Diplomarbeit, 2012
165 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Entwicklungen über den Verlauf der Lebensspanne
2.1 Das SOK-Modell nach Baltes
2.2 Die Sozio-emotionale Selektivitätstheorie nach Carstensen
2.3 Exkurs: Gedächtnisentwicklung
3. Eine kurze Beschreibung von Demenz
3.1 Die Symptome einer Demenzerkrankung
3.2 Depression und andere Zustände, die eine Demenz verstärken
3.3 Das Standardparadigma von Demenz nach Kitwood
4. Der Person-zentrierte Ansatz Kitwoods
4.1 Die Bedürfnisse von Personen (mit Demenz)
4.2 Maligne, bösartige Sozialpsychologie
4.3 Die positive Arbeit an der Person
5. Sozialpädagogik und Soziale Arbeit
5.1 Sozialpädagogisches Handeln (Können) nach Burkard Müller
5.2 Der Prozess professioneller Fallarbeit
5.3 Soziale Arbeit, Soziale Probleme und Demenz
5.4 Der Erhalt der Menschenwürde als Aufgabe von Sozialer Arbeit
5.5 Wohlbefinden und Lebensqualität von Menschen mit Demenz
6. Die Dementia Care Mapping Methode
6.1 Wohlbefinden und Unwohlsein im DCM
6.2 Der methodische Aufbau von DCM
6.2.1 Das Kodieren von Affekt und Kontakt
6.2.2 Das Kodieren von Verhalten
6.2.3 Personale Detraktionen
6.2.4 Personale Aufwerter
6.3 Reliabilität und Validität von DCM
7. Eine DCM Untersuchung in einem Alzheimer Tageszentrum
7.1 Planung und Einsatz von DCM
7.2 Räumlichkeiten und Tagesrhythmik im Tageszentrum
7.3 Eine kurze Beschreibung der Therapieinhalte
7.4 Graphisch gestützte Datenanalysen
7.5 Auswertung und Kritik
8. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung professioneller Sozialer Arbeit für Menschen mit Demenz. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie durch einen person-zentrierten Ansatz sowie den Einsatz von Dementia Care Mapping (DCM) das Wohlbefinden und die Lebensqualität Betroffener langfristig erhalten und gefördert werden können, anstatt sie lediglich einer medizinischen Defizitsicht zu unterwerfen.
3.3 Das Standardparadigma von Demenz nach Kitwood
Kitwood versteht die wahre Natur von Demenz als ein fortlaufendes Wechselspiel (Dialektik) zwischen den neuropathologischen und sozialpsychologischen Faktoren. Er kritisiert in diesem Zusammenhang, dass das Studium der Demenz bislang vornehmlich von Forschungsarbeiten in Disziplinen der Anatomie, Physiologie, Biochemie, Pathologie oder der Genetik dominiert wurden. Denn solche neuropathologischen Beschreibungen tendieren dazu, sich auf die organische Grundlage einer Demenz zu reduzieren (medizinisches Modell der Demenz). Infolgedessen erzeugen sie vereinfachte, unvollkommene Beschreibungen der komplexen Demenzerkrankung, die Kitwood, wie oben gesehen, als Pseudodemenzen bezeichnet.
Der Begriff des Standardparadigmas bezieht sich demnach auf die gängige Hypothese des medizinischen Modells von Demenz, dass ein Faktor oder Faktoren X zu neuropathischen Veränderungen und diese zu Demenz führen (Theorie der Verursachung). Alle geistigen und emotionalen Symptome wären demnach das direkte Ergebnis einer Reihe katastrophaler Veränderungen im Gehirn, welche unausweichlich zum Absterben von Hirnzellen führen. Solche Degenerationen gelten als irreversibel und verursachen ausschließlich eine Verschlechterung des gesamten Zustandes einer Person.
1. Einleitung: Die Autorin begründet ihre Motivation für die Arbeit durch das persönliche Schicksal ihrer Großmutter und skizziert die Problematik, Menschen mit Demenz lediglich medizinisch und defizitorientiert zu betrachten.
2. Entwicklungen über den Verlauf der Lebensspanne: Dieses Kapitel erläutert Konzepte wie das SOK-Modell von Baltes und die Sozio-emotionale Selektivitätstheorie, um Entwicklungspotenziale auch im Alter und bei Demenz aufzuzeigen.
