Doktorarbeit / Dissertation, 1987
268 Seiten, Note: cum laude
I. Einleitung
1. Vorbemerkung
1.1 Gegenstand und leitende Fragestellungen
1.2 Stand der Forschung
1.3 Arbeitsmethode
1.4 Überblick über den Aufbau der Arbeit
2. Begrifflichkeit
2.1 Einteilung und Benennung von Minderheiten
2.1.1 Eigengruppen und Außengruppen
2.1.2 Isolation, Integration, Assimilation; und Dissimilation
2.2 Der Begriff 'Volksgruppe`
II A. Die dänische nationale Minderheit in der Bundesrepublik Deutschland
1. Einleitung
1.1 Thema und Ziel
1.2 Abgrenzung
1.3 Stand der Forschung und die Schwierigkeiten der Fallstudie
2. Geographische, ethnographische und linguistische Grundlagen der dänischen Kulturlinie im Landesteil Schleswig
2.1 Geo- und demographische Übersicht
2.2 Sprach- und bekenntnissoziologische Situation der Minderheit
3. Die Geschicke der dänischen Minderheit von der Angliederung an Preußen bis zu den Bonn- Kopenhagener Erklärungen
3.1 Die Protest- und Verhandlungspolitik seit 1867
3.2 Die Entwicklung der Dänenbewegung von der Jahrhundertwende bis 1920
3.3 Die dänische Minderheit in der Weimarer Republik
3.4 Unter nationalsozialistischer Herrschaft
3.5 Die Nachkriegsentwicklung bis 1955
4. Die politische Rolle der Kirche
5. Die Tätigkeit des Beratenden Ausschusses für Fragen der dänischen Minderheit beim Bundesinnenministerium
6. Aspekte der Finanzierungsmodalitäten der dänischen Minderheit
6.1 In der Bundesrepublik
6.2 Die Unterstützertätigkeit aus Dänemark
7. Die Tätigkeit des SSW im Landtag und in den Kreis- und Stadtparlamenten sowie in Gemeindevertretungen
7.1 Die Nichtteilnahme an Bundestagswahlen
7.2 Im Landtag
7.3 Andere Repräsentativgremien
7.4 Aktuelle Forderungen, das Wahlkampfgebaren sowie das sonstige öffentliche Auftreten
8. Der SSW und die dänische Minderheit im Handlungs- und Meinungsspektrum der Mehrheitsbevölkerungsparteien
8.1 Christlich Demokratische Union
8.2 Sozialdemokratische Partei Deutschlands
8.3 Freie Demokratische Partei
8.4 Die Grünen
8.5 Kommunistischer Bund Westdeutschland
8.6 Deutsche Kommunistische Partei
9. Die Situation der dänischen Kultur in Südschleswig
9.1 Die Entwicklung dänischer Kultur-, Bildungs- und Hilfseinrichtungen seit 1975
9.2 Das dänische Schulsystem und der friesische Schulunterricht
9.3 Die alternative Bewegung
9.4 Die Repräsentanz in deutschen elektronischen Medien
9.5 Das Zeitungswesen
10. Zusammenfassung und Ausblick
II B. Die deutsche nationale Minderheit im Königreich Dänemark
1. Einleitung
1.1 Thema und Ziel
1.2 Abgrenzung
1.3 Stand der Forschung
1.4 Die Schwierigkeiten der Fallstudie
2. Geographische, ethnographische und linguistische Grundlagen der deutschen Kulturlinie im Amt Sonderjylland
3. Historisch-politische Dimension
3.1 Die deutsche Minderheit zwischen 1920 und 1943
3.1.1 Die parlamentarische Repräsentation zwischen 1920 und 1943
4. Die Schleswigsche Partei im Spiegel ihrer politischen Tätigkeit seit 1945
4.1 Die politischen Geschicke nach 1945
4.2 Die parlamentarische Repräsentation und die Vertretung in Kopenhagen; bis in die Gegenwart
4.3 Die Teilnahme an den Kreistags- und Kommunalwahlen im Amt Sönderjylland
5. Kulturelle Organisationen und Wirkungsbereiche der deutschen Kulturlinie
5.1 Der BdN und seine Finanzierung
5.1.1 Die Rolle der Kirche
5.2 Deutsche Schulen und Kindergärten und der Deutsche Schul- und Sprachverein
5.3 Deutsche Medien in Nordschleswig
5.3.1 Der Nordschleswiger
5.3.2 Der regionale Hör- und Fernsehfunk
5.3.2.1 Hörfunk
5.3.2.2 Fernsehen
5.4 Die Auslandshilfe für die deutsche Minderheitsbetätigung
5.4.1 Christlich Demokratische Union
5.4.2 Sozialdemokratische Partei Deutschlands
5.4.3 Freie Demokratische Partei
5.4.4 Die Grünen
5.4.5 Andere
6. Zusammenfassung und Ausblick
III. Zusammenfassender Ausblick - Schlußdiskussion
IV. Anhang
Die vorliegende Arbeit untersucht die politisch-kulturelle Entwicklung der dänischen Minderheit in der Bundesrepublik Deutschland sowie der deutschen Minderheit im Königreich Dänemark im Vergleich. Ziel ist es, zu analysieren, inwieweit diese nationalen Minderheiten als politische Akteure fungieren und wie sich ihr Verhältnis zur jeweiligen Mehrheitsbevölkerung sowie zu den jeweiligen Mutterländern gestaltet.
