Masterarbeit, 2012
131 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Gliederung
1.3 Ratingagenturen als mögliche Auslöser von Krisen
2 Grundlagen
2.1 Gegenstand und Problematik eines Ratings
2.1.1 Der Ratingbegriff
2.1.2 Probleme und Gefahren bei der Durchführung eines Ratings
2.1.2.1 Das Agency – Problem
2.1.2.2 Weitere Probleme
2.1.2.3 Fehler bei der kategorialen Insolvenzprognose
2.2 Die bedeutendsten Ratingagenturen und deren jeweiligen Ratingklassen
2.3 Der Zusammenhang zwischen Ratingklasse und Ausfallwahrscheinlichkeit
2.3.1 Ausfallquote und Ausfallwahrscheinlichkeit
2.3.2 Ratings im Zeitablauf mit Hilfe von Migrationsmatrizen
3 Der externe Bewertungsprozess bei Ratingagenturen
3.1 Überblick über den Ablauf des externen Ratingprozesses
3.2 Die Ratingkriterien
3.2.1 Länderrisiko
3.2.2 Branchenrisiko
3.2.3 Unternehmensrisiko
3.2.3.1 Wettbewerbssituation
3.2.3.2 Managementqualität
3.2.3.3 Finanzsituation
3.2.3.3.1 Hybride Finanzinstrumente
3.2.3.3.2 Pensionsverpflichtungen
3.3 Bewertung und Verknüpfung der Kriterien
3.4 Veröffentlichung des Ratings und seine fortlaufende Überwachung
4 Methoden der Bonitätsbewertung
4.1 Qualitative Analyse
4.2 Quantitative Analyse
4.2.1 Das Z-Modell im Rahmen der statistischen Analyse
4.2.1.1 Die Diskriminanzfunktion des Z-Modells und ihre Komponenten
4.2.1.2 Erläuterungen der Kennzahlen
4.2.1.3 Entscheidungsregel und Güte des Modells
4.2.1.4 Kritische Würdigung
4.2.2 Das Optionspreismodell als kausalanalytische Insolvenzprognose
4.2.2.1 Annahmen
4.2.2.2 Die Ermittlung der Ausfallwahrscheinlichkeit
4.2.2.3 Der Zusammenhang zwischen der Ausfallwahrscheinlichkeit und der Distance-to-Default
4.3 Moody´s KMV Expected Default Frequency RiskCalc v3.1 Modell
4.3.1 Das Modell und seine Komponenten
4.3.2 Erläuterung der Variablen und deren Abbildung auf die Ausfallwahrscheinlichkeit
4.3.3 Die Gewichtung der Variablen
4.3.4 Branchenanpassungen
4.3.5 Anpassungen an den Kreditvergabezyklus
5 Moody´s Ratinganalyse am Beispiel der Automobilindustrie
5.1 Erläuterung der Haupt- und Unterfaktoren und deren Hinführung zum Rating
5.1.1 Marktposition & Trend
5.1.2 Verschuldungsgrad & Liquidität
5.1.3 Profitabilität & Gewinn
5.1.4 Kapitalfluss & Kapitaldienst
5.2 Annahmen, Beschränkungen und die in den Hauptfaktoren nicht berücksichtigten Kriterien
5.3 Umsetzung und Veranschaulichung von Moody´s vereinfachter Ratinganalyse am Beispiel der Volkswagen AG
5.3.1 Marktposition & Trend
5.3.2 Verschuldungsgrad & Liquidität
5.3.3 Profitabilität & Gewinn
5.3.4 Kapitalfluss & Kapitaldienst
5.3.5 Hinführung zum abschließenden Rating
6 Schlussbemerkungen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Prozess der externen Bonitätsbewertung durch Ratingagenturen, um darzulegen, wie ein Ratingurteil zustande kommt und durch welche Faktoren es beeinflusst wird. Dabei wird insbesondere hinterfragt, wie Ratingagenturen agieren und welche methodischen Ansätze, wie etwa das Z-Modell oder Moody's RiskCalc v3.1 Modell, zur Anwendung kommen, wobei auch der Einfluss von Interessenskonflikten kritisch beleuchtet wird.
2.1.1 Der Ratingbegriff
Der Begriff Rating besitzt zwei Bedeutungen. Er bezeichnet…
• …die Vorgehensweise, mit der die Bonität bzw. die zukünftige Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens oder eines Staates festgestellt wird.
• …das Ergebnis einer solchen Analyse.
Ein Rating ist folglich ein Urteil über die Bonität eines Emittenten oder einer Emission. Anders ausgedrückt stellt ein Rating eine Einschätzung der Wahrscheinlichkeit dar, mit der ein Kreditnehmer seine Schulden zuzüglich Zinsen zurückzahlen kann. Ratings werden differenziert nach dem Zeithorizont (kurz- vs. langfristig), dem Gegenstand der Analyse (Emissions- vs. Emittenten-Rating) sowie dem Auftraggeber des Ratings. Den Zeithorizont betreffend wird weiterhin zwischen kurzfristigen Ratings mit einem Zeithorizont von bis zu einem Jahr und langfristigen Ratings mit einem Zeithorizont von mindestens einem und bis zu vier Jahren unterschieden. Für gewöhnlich wird jedoch ein Ein-Jahres-Horizont zugrunde gelegt. Da sich ein kurzfristiges Rating in der Regel jedoch aus einem langfristigen ableiten lässt, ist die vorliegende Arbeit auf die Darstellung eines langfristigen Ratings beschränkt.
