Diplomarbeit, 2012
67 Seiten, Note: 1,0
1 Einführung
2 Finanzielle Rahmenbedingungen
2.1 Krankenhausfinanzierung
2.2 Diagnosis Related Groups
3 Krankenhaus-Unternehmenssteuerung
3.1 Ausgangssituation
3.2 Ziele und Aufgaben
3.3 Strategische Unternehmensführung
3.3.1 Benchmarking
3.3.2 Portfolio-Analyse
3.3.2.1 Die 4-Felder-Matrix der Portfolio-Analyse
3.3.2.2 Reaktion in Form von Normstrategien
3.3.2.3 Kritik an der Portfolio-Analyse
3.4 Operative Unternehmensführung
4 Betriebliche Leistungserstellung
4.1 Krankenhausprodukt als Dienstleistung
4.2 Prozess der Leistungserstellung
4.3 Stufenmodelle
4.4 Zur Problematik der Leistungsbewertung und -steuerung
5 Klinische Behandlungspfade
5.1 Begriffsbestimmung
5.2 Zielsetzung
5.3 Zielformulierung
5.4 Prozessorientierung im funktionalen Krankenhaus
5.5 PDCA-Zyklus
5.6 Pfadarbeit
5.6.1 Pfadkonstruktion
5.6.2 Pfadimplementierung
5.6.3 Umgang mit Varianzen
5.6.4 Pfaddokumente
5.6.5 Benchmarking auf Pfadbasis
6 Effekte von Behandlungspfaden
6.1 Menge und Qualität
6.2 Mitarbeiter und Qualität
6.3 Behandlungspfade und Dokumentation
6.4 Rechtliche Aspekte
6.5 Verweildauer und Kosten
6.6 Behandlungspfade und Schnittstellen
6.7 Der Patient im Pfad
6.8 Behandlungspfade und ihre Entwicklungskosten
6.9 Kritik an der Effektbeurteilung
7 Fazit
Die Arbeit untersucht das Potenzial klinischer Behandlungspfade als Instrument der Krankenhaus-Prozesssteuerung. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse, wie durch die Standardisierung medizinischer Abläufe einerseits die Effizienz und Wirtschaftlichkeit verbessert werden können, während gleichzeitig die Qualität der Patientenversorgung gesichert oder gesteigert wird.
5.6.1 Pfadkonstruktion
Nach der strategischen Entscheidung zur Einführung von Behandlungspfaden erfolgt die operative Umsetzung durch eine Festlegung des kompletten Behandlungsablaufes durch den zuständigen Vertreter des ärztlichen Dienstes. Auf Basis dieser Angaben erstellt das Pfadteam einen ersten, provisorischen Algorithmus. Zur Anwendung kommen Evidenz-basierte Leitlinien. Darüber hinaus wird der Behandlungsablauf einer Grundsatzdiskussion durch erfahrene Mitarbeiter unterworfen, die durchschnittliche Verweildauer festgelegt, notwendige Konsildienste festgeschrieben, ggf. OP-Vorbereitungen definiert und das Patientenkollektiv für den Pfad möglichst exakt definiert (Pfadbeschreibung). Unter Niederschrift einer sog. Komponentenübersicht wird die spezifische Weiterbearbeitung des Pfades durch die zuständigen Abteilungen/Berufsgruppen geordnet.
Eine Komponente beschreibt dazu ein in sich logisch abgegrenztes Pfadstück und die hierbei zu erbringenden Leistungen der Mitarbeiter einer Kostenstelle. Die minutengenaue Erfassung aller Einzelleistungen ist Grundlage der Pfadkalkulation und der Pfadkostenrechnung, die aber nicht Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit sind und hier nicht weiter ausgeführt werden sollen. Projektleitung, pfadverantwortlicher Arzt, Pflegedienst und Medizincontroller konstruieren so in mindestens drei mehrstündigen Teamsitzungen einen Pfad unter Hinzuziehung weiterer Berufsgruppen. Das Verfahren stellt sich zeit- und personalintensiv dar, ermöglich aber durch die intensive Zusammenarbeit der interdisziplinären Teams schon in dieser Phase der Pfadkonstruktion eine schrittweise Prozessoptimierung.
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die wirtschaftliche Krise deutscher Krankenhäuser und identifiziert Behandlungspfade als ein geeignetes Mittel zur Hebung von Produktivitätsreserven bei gleichzeitiger Qualitätssicherung.
2 Finanzielle Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel erläutert die duale Krankenhausfinanzierung und das DRG-System als Entgeltsystem, das den finanziellen Handlungsspielraum der Kliniken einschränkt.