3. Eine kurze Beschreibung von Demenz: Es erfolgt eine medizinische und symptomatische Einordnung der Demenz, wobei zwischen primären und sekundären Formen sowie dem Demenzsyndrom unterschieden wird.
4. Der Person-zentrierte Ansatz Kitwoods: Der Fokus liegt auf der Bedürfnistheorie von Kitwood, der Abgrenzung zur malignen Sozialpsychologie und der Bedeutung der positiven Arbeit an der Person zur Wahrung der Menschenwürde.
5. Sozialpädagogik und Soziale Arbeit: Dieses Kapitel verortet Soziale Arbeit theoretisch, diskutiert Konzepte der Fallarbeit nach Burkard Müller und verbindet Soziale Arbeit mit dem Erhalt der Menschenwürde und Lebensqualität.
6. Die Dementia Care Mapping Methode: Die Methodik des DCM wird als Instrument und Prozess zur Erfassung von Wohlbefinden und Pflegequalität detailliert vorgestellt, inklusive der Kodierung von Verhalten, Kontakt und Affekten.
7. Eine DCM Untersuchung in einem Alzheimer Tageszentrum: Die Autorin präsentiert eine praktische Anwendung des DCM in einer Tageseinrichtung, wertet die erhobenen Daten aus und diskutiert die Ergebnisse kritisch im Hinblick auf Pflege- und Beziehungsqualität.
8. Fazit: Die Autorin resümiert, dass Soziale Arbeit für Menschen mit Demenz essenziell ist, um über die rein physische Pflege hinaus deren Personsein und Menschenwürde in einer komplexen gesellschaftlichen Realität zu sichern.
Soziale Arbeit, Demenz, Dementia Care Mapping (DCM), Person-zentrierter Ansatz, Tom Kitwood, Menschenwürde, Lebensqualität, Wohlbefinden, Sozialpädagogik, Fallarbeit, psychosoziale Intervention, Pflegequalität, Bedürfnisorientierung, Identität, Inklusion.
Die Diplomarbeit untersucht die Rolle und Bedeutung professioneller Sozialer Arbeit bei der Begleitung und Betreuung von Menschen mit Demenz, wobei der Schwerpunkt auf der Förderung von Lebensqualität und Wohlbefinden liegt.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Demenz, der person-zentrierte Ansatz nach Tom Kitwood, die Methoden der Sozialpädagogik in der Fallarbeit sowie die praktische Evaluation mittels der Dementia Care Mapping (DCM) Methode.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch eine professionelle Soziale Arbeit, die sich an Bedürfnissen und dem Erhalt der Menschenwürde orientiert, der Verlauf einer Demenzerkrankung positiv beeinflusst und ein würdevolles Leben ermöglicht werden kann.
Die Autorin kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit der praktischen Anwendung der Dementia Care Mapping (DCM) Methode, um in einer empirischen Untersuchung in einem Tageszentrum Daten zu Wohlbefinden und Interaktionsqualität zu erheben.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Modellen zur Entwicklung im Lebensverlauf und den verschiedenen Demenzformen insbesondere der person-zentrierte Ansatz von Kitwood sowie die methodischen Grundlagen der professionellen Fallarbeit und des DCM detailliert ausgeführt.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Soziale Arbeit, Demenz, person-zentrierter Ansatz, Dementia Care Mapping, Menschenwürde, Lebensqualität und psychosoziale Intervention definieren.
Es bezeichnet die verbreitete, rein medizinisch-deterministische Sichtweise, die Demenz ausschließlich als irreversiblen Verfall und Zerstörung von Hirnfunktionen begreift, ohne dabei soziale oder psychologische Einflussfaktoren zu berücksichtigen.
Personale Detraktionen sind Ereignisse der "malignen Sozialpsychologie", die das Personsein verletzen, während personale Aufwerter Interaktionen darstellen, die das Wohlbefinden und die Identität der Person mit Demenz aktiv stärken.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Soziale Arbeit für Menschen mit Demenz unverzichtbar ist, da sie als "Anwältin" des Personseins fungieren muss, um in einem oft rein pflegefokussierten System die psychosozialen Bedürfnisse und die Menschenwürde der Betroffenen in den Mittelpunkt zu stellen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

