8 Methodik und empirische Erhebung: Das Kapitel erläutert das methodische Vorgehen, bestehend aus Experteninterviews und einer quantitativen Fahrgastbefragung.
9 Auswertung: Die Ergebnisse der Haushaltsbefragung, der Experteninterviews und der Fahrgastbefragung werden zusammengefasst und analysiert.
10 Beantwortung der Forschungsleitfragen: Die in der Einleitung aufgeworfenen Fragen werden auf Basis der empirischen Analysen beantwortet.
11 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Ergebnisse und einem Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.
ÖPNV, ländlicher Raum, AnrufSammelTaxi, AST Jülich, Mobilität, Daseinsvorsorge, demographischer Wandel, Schülerverkehr, Freizeitverkehr, Nahverkehrsplan, Fahrgastbefragung, Experteninterview, Kreis Düren, Verkehrsmittelwahl, Verkehrserschließung
Die Diplomarbeit untersucht die Rolle von flexiblen Bedienungsformen wie dem AnrufSammelTaxi im ländlichen Raum und analysiert deren Effektivität sowie Nutzung im Untersuchungsgebiet des Kreises Düren.
Zu den zentralen Themen zählen der demographische Wandel im ländlichen Raum, die Daseinsvorsorge durch den ÖPNV, die Motivation zur Verkehrsmittelwahl und die Evaluierung alternativer Bedienkonzepte.
Das Hauptziel besteht darin, den Stellenwert des ÖPNV im Altkreis Jülich zu bestimmen, die Hauptnutzergruppen des AST Jülich zu identifizieren und die Bedeutung der Verknüpfung mit dem Schienenverkehr (SPNV) am Bahnhof Jülich zu untersuchen.
Es wurde ein Methodenmix verwendet: leitfadengestützte Experteninterviews mit Vertretern von Aufgabenträgern und Verkehrsunternehmen sowie eine quantitative Fahrgastbefragung mittels Fragebögen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsabgrenzung, eine Analyse der allgemeinen Mobilitätsrahmenbedingungen, eine Strukturanalyse des Untersuchungsraums sowie die detaillierte Auswertung der empirischen Daten zu den Nutzergruppen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Mobilität im ländlichen Raum, AnrufSammelTaxi, Daseinsvorsorge, demographischer Wandel und Verkehrsverhalten beschreiben.
Der demographische Wandel führt zu einem Rückgang junger Nutzer (Schülerverkehr) und einem steigenden Anteil älterer Menschen, was die Nachfrage nach ÖPNV-Angeboten verändert und die Planung künftiger Mobilitätskonzepte vor neue Herausforderungen stellt.
Die Ergebnisse zeigen, dass über 70% der AST-Nutzer am Bahnhof Jülich in die Rurtalbahn umsteigen, was die hohe Bedeutung des AST als Zubringersystem für den SPNV unterstreicht.
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