Hausarbeit (Hauptseminar), 2009
14 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Gründe für die Heirat mit Konstanze
3. Imperator Romanorum und der Klerus
4. Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht die Legitimationsgrundlagen der Herrschaft Heinrichs VI. über das Königreich Sizilien. Dabei wird analysiert, inwieweit der Anspruch auf den sizilischen Thron durch die Heirat mit Konstanze von Sizilien oder durch das imperiale Rechtsverständnis als Imperator Romanorum begründet wurde und wie diese Bestrebungen mit den Interessen der Kirche kollidierten.
2. Gründe für die Heirat mit Konstanze
Die Motive der staufisch- normannischen Zusammenkunft sind in der Wissenschaft sehr vielseitig und unterschiedlich diskutiert worden. Von welcher Seite und aus welchem Anlass ein Anstoß zur Hochzeit gegeben wurde, kann aus den Quellen nicht eindeutig erschlossen werden. Die Vorverhandlungen hierzu liegen weitestgehend im Dunkeln. Sie müssen in der politischen Gesamtlage, wie sie die jeweiligen Verfechter der verschiedenen Thesen sahen, gedeutet werden. Es ist jedoch anzunehmen, dass Friedrich Barbarossa den Anstoß gab. So kann es zumindest durch die Kölner Königschronik und durch die Chronik von Otto von St. Blasien gedeutet werden: „Im Jahre 1186 seit der göttlichen Fleischwerdung ließ der Kaiser Friderich durch Gesandte, die er an Wilhelm (II.), den König von Sicilien, Roger’s Sohn, schickte, dessen Schwester seinem Sohne, dem König Heinrich, verloben, und stellte, indem er dadurch das Königreich Sicilien nebst dem Namen der Mitgift, vom Schwiegervater, um es nach dessen Tode zu besitzen[…].“
Trotz der falschen Darstellung der Familienverhältnisse hat die erwähnte Anordnung Barbarossas, m.E. aus mehreren Gründen stattgefunden. Laut Scheffer- Boichorsts war die Verlobung ein geschickter Schachzug Barbarossas, der die Veroneser Verhandlungen mit dem Papst, in denen „Fragen der Wiedereinsetzung von schismatischen Geweihten, des mathildischen Erbes, der Kaiserkrönung Heinrichs und der Trierer Wahl“, geklärt werden sollten, abbrechen ließ. Ob die Bekanntgabe der Verlobung (1184) taktisch so sinnvoll war, ist zu bezweifeln, da der Papst (Lucius III.) sich weigerte den Staufersohn (Heinrich VI.) zum König zu krönen, führte dies zum Abbruch der Verhandlungen. Für Barbarossa sollte die Hochzeit auch der Schlussstein, im dauerwährenden Kampf gegen die italienischen Städte sein und den ersehnten Frieden im Reich bringen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung Heinrichs VI. ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage nach der rechtlichen Legitimation seiner Herrschaft über Sizilien.
2. Gründe für die Heirat mit Konstanze: In diesem Kapitel werden die Motive der Eheschließung zwischen Heinrich VI. und Konstanze sowie die politische Ausgangslage zwischen Staufern und Normannen diskutiert.
3. Imperator Romanorum und der Klerus: Dieser Abschnitt beleuchtet den Konflikt zwischen dem staufischen Herrschaftsanspruch und den territorialen Interessen der Kirche, insbesondere im Hinblick auf das Lehnsverhältnis.
4. Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Legitimation der sizilischen Herrschaft nicht auf einem einzelnen Argument basiert, sondern eine komplexe Verknüpfung aus Erbrecht und imperialem Anspruch darstellt.
Heinrich VI., Konstanze von Sizilien, Staufer, Normannen, Königreich Sizilien, Imperator Romanorum, Friedrich Barbarossa, Papsttum, Lehnsrecht, unio regni ad imperium, Kirchenpolitik, Erbfolge, Mittelalter, Politik, Machtanspruch
Die Arbeit befasst sich mit der Herrschaft Heinrichs VI. über Sizilien und untersucht, wie dieser Machtanspruch historisch und rechtlich legitimiert wurde.
Zu den Kernpunkten gehören die staufisch-normannische Heiratsdiplomatie, die Konfrontation mit der päpstlichen Kurie sowie die rechtlichen Argumentationsmuster der Zeit.
Das Hauptziel ist die Beantwortung der Frage, ob Heinrich VI. seine Herrschaft über Sizilien primär durch seine Stellung als Imperator Romanorum oder durch seine Ehe mit der normannischen Erbin Konstanze legitimierte.
Die Arbeit stützt sich auf eine quellenkritische Analyse zeitgenössischer Chroniken (wie die des Otto von St. Blasien) sowie auf die Auswertung relevanter fachwissenschaftlicher Literatur.
Der Hauptteil analysiert die politischen Beweggründe Barbarossas für die Heirat, die Rolle der Kinderlosigkeit Wilhelms II. sowie die daraus resultierenden rechtlichen Spannungen zwischen dem Kaiser und der Kirche.
Wichtige Begriffe sind Heinrich VI., Staufer, Normannen, Sizilien, Imperator Romanorum, Lehnsrecht und die unio regni ad imperium.
Der Autor stellt die Frage, warum Tankreds Versuch, seine eigene Legitimation durch die Kirche zu sichern, im historischen Diskurs bisher zu wenig Beachtung fand.
Konstanze wird nicht nur als Mittel zur Heiratspolitik gesehen, sondern auch als Akteurin, die ihr eigenes Erbrecht (paterna succesio) gegenüber dem kaiserlichen Machtanspruch Heinrichs VI. betonte.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

