Diplomarbeit, 2010
91 Seiten, Note: 2,1
1 Einfuhrung
1.1 Einleitung
2 Der Islam und die islamische Wirtschaftsordnung
2.1 Der Islam
2.2 Die funf Saulen des Islam
2.3 Die Quellen des islamischen Rechts
2.4 Das islamische Wirtschaftssystem
2.5 Die wichtigsten Verbote im islamischen Wirtschaftssystem
2.5.1 Das Zinsverbot
2.5.2 Die wirtschaftlichen Grunde fur das Zinsverbot
2.5.3 Gharar
2.5.4 Maysir und Qimar
2.5.5 Soziale und ethische Ausschlusskriterien
3 Islamische Investitions- und Finanzierungstechniken
3.1 Mudarabah
3.2 Musharakah
3.3 Murabahah
3.4 Leasingfinanzierung (Ijarah)
3.5 Salam
3.6 Istisna
4 Islamische Bankprodukte
4.1 Konten-und Einlageprodukte
4.1.1 Das Girokonto
4.1.2 Das Sparkonto
4.1.3 Das Investmentkonto
4.2 Konsumentenkredite
4.3 Baufinanzierung
4.4 Islamische Anleihen - Sukuk
4.4.1 Sukuk-al-Ijarah
4.4.2 Sukuk-al-Musharakah
4.5 Islamische Aktienanlagen
5 Das Theoretische Modell des Islamic Banking von Mohsin Khan
5.1 Das Modell
5.1.1 Das Modell mit den fixen Preisen im islamischen Banksystem
5.1.2 Das Modell mit den fixen Preisen im konventionellen Banksystem
5.2 Schlussfolgerungen und Kommentare
6 Das Modell von Mohsin Khan und Abbas Mirakhor
6.1 Modellstruktur
6.1.1 Verhaltensbeziehungen
6.1.2 IS-Beziehung
6.1.3 LM-Beziehung
6.2 Auflosung des Modells
6.3 Schlussfolgerungen
7 Das Modell zur Bestimmung des PLS-Verhaltnisses von Zubair Hasan
7.1 Die Analyse auf der Makro-Ebene
7.1.1 Schlussfolgerungen
7.2 Die Analyse auf der Mikro-Ebene
7.2.1 Schlussfolgerungen
7.3 Relative Profitabilitat
7.3.1 Schlussfolgerungen
8 Moral Hazard und Adverse Selektion in Islamic Banking
9 Die aktuelle Situation des Islamic Banking in Deutschland und Europa
10 Zusammenfassung
Das Ziel dieser Diplomarbeit ist es, das Prinzip des Islamic Banking grundlegend zu erläutern, es dem konventionellen Banksystem gegenüberzustellen und theoretische Wirtschaftsmodelle zur Analyse heranzuziehen, um Stabilität und Funktionsweise dieses alternativen Finanzsystems zu bewerten.
2.5.2 Die wirtschaftlichen Grunde fur das Zinsverbot
Das strikte Zinsverbot im Islam ist eine Folge seiner tiefen Sorge um das moralische, soziale und wirtschaftliche Wohlergehen der Menschheit. Imam Razi (gest. 925) war der erste muslimische Wissenschaftler, der das Zinsproblem von der wirtschaftlichen Seite her betrachtet hat. In seinen Erlauterungen zum Koran gab er die vier wichtigsten Grunde fur das Zinsverbot an:
Zinsnahme bedeutet, sich das Eigentum eines anderen anzueignen, ohne ihm dafur etwas zu geben, denn wer einen Dirham gegen zwei Dirham ausleiht, bekommt einen Dirham fur nichts. Das Eigentum des Menschen ist aber dazu da, dass er seine Bedurfnisse stillt und ist darum unantastbar, nach der Uberlieferung des Propheten (s): „Das Eigentum eines Menschen ist so heilig wie sein Blut.“
Die Abhangigkeit vom Zins hindert die Leute daran, mehr zu arbeiten, um Geld zu verdienen, denn ein Mensch mit Geld kann zusatzliches Geld durch Zinsen verdienen, ohne dass er dafur arbeiten muss. Entsprechend wird der Wert der Arbeit gemindert, und er wird sich nicht der Muhe unterziehen, ein Geschaft zu eroffnen und sein Geld in Handel oder Produktion riskieren.
