Examensarbeit, 2011
47 Seiten
1 Ausgangsproblem - Mangelnde Kompetenzen im Bereich der Datenverarbeitung bei Schülern einer Abschlussklasse der Fachoberschule Wirtschaft und Verwaltung
2 Begriffsklärung und Definition von Blended-Learning für die vorliegende Arbeit
3 Wichtige lerntheoretische Grundlagen für das Konzept der vorliegenden Arbeit
3.1 Kognitivismus – Lernen als Informationsverarbeitung
3.2 Konstruktion von Wissen durch individualisierte Lernangebote
4 Klärung des in der vorliegenden Arbeit verwendeten Kompetenzbegriffes
5 Selbstgesteuertes Lernen als Voraussetzung für erfolgreiches Blended-Learning und lebenslanges Lernen
6 Der Aufbau der Unterrichtsreihe durch Unterstützung von Blended-Learning
6.1 Die Lernkultur an der Konrad-Zuse-Schule Hünfeld
6.2 Grundlegende Eigenschaften der Unterrichtsreihe
6.3 Organisationshilfen für das selbstgesteuerte Lernen der Schüler in der Unterrichtsreihe
7 Beschreibung der Lerngruppe und des zu bearbeitenden Curriculums
7.1 Beschreibung der Lerngruppe
7.2 Überblick über das zu bearbeitende Curriculum und dessen curriculare Einordnung
8 Räumliche und technische Anforderungen an die geplante Unterrichtsreihe
9 Planung Durchführung und Reflexion der Unterrichtsreihe
9.1 Ziele der Unterrichtsreihe
9.2 Gemeinsame Vereinbarungen über die Arbeitsweise in der Unterrichtsreihe
9.3 Gemeinsame Vereinbarungen über die Leistungsbewertung in der Unterrichtsreihe
9.3.1 Schriftliche Leistungsbewertung
9.3.2 Mündliche Leistungsbewertung
9.3.3 Sonstige Leistungen
9.4 Darstellung der zu erwerbende Kompetenzen in der Unterrichtsreihe
9.5 Exemplarische Vorstellung der allgemeinen Vorgehensweise im Unterricht anhand der ersten drei Lernsituationen
9.5.1 Planung des ersten Reihenabschnittes
9.5.2 Einführung in die Unterrichtsreihe und Durchführung des ersten Reihenabschnittes
9.5.2.1 Schaffen der technischen Voraussetzungen für die Schüler
9.5.2.2 Skizzierung wichtiger Erfahrungen aus der Vorbereitungsarbeit
9.5.2.3 Darstellung der ersten Unterrichtsdoppelstunde
9.5.2.4 Reflexion der ersten Unterrichtsstunde
9.5.2.5 Darstellung der Lernschleife anhand der zweiten Unterrichtsstunde
9.5.2.6 Reflexion der zweiten Unterrichtsstunde
9.5.3 Die Schülerpräsentationen
9.5.4 Der Ablauf eines Fördergespräches
9.5.5 Reflexion und Schülerfeedback des ersten Reihenabschnittes
9.6 Zusammenfassung der Arbeitsweise in den Unterrichten
10 Auswertung der Unterrichtsreihe
10.1 Gestaltung zweier individualisierter Tests basierenden auf dem Wirtschaftscurriculum
10.2 Auswertung der beiden Wirtschaftslehre Tests
10.3 Gestaltung und Auswertung eines Tests im Bereich der Datenverarbeitung
10.4 Auswertung der Portfolios
10.5 Auswertung des Feedbacks der Lernenden
11 Gesamtreflexion der Unterrichtsreihe
11.1 Beantwortung der Einstiegsfragen
11.2 Reflexion zur eingesetzten Lehr-/Lernplattform Moodle
11.3 Reflexion des selbstgesteuerten und interessegeleiteten Lernen
12 Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit Blended-Learning-Arrangements als Ergänzung zum regulären Wirtschaftsunterricht dazu beitragen können, fächerübergreifende Lernprozesse zu individualisieren und Schülern grundlegende Kompetenzen in der Datenverarbeitung zu vermitteln. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie durch den Einsatz von Moodle sowie von Checklisten und Selbsttests ein selbstgesteuerter Kompetenzerwerb unterstützt und die Vorbereitung auf die Arbeitswelt verbessert werden kann.
3.1 Kognitivismus – Lernen als Informationsverarbeitung
Der Kognitivismus kann als die Gegenbewegung des Behaviorismus verstanden werden. Besonders weil die Reduktion des Lernens auf sichtbare Verhaltensweisen kritisiert wird.16 Lernen wird in dieser Lerntheorie als „vielschichtiger Prozess der kognitiven Informationsverarbeitung“17 verstanden. Die wissenschaftliche Forschung des Konstruktivismus setzt Schwerpunkte in der Untersuchung von kognitiven Prozessen, etwa „Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, Begriffsbildung, Denken, Erkennen, Sprechen, Vorstellungen, Problemlösen, Erinnern und Vergessen“18 und auf Entscheidungsprozesse sowie das menschliche verstehen komplexer Zusammenhänge.19 Diese kognitiven Prozesse stehen in Verbindung mit emotionalen und motivationalen Vorgängen.20 Der Lerner wird als Subjekt verstanden, welches nicht durch Reize seiner Umwelt gesteuert wird,21 sondern, das sich selbst Ziele festlegt und diese Ziele auch erreicht. Zusammenfassend wird der Lernvorgang im Kognitivismus versanden als „Lernen durch Einsicht, oder auch Lernen durch Denken“22. Typische Resultate des Lernens ist das s. g. „Aha-Erlebnis“23.