1 Einleitung: Dieses Kapitel motiviert die Untersuchung von Ratingagenturen angesichts ihrer Rolle in Finanzkrisen und erläutert die Zielsetzung sowie die Gliederung der Arbeit.
2 Grundlagen: Hier werden die theoretischen Grundlagen erläutert, einschließlich des Ratingbegriffs, der Bedeutung internationaler Ratingagenturen und der statistischen Zusammenhänge zwischen Ratingklassen und Ausfallwahrscheinlichkeiten.
3 Der externe Bewertungsprozess bei Ratingagenturen: Dieses Kapitel detailliert den Ablauf eines Ratingprozesses und analysiert die wesentlichen Ratingkriterien, von Länder- und Branchenrisiken bis hin zu spezifischen Unternehmensrisikofaktoren wie Managementqualität und Finanzsituation.
4 Methoden der Bonitätsbewertung: Hier werden die qualitativen und quantitativen Methoden, darunter das Z-Modell und das RiskCalc v3.1 Modell von Moody's, tiefgehend vorgestellt und kritisch gewürdigt.
5 Moody´s Ratinganalyse am Beispiel der Automobilindustrie: Dieses Kapitel wendet die zuvor erläuterte Methodik vereinfacht auf die Automobilbranche an und veranschaulicht den Prozess anhand der Volkswagen AG.
6 Schlussbemerkungen: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Reflexion über die Qualität und die Rolle von Ratingagenturen sowie die regulatorische Debatte ab.
Ratingagenturen, Bonitätsbewertung, Ausfallwahrscheinlichkeit, Finanzrisiko, Unternehmensrisiko, Ratingprozess, Z-Modell, Moody's, Standard & Poor's, Fitch, Automobilindustrie, Finanzkrise, Insolvenzprognose, Agency-Problem, Kapitalstruktur.
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung des externen Bewertungsprozesses, den Ratingagenturen bei der Bonitätsbeurteilung von Unternehmen anwenden.
Die zentralen Felder umfassen die Definition und Problematik von Ratings, den Ablauf des Bewertungsprozesses, die relevanten Ratingkriterien (Länder-, Branchen- und Unternehmensrisiken) sowie verschiedene quantitative und qualitative Bewertungsmethoden.
Das primäre Ziel ist es, den Prozess der Bonitätsbewertung zu durchleuchten und darzulegen, wie ein Ratingurteil zustande kommt, sowie die Faktoren zu identifizieren, die eine solche Bewertung beeinflussen.
Es werden verschiedene quantitative Methoden wie das Z-Modell (Diskriminanzanalyse) und das RiskCalc v3.1 Modell von Moody's sowie qualitative, heuristische Methoden in der Ratinganalyse theoretisch untersucht.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Grundlagen, die detaillierte Beschreibung des externen Bewertungsprozesses inklusive spezifischer Kriterien sowie die Erläuterung und Anwendung verschiedener Bewertungsmethoden am Beispiel der Automobilindustrie.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Ratingagenturen, Bonitätsbewertung, Ausfallwahrscheinlichkeit, Finanzrisiko, Z-Modell und Ratingprozess charakterisiert.
Ratingagenturen berücksichtigen Pensionsverpflichtungen als Teil der Verschuldungsanalyse, wobei insbesondere die Unterschiede zwischen interner Finanzierung (Rückstellungen) und externer Finanzierung (Pensionsfonds) sowie deren Zurechnung zum Eigen- oder Fremdkapital analysiert werden.
Die Agenturen unterscheiden sich in ihrer methodischen Vorgehensweise bei der Zurechnung von hybriden Finanzinstrumenten zum Eigenkapital, wobei Moody's in Abhängigkeit von Fälligkeit und Wandlungsoptionen fünf Klassen definiert, während S&P anhand spezifischer Merkmale wie Auszahlungsaufschub und Dauerhaftigkeit eine Kategorisierung vornimmt.
Das Fallbeispiel der Volkswagen AG dient als praktische Veranschaulichung der vereinfachten Ratinganalyse, bei der durch die Anwendung der Haupt- und Unterfaktoren ein fiktiver Verbundgewichtungsfaktor berechnet wird, um das resultierende Rating zu verdeutlichen.
Das Agency-Problem ist relevant, da Ratingagenturen in der Regel von den Unternehmen bezahlt werden, die sie bewerten sollen, was zu einem Interessenkonflikt zwischen objektiver Bewertung und gewinnmaximierenden Anreizen führt.
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