Bachelorarbeit, 2011
42 Seiten, Note: 5.5 / 6
Einleitung
1. Der historische Kontext
1.1. Vorkolonialzeit
1.2. Kolonialisierung
1.3. Bartolomé de las Casas
1.4. Nachkoloniale Entwicklungen
1.5. Lateinamerika am Vorabend des Konzils
1.6. Fazit
2. Der Beitrag lateinamerikanischer Bischöfe zum Konzil
2.1. Papst Johannes XXIII. und das Konzil
2.2. „Die Kirche der Armen“
3. Die Rezeption des Konzils in Lateinamerika
3.1. Medellín 1968
3.2. Befreiungstheologie
3.3. Puebla 1979
3.4. Santo Domingo 1992, Aparecida 2007
4. Abschliessende Überlegungen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rezeption des Zweiten Vatikanischen Konzils auf dem lateinamerikanischen Kontinent. Dabei wird analysiert, wie die katholische Kirche in Lateinamerika, geprägt von einer bewegten historischen Vergangenheit und tiefen sozialen Ungerechtigkeiten, die Konzilsbeschlüsse aufnahm, interpretierte und in eine kontextuelle Theologie der Befreiung übersetzte.
3.2. Befreiungstheologie
Medellín hatte die pastorale Grundrichtung für die weitere Arbeit vorgegeben. In der Konferenz artikulierte sich der Geist jener Bewegung, die ab dem ersten systematischen Entwurf von 1971 nach Gustavo Gutiérrez „Teología de la liberación“ heissen sollte. Neben Gutiérrez, der damit als Vater der Befreiungstheologie gilt, können als einige weitere wichtige Vertreter genannt werden: Juan Luis Segundo SJ, Segundo Galilea, Leonardo und Clodovis Boff, Erzbischof Hélder Câmara, Jon Sobrino SJ, Enrique Dussel, Ernesto Cardenal, Erzbischof Paulo Evaristo Kardinal Arns OFM und Erzbischof Óscar Romero.
Ausgangspunkt ist die Erfahrung von Unterdrückung und Ausbeutung, die Option für die Armen und Befreiung. Damit handelt es sich um eine kontextuelle Theologie. Befreiung soll ganzheitlich verstanden werden, als Befreiung von äusseren Zwängen, Gewalt, Unrecht, wirtschaftlicher und politischer Abhängigkeit, aber auch inneren Zwängen, Egoismus oder Neid. Gleichzeitig ist es auch eine Befreiung zu Freiheit, Selbstverwirklichung, Zufriedenheit, allgemein ausgedrückt, zu einem „Leben in Fülle“ (Joh 10,10). Dabei lehnte man sich, gerade in den frühen Jahren, d.h. den 70ern, als fast alle lateinamerikanische Länder von Militärdiktaturen beherrscht waren, insbesondere auch an marxistischem Gedankengut an. Kapitalismuskritik wurde zum Thema, wichtiger aber noch war, dass man die Existenz struktureller Gewalt, oder „Strukturen der Sünde“ erkannte, was in der Tat auch ein wichtiger Beitrag zur kirchlichen Soziallehre wurde.
Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Rezeption des Zweiten Vatikanischen Konzils in Lateinamerika vor dem Hintergrund der sozioökonomischen Realitäten des Kontinents.
1. Der historische Kontext: Dieses Kapitel zeichnet die Geschichte Lateinamerikas von den indigenen Kulturen über die Kolonialisierung bis hin zu den gesellschaftlichen Umbrüchen des 20. Jahrhunderts nach.
2. Der Beitrag lateinamerikanischer Bischöfe zum Konzil: Hier wird das Engagement und die Rolle der lateinamerikanischen Bischöfe während des Konzils sowie die Entstehung der Gruppe „Kirche der Armen“ analysiert.
3. Die Rezeption des Konzils in Lateinamerika: Dieser Hauptteil widmet sich den regionalen Bischofskonferenzen (Medellín, Puebla, Santo Domingo, Aparecida) und der daraus resultierenden Befreiungstheologie.
4. Abschliessende Überlegungen: Die Arbeit reflektiert die Ergebnisse der Rezeption und betont die Bedeutung einer kontextuellen, am Leben orientierten Theologie.
Zweites Vatikanisches Konzil, Lateinamerika, Befreiungstheologie, Option für die Armen, Medellín, Puebla, CELAM, Kirche der Armen, Kolonialgeschichte, Soziale Gerechtigkeit, Evangelisierung, Inkulturation, Basisgemeinden, Gustavo Gutiérrez, Bartolomé de las Casas
Die Arbeit befasst sich mit der Aufnahme und Anwendung der Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils in Lateinamerika und deren Einfluss auf die kirchliche und gesellschaftliche Entwicklung der Region.
Die Arbeit behandelt die historische Aufarbeitung des Kontinents, die Rolle der katholischen Bischöfe beim Konzil, die "Option für die Armen" sowie die Entstehung der Befreiungstheologie.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Konzil als Impulsgeber für eine eigenständige, kontextuelle Teilkirche in Lateinamerika diente, die sich aktiv den Problemen von Armut und Unrecht stellte.
Es handelt sich um eine historisch-theologische Analyse, die offizielle Dokumente der Bischofskonferenzen (CELAM) und theologische Fachliteratur miteinander verknüpft.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Rezeption des Konzils durch die Generalversammlungen in Medellín, Puebla, Santo Domingo und Aparecida sowie der damit verbundenen Entwicklung der Befreiungstheologie.
Wichtige Begriffe sind unter anderem "Option für die Armen", "Kirche der Armen", "kontextuelle Theologie", "CELAM" und der historische Bezug zu Medellín 1968.
Medellín gilt als der direkte und wichtigste Schritt der regionalen Rezeption, da hier erstmals die lateinamerikanische Wirklichkeit und der Wunsch nach Befreiung explizit als pastorale Aufgabe formuliert wurden.
Die Arbeit stellt fest, dass die anfängliche, teils unkritische Nutzung marxistischer Hilfsmittel mit der Zeit korrigiert wurde und Rom den Abstand der Befreiungstheologie zum Marxismus inzwischen anerkennt.
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