Forschungsarbeit, 2003
27 Seiten, Note: sehr gut
1. Einleitung
1.1 Ziel der Arbeit
1.2 Datenlage und Informationsquellen
1.3 Methodische Vorgangsweise
2. Produktions- und Arbeitsorganisation in der Automobilindustrie
2.1 Definition der Automobilindustrie
2.2 Fordismus und Post-Fordismus
2.2.1 Produktion
2.2.2 Arbeit
2.2.3 Staat
2.2.4 Raum
2.3 Wandel der Automobilindustrie
2.4 Bewegung der Organisationsstrukturen
2.5 Kommunikation
3. Die Produktion
3.1 Der Press-Shop: Stanzwerk
3.2 Der Body-Shop: Karosseriebau
3.3 Der Paint-Shop: Lackiererei
3.4 Der Final-Assembly-Shop: Endfertigung
3.5 Alternative Methoden
4. Der Standort
4.1 Standortfaktoren
4.2 Standortstruktur
4.3 Ansätze der Standortanalyse
4.4 Ablauf einer Standortauswahl
4.5 Räumliche Nähe
5. Die Zulieferindustrie
5.1 Flexibilität in der Fertigung
5.2 Verringerung der Direktlieferanten
5.3 Arten der Zulieferer
5.4 Verringerung der Logistikkosten
5.5 Auftragsvergabe an die Lieferanten
5.6 Arbeitsteilung in der Produktentstehung
5.7 Grösse des Marktes
5.8. Beziehungen und Organisationsformen
6. Summary
Diese Arbeit bietet einen umfassenden Überblick über die technischen und wirtschaftsgeographischen Veränderungen innerhalb der Automobilindustrie. Ziel ist es, den Wandel von klassischen Produktionsmodellen hin zu flexiblen, postfordistischen Strukturen zu beleuchten und die Auswirkungen auf Standortentscheidungen sowie die Rolle der Zulieferer zu analysieren.
3.5 Alternative Methoden:
VW entwickelte für seinen weltweiten Produktionsverbund ein eigenes System um die Auslastung der Anlagen zu gewährleisten. Zur besseren Auslastung entwickelte man das sogenannte Drehscheibenmodell, bei dem die Produktionsstückzahlen in Werken mit mindestens zwei verschiedenen Fahrzeugmodellen (z.B. Golf und Passat) kurzfristig und mit relativ geringem Aufwand verändert werden können. Diese Verschiebung kann innerhalb eines Werks zwischen Modellen geschehen oder aber zwischen einem ganzen Werksverbund. In Europa gibt es ineinander übergreifend drei solcher Drehscheiben. Dies sind die Werke Mosel (Fertigung von Golf und Passat), Brüssel (Fertigung von Golf und Lupo) und Bratislava (Fertigung von Golf und Polo). Hierbei können bis zu 1350 Fahrzeuge pro Tag verschoben werden, was in etwa 10% der Tagesfertigung des VW-Konzerns entspricht (vgl. Sievers/Zeininger 2002, 2).
Eine solche Drehscheibe könnte folgendermassen aussehen: Im Werk Mosel wird die Produktion des Passat hinauf gefahren, dafür aber die des Golf reduziert. In Brüssel werden dafür mehr Golfs produziert und in Bratislava mehr Polos um die Verschiebungen wieder auszugleichen. Verschiebungen dieser Art sind binnen 4 Wochen möglich, man kann also relativ schnell auf geänderte Marktnachfragen reagieren.
Bei voller Auslastung könnte VW in etwa 12.000 Fahrzeuge pro Tag produzieren. Durch die Drehscheibe sind im Vergleich dazu nur 11.000 Stück möglich, allerdings werden dabei Personal und Technik besser genützt, was geringere Fixkosten zur Folge hat. Nachteilig bei dieser Methode sind die höheren Kosten für den Body-Shop, plus 10% gegenüber eines herkömmlichen Karosseriebaus. Da allerdings mehr, beziehungsweise unterschiedlicher Produziert werden kann, sinken die Herstellungskosten, die Produktivität hingegen steigt. (vgl. Sievers/Zeininger 2002, 2).
1. Einleitung: Definiert das Ziel der Arbeit, die Datenlage und die methodische Vorgehensweise zur Untersuchung der Automobilindustrie.
2. Produktions- und Arbeitsorganisation in der Automobilindustrie: Erläutert die Unterschiede zwischen fordistischen und postfordistischen Modellen sowie den Wandel der Organisationsstrukturen und Kommunikationswege.
3. Die Produktion: Beschreibt detailliert die technologischen Prozessschritte im Automobilbau vom Presswerk bis zur Endfertigung und stellt alternative Fertigungsmodelle vor.
4. Der Standort: Analysiert relevante Standortfaktoren und die Bedeutung räumlicher Nähe durch ökonomische und soziologische Effekte in Clustern.
5. Die Zulieferindustrie: Behandelt die zunehmende Flexibilität, strategische Allianzen, die Arbeitsteilung in der Produktentstehung und die Bedeutung des Outsourcings.
6. Summary: Führt stichwortartig die wesentlichen Erkenntnisse aus allen vorangegangenen Kapiteln zusammen.
Automobilindustrie, Produktionskonzepte, Fordismus, Post-Fordismus, Standortfaktoren, Zulieferindustrie, Engineering Outsourcing, Produktionskette, Standortwahl, räumliche Nähe, Cluster, Drehscheibenmodell, Systemlieferanten, Flexibilität, Wertschöpfung.
Die Arbeit untersucht den Wandel der Automobilindustrie hin zu neuen, flexibleren Produktionskonzepten aus einer wirtschaftsgeographischen und technischen Perspektive.
Die Arbeit deckt die Produktions- und Arbeitsorganisation, den Produktionsprozess selbst, Standortwahlkriterien sowie die Rolle und den Wandel der Zulieferindustrie ab.
Das Ziel ist ein Überblick über moderne Produktionstechniken und deren Auswirkungen auf Organisation, Standortfragen und Zulieferbeziehungen.
Die Arbeit basiert auf Literaturstudien, direkten Anfragen bei Automobilkonzernen sowie der Analyse von Berichten beratender Consulting-Firmen wie der Boston Consulting Group.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Produktionsformen (Fordismus/Post-Fordismus), der technischen Fertigungsschritte, der Standorttheorie sowie der engen Verflechtung mit der Zulieferindustrie.
Wichtige Begriffe sind insbesondere das Drehscheibenmodell, Engineering Outsourcing, Clusterbildungen und die strategische Neuausrichtung der Zulieferer.
Es ist ein Produktionssystem, das durch eine flexible Verschiebung von Fertigungsvolumina zwischen verschiedenen Werken eine optimale Anlagenauslastung bei schwankender Nachfrage ermöglicht.
Die räumliche Nähe ermöglicht Synergieeffekte wie den schnellen Wissensaustausch, die Reduktion von Logistikkosten und eine intensivere Kooperation, was in sogenannten Clustern zu Wettbewerbsvorteilen führt.
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