Ereignis- bzw. Fallbearbeitung durch mentale Skripte des Schülers
In seiner individuellen (Lern-)Arbeit speichert der Lernende besondere Ereignisse und Probleme in s. g. Fällen in seinem Gedächtnis ab.24 Wird er mit einem ähnlichen Fall konfrontiert, so kann er die Erfahrungen aus dem vorausgehenden Fall für die Bewältigung der neuen (Lern-)Situation, welche auch als Problem verstanden werden kann, nutzen. Diese Lernerfahrung in den differenzierten (Lern-) Situationen führt zu individuellem situativem Wissen, das dem Lerner in ähnlichen Situationen einen Kontext sowie Hinweise zur Vermeidung oder Anwendung von Handlungen bereitstellt.25 Durch die erlebten Fälle entsteht bei einem Lerner ein reichhaltiges Wissen, was ihm in seinem ganzen Leben bei unterschiedlichen Problemlösungsprozessen zur Verfügung steht.
1 Ausgangsproblem - Mangelnde Kompetenzen im Bereich der Datenverarbeitung bei Schülern einer Abschlussklasse der Fachoberschule Wirtschaft und Verwaltung: Identifikation der Notwendigkeit für zusätzliche Datenverarbeitungskompetenzen und Darstellung der Probleme bei bisherigen Lösungsansätzen.
2 Begriffsklärung und Definition von Blended-Learning für die vorliegende Arbeit: Definition des Blended-Learning-Konzepts als Kombination aus Selbstlernphasen via Moodle und Präsenzunterricht.
3 Wichtige lerntheoretische Grundlagen für das Konzept der vorliegenden Arbeit: Erläuterung der kognitivistischen und konstruktivistischen Lerntheorien als Basis für selbstgesteuertes Lernen.
4 Klärung des in der vorliegenden Arbeit verwendeten Kompetenzbegriffes: Herleitung einer Kompetenzdefinition, die Wissen und Können als Einheit betrachtet.
5 Selbstgesteuertes Lernen als Voraussetzung für erfolgreiches Blended-Learning und lebenslanges Lernen: Diskussion der Bedeutung des selbstgesteuerten Lernens für die moderne Arbeitswelt.
6 Der Aufbau der Unterrichtsreihe durch Unterstützung von Blended-Learning: Beschreibung der strukturellen Gestaltung basierend auf dem Schul-Leitbild.
7 Beschreibung der Lerngruppe und des zu bearbeitenden Curriculums: Analyse der Schülervoraussetzungen und Einordnung in das Fachcurriculum.
8 Räumliche und technische Anforderungen an die geplante Unterrichtsreihe: Dokumentation der infrastrukturellen Voraussetzungen für den Unterricht.
9 Planung Durchführung und Reflexion der Unterrichtsreihe: Detaillierte Darstellung der Unterrichtsplanung, der Arbeitsprozesse und der Reflexion der einzelnen Abschnitte.
10 Auswertung der Unterrichtsreihe: Analyse der erzielten Ergebnisse durch Tests, Portfolios und Schülerfeedback.
11 Gesamtreflexion der Unterrichtsreihe: Abschließende Bewertung der Zielerreichung und der eingesetzten Methoden.
12 Zusammenfassung und Ausblick: Resümee der Erfahrungen und Ausblick auf zukünftige Einsatzmöglichkeiten des Konzepts.
Blended-Learning, selbstgesteuertes Lernen, Kompetenzorientierung, Moodle, Datenverarbeitung, Tabellenkalkulation, Wirtschaftscurriculum, Portfolioarbeit, Lernplattform, individuelle Lernprozesse, Fachoberschule, berufliche Bildung, Lernberatung, Reflexion, Kognitivismus.
Die Arbeit untersucht die Integration von Blended-Learning in eine Unterrichtsreihe an einer Fachoberschule, um die Datenverarbeitungskompetenzen der Schüler neben den regulären Lerninhalten zu fördern.
Die zentralen Felder sind der Kompetenzerwerb im Bereich Bürosoftware, die Individualisierung von Lernprozessen und die Förderung selbstgesteuerten Lernens durch eine Lernplattform.
Die Kernfrage lautet, ob durch fächerübergreifende Blended-Learning-Lernarrangements ein individualisierter Kompetenzerwerb in der Datenverarbeitung bei Schülern ermöglicht werden kann.
Es wird ein lerntheoretisch begründeter, handlungsorientierter Ansatz gewählt, der kognitivistische und konstruktivistische Prinzipien mit einem Coaching-Verständnis verbindet.
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen, die detaillierte Planung der Unterrichtsreihe, die Durchführung inklusive der Arbeit mit Moodle sowie die Auswertung der erzielten Lernergebnisse.
Die wichtigsten Begriffe sind Blended-Learning, selbstgesteuertes Lernen, Kompetenzorientierung, Moodle, Datenverarbeitung und individualisierte Lernprozesse.
Die Schüler zeigen anfangs eine Umstellung, profitieren jedoch von den Freiheiten, dem individuellen Arbeitstempo und der Unterstützung durch Moodle und Peer-Feedback.
Die Lehrkraft wandelt sich vom reinen Vermittler zum Lernberater und Lernbegleiter, der den Lernprozess moderiert und individuelle Unterstützung anbietet.
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