Bachelorarbeit, 2012
44 Seiten, Note: 1,00
1 Inhalt
2 Kapitalmarkttheorien
2.1 Klassische Kapitalmarkttheorie
2.1.1 Rationalitätskonzept
2.1.2 Effizienzmarkthypothese
2.1.3 Kritik an klassischer Kapitalmarkttheorie
2.2 Behavioral Finance
2.2.1 Quasirationalität
2.2.2 Limitierte Arbitrage
3 Kalendarische Anomalien
3.1 Day-of-the-Week-Effekt
3.2 Holiday-Effekt
3.3 Turn-of-the-Month-Effekt
3.4 Januar-Effekt
3.5 Halloween-Effekt
4 Daten und Methoden
4.1 Daten
4.2 Methoden
5 Empirische Ergebnisse
5.1 Turn-of-the-Year-Effekt oder Effekte?
5.1.1 Ergebnisse des Januar-Effekts für DM-Indizes
5.1.2 Prüfung auf zeitliche Persistenz
5.1.3 Januar-Effekt für EM-Indizes
5.1.4 Dezember-Effekt?
5.2 Halloween-Effekt
5.2.1 Ergebnisse für DM-Indizes
5.2.2 Prüfung auf zeitliche Persistenz
5.2.3 Ergebnisse für EM-Indizes
5.2.4 Berücksichtigung von Ausreißern
5.3 Gegenseitige Beeinflussung der Effekte
6 Schlussfolgerungen
7 Anhang
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von kalendarischen Anomalien für Aktienanalysen. Ziel ist es, unter Anwendung empirischer Methoden das Vorliegen und die Persistenz des Januar-Effekts sowie des Halloween-Effekts auf globaler Ebene zu analysieren und dabei kritisch zu hinterfragen, ob diese Muster im Einklang mit der Effizienzmarkthypothese stehen oder eine Abkehr hiervon rechtfertigen.
2.2.1 Quasirationalität
Ein quasirationaler Investor bewertet seine Entscheidungsmöglichkeiten in komplexen Situationen unter Risiko nicht ausschließlich nach objektiven Kriterien. Der individuelle Nutzen wird dabei an subjektiven Referenzpunkten gemessen, wobei sich eine signifikante Aversion gegenüber Verlusten abzeichnet.22
Der Marktakteur bedient sich oft Heuristiken als Hilfsmittel zum schnellen Treffen von Entscheidungen und zur Reduktion der Komplexität des Problems.23 Dabei wird bereits bei der Informationsaufnahme auf bekanntes Wissen bzw. Erfahrungen, welche im Gedächtnis verankert sind, zurückgegriffen. Dies kann die Entscheidung für den Investor erleichtern, verzerrte Vereinfachungen bzw. inkorrekte Heuristiken können jedoch Irrationalitäten verursachen.
Der Rahmen (Frame), in welchem die Informationen präsentiert und vom Investor aufgenommen werden, ist ein ebenso relevanter Punkt für die Entscheidungsfindung. Variierende Darstellungen desselben Problems, beispielsweise der Zeitpunkt oder die Formulierung in Gewinn- oder Verlustgrößen, können unterschiedliche Ergebnisse verursachen.24
Die von Kahneman und Tversky (1979) formulierte Prospect Theory versucht ebenfalls Irrationalitäten bei der Entscheidung unter Risiko zu erklären und hat damit die Behavioral Finance stark geprägt. Dabei wird ersichtlich, dass der Entscheider eine stärkere Aversion gegenüber Verlusten als eine Affinität zu betragsmäßig identischen Gewinnen hat.25
Kapitel 2 Kapitalmarkttheorien: Gegenüberstellung der klassischen Kapitalmarkttheorie, die auf rationalem Anlegerverhalten und Markteffizienz basiert, mit der Behavioral Finance, welche psychologische Aspekte und menschliche Irrationalitäten in den Mittelpunkt stellt.
Kapitel 3 Kalendarische Anomalien: Erläuterung theoretischer Hintergründe zu saisonalen Mustern an Aktienmärkten, wie dem Day-of-the-Week-Effekt, dem Holiday-Effekt, dem Turn-of-the-Month-Effekt sowie dem Januar- und Halloween-Effekt.
Kapitel 4 Daten und Methoden: Beschreibung der verwendeten Datengrundlage (MSCI-Reinvestment-Indizes für 24 Industrienationen) und des linearen Regressionsmodells zur statistischen Prüfung der Anomalien.
Kapitel 5 Empirische Ergebnisse: Detaillierte Darstellung der Testergebnisse hinsichtlich der Existenz und Persistenz von Januar- und Halloween-Effekten sowie der Robustheit gegenüber Ausreißern und gegenseitigen Effekten.
Kapitel 6 Schlussfolgerungen: Synthese der empirischen Resultate, die das Verschwinden des Januar-Effekts bestätigen, während der Halloween-Effekt als persistentes Puzzle bestehen bleibt und deskriptives Potenzial für vergangene Muster bietet.
Behavioral Finance, Kapitalmarkttheorie, Effizienzmarkthypothese, Kalendarische Anomalien, Januar-Effekt, Halloween-Effekt, Aktienanalyse, Renditeanomalien, Prospect Theory, Marktineffizienz, Persistenz, Regressionsmodell, Marktindizes, Arbitrage, Börsenweisheit.
Die Arbeit untersucht, inwieweit kalendarische Anomalien – also saisonale Muster in Aktienkursen – die Annahme effizienter Märkte herausfordern und ob diese Anomalien statistisch signifikant und persistent nachweisbar sind.
Die zentralen Themenfelder umfassen die theoretische Abgrenzung zwischen klassischer Kapitalmarkttheorie und Behavioral Finance, die empirische Überprüfung von Kalendereffekten sowie die Robustheit dieser Effekte gegenüber ökonomischen Störfaktoren.
Das Ziel ist die empirische Prüfung, ob der Januar-Effekt und der Halloween-Effekt auf internationaler Ebene existieren, ob sie über Zeit stabil (persistent) bleiben und ob sie durch rationale Marktakteure antizipiert und eliminiert werden.
Es wird ein lineares Regressionsmodell verwendet, das auf Dummy-Variablen basiert, um die Renditeunterschiede in spezifischen Anomalie-Monaten statistisch mittels t-Tests auf Signifikanz zu prüfen.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Beschreibung der Datenbasis, der methodischen Vorgehensweise bei den Regressionen sowie der Auswertung der Ergebnisse für Developed Markets (DM) und Emerging Markets (EM) Indizes.
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Behavioral Finance, Kalendarische Anomalien, Januar-Effekt, Halloween-Effekt und Effizienzmarkthypothese definieren.
Der Halloween-Effekt nimmt eine Sonderstellung ein, da er sich als ungewöhnlich persistent erweist und selbst nachdem er in der Fachliteratur diskutiert wurde, an vielen Kapitalmärkten signifikant präsent geblieben ist.
Die Analyse zeigt, dass der Januar-Effekt in der modernen Periode kaum noch signifikant ist und sich teilweise in einen "Dezember-Effekt" verschoben hat, was auf eine Antizipation durch Marktteilnehmer hindeutet.
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