3 Krankenhaus-Unternehmenssteuerung: Es werden Instrumente des strategischen Managements wie Benchmarking und Portfolio-Analyse vorgestellt, um Krankenhäuser trotz regulatorischer Einschränkungen steuerbar zu machen.
4 Betriebliche Leistungserstellung: Der Fokus liegt hier auf dem Verständnis des Krankenhausprodukts als komplexen Dienstleistungsprozess, der interdisziplinäre Zusammenarbeit erfordert.
5 Klinische Behandlungspfade: Dieses Hauptkapitel definiert das Konzept der Behandlungspfade, beschreibt den PDCA-Zyklus für deren Arbeit und erläutert die Phasen von Konstruktion bis zur Dokumentation.
6 Effekte von Behandlungspfaden: Hier werden die Auswirkungen auf Menge, Qualität, Mitarbeiter, Dokumentationsaufwand, Verweildauer und Kosten anhand der Fachliteratur kritisch analysiert.
7 Fazit: Die Arbeit schließt mit der Einschätzung, dass Behandlungspfade zwar kein Allheilmittel, aber ein sinnvolles Instrument zur Steuerung bei komplexen Abläufen sind, sofern sie als hausgemachtes Ergebnis interdisziplinärer Teamarbeit entstehen.
Klinische Behandlungspfade, Krankenhausmanagement, DRG, Prozessoptimierung, Dienstleistung, Krankenhausfinanzierung, Fallpauschalen, Qualitätssicherung, PDCA-Zyklus, Pfadkostenrechnung, Patientenorientierung, Effizienzsteigerung, Prozesssteuerung, Gesundheitswesen, interdisziplinäre Zusammenarbeit.
Die Arbeit analysiert, inwiefern klinische Behandlungspfade ein geeignetes Instrument für das Management von Krankenhäusern sind, um Prozesse in einem regulatorisch eingeschränkten Umfeld effizienter und wirtschaftlicher zu gestalten.
Die zentralen Felder umfassen die Krankenhausfinanzierung, Instrumente der Unternehmenssteuerung, die Besonderheiten der betrieblichen Leistungserstellung im Krankenhaus sowie die konkrete Konzeption und Implementierung klinischer Behandlungspfade.
Ziel der Arbeit ist es, zu untersuchen und einzuschätzen, ob mittels der Implementierung klinischer Behandlungspfade relevante ökonomische und qualitative Effekte auf die Krankenhausbehandlung erzielt werden können.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Analyse der einschlägigen Fachliteratur, der Verknüpfung von Managementtheorien mit dem Krankenhausalltag sowie der Auswertung von Studien zu Nutzen- und Kosteneffekten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des finanziellen Rahmens (DRG), die Grundlagen der Krankenhaussteuerung, die prozessuale Leistungserstellung sowie die detaillierte Beschreibung des Konzepts der Behandlungspfade inklusive Konstruktion, Implementierung und Effektbeurteilung.
Die Arbeit ist stark durch Begriffe wie Prozessorientierung, Ressourcenverbrauch, Standardisierung, interdisziplinäre Zusammenarbeit, Wirtschaftlichkeit und Patientenorientierung geprägt.
Das Drei-Säulen-Modell (Medizin, Pflege, Verwaltung) wird kritisch als eher funktional und oft ineffektiv für eine horizontale Patientensteuerung hinterfragt, wobei Behandlungspfade dazu dienen, diese traditionellen Grenzen zugunsten der Patientenversorgung zu überwinden.
Die Entwicklung und Implementierung erfordert einen hohen personellen Zeitaufwand durch interdisziplinäre Teams, ist methodisch komplex und verlangt eine dauerhafte Anpassung an die spezifischen Bedingungen des Krankenhauses, was als Investitionsentscheidung zu betrachten ist.
IT-gestützte Systeme ermöglichen eine effizientere Erfassung und Visualisierung der Leistungen, was nicht nur zur Transparenz beiträgt, sondern auch die Qualität der Dokumentation erhöht und zur besseren Steuerung des Behandlungsverlaufs dient.
Der Autor argumentiert, dass Behandlungspfade zwar standardisieren, aber durch die Möglichkeit zur Berücksichtigung von Varianzen und die Betonung der interdisziplinären Zusammenarbeit keineswegs zwangsläufig zu einer rein mechanischen "Fließbandmedizin" führen, sofern die individuelle Patientenbetreuung als Kernaufgabe bestehen bleibt.
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