Bachelorarbeit, 2012
83 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Strompreisverhalten, -modellierung und -absicherung in der Theorie
2.1 Der Strommarkt
2.1.1 Funktionen und Aufbau eines Strommarktes
2.1.2 Der Stromhandel in liberalisierten Strommärkten
2.2 Stromderivate
2.2.1 Absicherungsbedürfnisse der Marktteilnehmer
2.2.2 Börsengehandelte Stromderivate
2.2.2.1 Stromfutures
2.2.2.2 Stromoptionen
2.3 Charakteristika des Strompreisverhaltens am Spotmarkt
2.3.1 Besonderheiten des Gutes „Strom“
2.3.2 Stochastische Eigenschaften
2.4 Strompreismodelle für den Spotmarkt
2.4.1 Anforderungen an ein adäquates Strompreismodell in der Theorie
2.4.2 Potentiell geeignete Strompreismodelle für den Spotmarkt
2.4.2.1 Lognormales Modell
2.4.2.2 Einfaktor-Mean-Reverting Modell
2.4.2.3 Zweifaktor-Mean-Reverting Modell
2.5 Kritische Würdigung
3 Der deutsche Strommarkt
3.1 Struktur und Marktteilnehmer des deutschen Strommarktes
3.2 Der Stromhandel an der European Energy Exchange
3.2.1 Die European Energy Exchange im Überblick
3.2.2 Der EPEX-Spotmarkt
3.2.2.1 Intraday-Markt
3.2.2.2 Day-Ahead-Markt
3.2.3 Der EEX-Power-Derivatives-Terminmarkt
3.2.3.1 Phelix-Future
3.2.3.2 Phelix-Optionen
3.3 Empirische Studien der Fachliteratur zum Strompreisverhalten am EPEX-Spotmarkt
3.4 Kritische Würdigung
4 Strompreisverhalten, -modellierung und -absicherung am Praxisbeispiel der European Energy Exchange
4.1 Empirische Analyse zum Strompreisverhalten am EPEX-Spotmarkt
4.1.1 Zielsetzung
4.1.2 Vorgehensweise
4.1.3 Ergebnisse
4.2 Deduktion eines adäquaten Strompreismodells für den EPEX-Spotmarkt
4.2.1 Anforderungen an das Strompreismodell in der Praxis
4.2.2 Selektion eines adäquaten Strompreismodells
4.3 Beispielhafte Absicherungsstrategien für Industrieunternehmen
4.3.1 Annahmen des Praxisbeispiels
4.3.2 Absicherung durch Phelix-Futures
4.3.3 Absicherung durch Phelix-Call-Optionen
4.4 Kritische Würdigung
5 Fazit und Ausblick
Die Arbeit analysiert das Strompreisverhalten am deutschen Spotmarkt der European Energy Exchange (EEX) und untersucht geeignete Absicherungsmöglichkeiten gegen Preisrisiken für Industrieunternehmen. Das zentrale Ziel ist es, ein adäquates stochastisches Preismodell zu identifizieren, das die spezifischen Charakteristika des Strompreises – wie Mean-Reverting-Verhalten und Volatilität – abbildet und so eine praxisnahe Risikokalkulation ermöglicht.
2.3.1 Besonderheiten des Gutes „Strom“
Strom besitzt im Vergleich zu anderen handelbaren Rohstoffen einige individuelle Besonderheiten, die im Hinblick auf den Handel und das Preisverhalten von Strom wichtig sind:
(1) Strom kann nicht gespeichert werden: Im Strommarkt existiert bislang keine ökonomisch bedeutende Technologie zum Speichern von Strom. Eine solche Technologie wäre zum intertemporalen Austausch von Strom zur Begleichung von Nachfrage und Angebotsschwankungen notwendig, um die Auswirkungen auf den Strompreis abzuschwächen. In den meisten anderen Rohstoffmärkten (z.B. Öl und Gas) werden die Preisauswirkungen von Nachfrage und Angebotsschwankungen durch die Möglichkeit der Lagerung des Rohstoffes gedämpft.