Die dänische nationale Minderheit in der Bundesrepublik Deutschland
Das geographische Gebiet, welches den Namen Schleswig trägt, hat in seiner Geschichte nicht nur regionale kulturelle Prägungen erfahren, sondern wurde sowohl von der dänischen als auch von der deutschen Kultursphäre beeinflußt. Seit 1920 ist es geteilt.
Aus der preußischen Provinz Schleswig-Holstein wurde am 23. August 1946 das Land Schleswig-Holstein. Auch wenn die Teilung von 1920, von einigen berechtigten, aber unberücksichtigt gebliebenen deutschen Wünschen abgesehen, die relativ beste Lösung der deutsch-dänischen Grenzfrage bedeutet, hinterließ sie auf beiden Seiten der Grenze nationale Minderheiten in Gestalt von Außengruppen der jeweils auf der anderen Seite liegenden Nation.
"Die Geschichte Schleswigs, ohne deren Kenntnis die heutige Problematik völlig unverständlich bleiben muß (denn diese Problematik entspringt weit mehr historischen als gegenwärtigen Ursachen), hat sich immer an der Grenze des nur landesgeschichtlich Wichtigen zum universalhistorisch Bedeutsamen bewegt. Das ist allein schon durch die geographische Lage des Landes bedingt, das in nordsüdlicher Richtung Skandinavien mit Mitteleuropa verbindet und in ost-westlicher die Ostsee von der Nordsee trennt. Hinzu tritt der Gegensatz der beiden hauptsächlichen Bevölkerungen, der Deutschen und der Dänen".
Zu untersuchen ist, ob das "Prinzip des Tauschgeschäftes" die Minderheiten-Politik in Bonn, Kiel und Kopenhagen bildet, zum Beispiel, wenn die Bundesrepublik der dänischen Minderheit in Südschleswig gewährt, was Dänemark der deutschen Gruppe in Nordschleswig zugesteht. Die seit 1965 bestehenden Verbindungsausschüsse zwischen Regierung und dänischer Minderheit in der Bundesrepublik, Regierung und deutscher Minderheit in Dänemark, werden von Kloss als "Vorform von Schiedsgerichten" angesehen, was sui generis auf gegenseitige Beeinflussung deutet.
I. Einleitung: Dieses Kapitel legt den theoretischen Rahmen dar, definiert Minderheitenbegriffe und skizziert das Forschungsinteresse sowie die methodische Herangehensweise.
II A. Die dänische nationale Minderheit in der Bundesrepublik Deutschland: Dieser Teil befasst sich mit der historischen Entwicklung, den kulturellen Rahmenbedingungen und der politischen Rolle der dänischen Minderheit in Deutschland sowie der Rolle des SSW.
II B. Die deutsche nationale Minderheit im Königreich Dänemark: Dieser Abschnitt widmet sich der Geschichte und heutigen Situation der deutschen Minderheit in Nordschleswig unter Berücksichtigung der speziellen politischen Vertretungsmodelle.
III. Zusammenfassender Ausblick - Schlußdiskussion: Hier werden die Ergebnisse der Fallstudien synthetisiert und die vergleichende Perspektive des Grenzlandes als Modellregion reflektiert.
IV. Anhang: Enthält das Literaturverzeichnis sowie eine Auflistung der Quellen.
Nationale Minderheit, deutsch-dänische Grenzregion, Nordschleswig, Südschleswig, SSW, Schleswigsche Partei, Grenzminderheit, Minderheitenschutz, Kulturelle Identität, Dänemark, Bundesrepublik Deutschland, Minderheitenschulen, politische Vertretung, Grenzlandpolitik.
Die Arbeit analysiert die politische und kulturelle Situation der nationalen Minderheiten beiderseits der deutsch-dänischen Grenze und vergleicht deren Entwicklung sowie deren Verhältnis zu den jeweiligen Mehrheitsgesellschaften.
Zu den Schwerpunkten zählen die historische Genese, die politische Interessenvertretung, das Schul- und Bildungswesen, die Rolle der Medien und die jeweilige Finanzierung durch die Mutterländer.
Das Ziel ist der Vergleich der beiden Minderheitengruppen, um zu klären, ob sie als "politische Minderheiten" fungieren und wie sich gegenseitige Beeinflussungen (das sogenannte "Tauschprinzip") auswirken.
Es wurde eine sozialwissenschaftliche, politologische und deskriptiv-analytische Vorgehensweise gewählt, die auf der Sekundäranalyse von Daten sowie der Auswertung von Primärquellen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in zwei Fallstudien: eine zur dänischen Minderheit in Deutschland (mit Fokus auf den SSW) und eine zur deutschen Minderheit in Dänemark (mit Fokus auf die Schleswigsche Partei).
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie nationale Minderheit, Grenzminderheit, Grenzlandpolitik, Minderheitenschutz und kulturelle Identität beschreiben.
Der SSW agiert als Regionalpartei im schleswig-holsteinischen Landtag und vertritt die Interessen der dänischen und friesischen Minderheit, wobei er sich als "Anwalt des Landesteils Schleswig" positioniert.
Die Kieler Erklärung von 1949 und die Bonn-Kopenhagener Erklärungen von 1955 schufen einen Rahmen, der ein friedliches Miteinander förderte und die Minderheitenrechte rechtlich absicherte, auch wenn diese Rechte völkerrechtlich nicht direkt einklagbar sind.
Die Finanzierung erfolgt durch eine Kombination aus dänischen staatlichen Zuschüssen, Eigenleistungen der Minderheit und zunehmend Unterstützung durch die Bundesrepublik Deutschland, wobei die Kostenlast und die Höhe der Zuschüsse ein zentraler politischer Konfliktpunkt waren.
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