Zinsnahme zu erlauben bringt die Menschen nicht dazu, einander Gutes zu tun, wie der Islam das vorsieht. Wo in einer Gesellschaft Zins verboten ist, werden die Leute einander aus gutem Willen aushelfen und nicht mehr zuruckerwarten, als sie geliehen haben, wahrend dort, wo Zins erlaubt ist, der Bedurftige mehr (als er geliehen hat) fur das Darlehen zuruckzahlen muss, was seine Gefuhle der Gutwilligkeit und Freundschaft dem gegnuber vermindert, von dem er geliehen hat.
Meist wird der, der verleiht, reich und der, der leiht, arm sein. Wenn Zins erlaubt ist, wird der Reiche den Armen ausbeuten und das steht im Widerspruch zu Barmherzigkeit und Mildtatigkeit.
1 Einfuhrung: Einführung in das Thema Islamic Banking und Zielsetzung der Diplomarbeit.
2 Der Islam und die islamische Wirtschaftsordnung: Vermittlung der religiösen Grundlagen und des islamischen Wirtschaftssystems sowie der zentralen Verbote.
3 Islamische Investitions- und Finanzierungstechniken: Vorstellung und Vergleich wichtiger Techniken wie Mudarabah und Musharakah.
4 Islamische Bankprodukte: Überblick über Einlageprodukte, Kredite, Sukuk-Anleihen und Aktienanlagen.
5 Das Theoretische Modell des Islamic Banking von Mohsin Khan: Präsentation des ersten theoretischen Modells auf Basis des IS-LM-Modells.
6 Das Modell von Mohsin Khan und Abbas Mirakhor: Weiterführende Modellierung der Auswirkungen auf die Geldpolitik.
7 Das Modell zur Bestimmung des PLS-Verhaltnisses von Zubair Hasan: Analyse der Profit-Sharing-Ratios auf Mikro- und Makro-Ebene.
8 Moral Hazard und Adverse Selektion in Islamic Banking: Untersuchung von Risiken und Monitoring-Aspekten bei unvollständiger Information.
9 Die aktuelle Situation des Islamic Banking in Deutschland und Europa: Betrachtung der Marktentwicklung und der Herausforderungen in westlichen Ländern.
10 Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse und Schlussfolgerungen der Diplomarbeit.
Islamic Banking, Zinsverbot, Riba, Profit and Loss Sharing, PLS, Scharia, Mudarabah, Musharakah, Sukuk, Moral Hazard, Wirtschaftsstabilität, Investitionen, Geldpolitik, Finanzierungstechniken, Islamische Wirtschaftsordnung.
Die Arbeit untersucht das alternative Finanzsystem des "Islamic Banking", das Zinsen verbietet und auf ethischen sowie religiösen Prinzipien der Scharia basiert.
Die Themen umfassen die religiösen Grundlagen, spezifische Finanzierungstechniken, die theoretische ökonomische Modellierung sowie die aktuelle Marktsituation in Europa und Deutschland.
Ziel ist es, die Funktionsweise des islamischen Banksystems zu erläutern, es dem konventionellen System gegenüberzustellen und die Stabilität sowie wirtschaftliche Tragfähigkeit zu analysieren.
Die Arbeit stützt sich primär auf die Analyse und den Vergleich bekannter ökonomischer Modelle (wie das IS-LM-Modell) und deren Anpassung auf die Bedingungen des islamischen Finanzwesens.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der rechtlichen und ethischen Rahmenbedingungen, eine detaillierte Aufschlüsselung der Finanzinstrumente und eine mathematische Modellierung nach Khan, Mirakhor und Hasan.
Zinsverbot (Riba), Profit and Loss Sharing (PLS), Mudarabah, Musharakah, Moral Hazard und Marktentwicklung.
Khan zeigt mathematisch, dass ein auf dem PLS-Prinzip basierendes System dynamisch stabiler ist, da nominale Aktienwerte flexibel sind und das Risiko zwischen Bank und Kunde geteilt wird.
Da die Bank das komplette Kreditausfallrisiko trägt, besteht ein potenzielles Moral-Hazard-Problem, das durch Monitoring-Maßnahmen und eine sorgfältige Selektion der Kreditnehmer gemindert werden muss.
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