(2) Strom wählt im Stromnetz den Weg des geringsten Widerstandes: Der Stromfluss und die Netzspannung eines Stromnetzes unterliegen physikalischen Gesetzmäßigkeiten, die durch das Ohmsche Gesetz und die Kirchhoffschen Gleichungen definiert sind. Diese besagen u.a., dass der Strom im Stromnetz „den Weg des geringsten Widerstandes“ wählt, die Netzspannung einen bestimmten kritischen Wert nicht übersteigen darf und es im Laufe der Übertragung des leitungsgebundenen Stroms über das Stromnetz zu Leitungsverlusten kommt. In Folge dessen kommt es im Stromnetz zu komplexen Wechselwirkungen, sodass ein Abfallen der Stromnetzspannung in einem Teil des Stromnetzes die Stromnetzspannung und somit auch das Stromflussverhalten in einem anderen Teil des Stromnetzes beeinflusst.
(3) Strom bewegt sich mit Lichtgeschwindigkeit: Strom bewegt sich mit Lichtgeschwindigkeit durch das Stromnetz. Aufgrund der unter (2) erläuterten physikalischen Eigenschaften von Strom und der Übertragung mit Lichtgeschwindigkeit ist es notwendig, Angebot und Nachfrage nach Strom jederzeit realtime durch eine zentrale Instanz zu managen. Dies ist besonders schwierig, da die Nachfrageseite im Regelfall den Strom ohne vorherige Ankündigung verbraucht, sodass kurzfristig einsetzbare Reservekapazitäten zur Stromerzeugung – also der Angebotsseite – notwendig sind, um bei einem starken Anstieg der Stromnachfrage sofort und ohne zeitliche Verzögerung aktiviert werden zu können.
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Problemstellung der Strompreisvolatilität dar und definiert das Ziel, adäquate Absicherungsinstrumente für Industrieunternehmen an der EEX zu analysieren.
2 Strompreisverhalten, -modellierung und -absicherung in der Theorie: Das Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen liberalisierter Strommärkte, derivativer Absicherungsinstrumente und stochastischer Strompreismodelle.
3 Der deutsche Strommarkt: Hier werden die Struktur des deutschen Strommarktes und die spezifische Rolle der European Energy Exchange (EEX) sowie deren Teilmärkte detailliert beschrieben.
4 Strompreisverhalten, -modellierung und -absicherung am Praxisbeispiel der European Energy Exchange: Dieses Kapitel führt eine empirische Analyse der EEX-Spotpreise durch, leitet ein geeignetes Modell ab und illustriert Absicherungsstrategien anhand der fiktiven Solinger Zement AG.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zunehmende Bedeutung der Professionalisierung im Risikomanagement für Stromkonsumenten.
Strommarkt, Strompreisverhalten, Volatilität, Spotmarkt, EEX, Stromderivate, Hedging, Phelix, Stromfutures, Stromoptionen, Risikomanagement, Mean-Reverting, Merit-Order, Liberalisierung, EPEX
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Strompreisentwicklung an der European Energy Exchange (EEX) und wie Unternehmen sich gegen die damit verbundenen Preisrisiken absichern können.
Die Schwerpunkte liegen auf der Struktur des Strommarktes, der theoretischen Modellierung von Strompreisen und der praktischen Anwendung von Finanzderivaten zur Absicherung.
Ziel ist es, ein geeignetes mathematisches Strompreismodell zu finden, das die stochastischen Besonderheiten von Strompreisen wie Mean-Reverting-Verhalten und Preisspitzen adäquat abbilden kann.
Die Autorin nutzt deskriptive statistische Verfahren wie Histogramme, die Berechnung von Momenten (Schiefe, Kurtosis) sowie den Jarque-Bera-Test zur Überprüfung der Normalverteilung.
Der Hauptteil umfasst sowohl die theoretische Fundierung des Stromhandels und der Preisbildung als auch eine großangelegte empirische Analyse mit über 3.800 Handelstagen.
Wichtige Fachbegriffe sind Hedging, Phelix-Futures, Merit-Order, Spotmarkt, Stromderivate und stochastische Prozesse.
Die größte Besonderheit ist die fehlende Speicherbarkeit von Strom, was dazu führt, dass Angebot und Nachfrage jederzeit in Echtzeit über den Systembetreiber ausgeglichen werden müssen.
Sie dienen im Praxisbeispiel dazu, den Einkaufspreis für Strom für einen zukünftigen Zeitraum fest zu fixieren, um das Risiko unvorhersehbarer Preissprünge zu eliminieren.
Während Futures den Preis festlegen, bieten Call-Optionen dem Unternehmen eine Absicherung nach oben (Preisdeckelung), lassen aber die Chance offen, von sinkenden Marktpreisen zu profitieren.
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