Hausarbeit, 2012
29 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Gering qualifiziert - Was heißt das überhaupt?
2.1 Merkmale der Zielgruppe
3. Die Arbeitsmarktsituation von Geringqualifizierten
4. Das Weiterbildungsverhalten der Menschen mit geringer Qualifikation
4.1 Zwischenfazit
5. Gründe für die Nichtteilnahme an beruflicher Weiterbildung
6. Ansatzpunkte für die Förderung der Weiterbildungsaktivitäten Geringqualifizierter
7. Resümee
Die Arbeit untersucht die Barrieren, die Menschen mit geringer Qualifikation von der beruflichen Weiterbildung abhalten, und hinterfragt kritisch, ob Weiterbildung für diese Zielgruppe tatsächlich eine Chance zur Verbesserung ihrer Arbeitsmarktposition darstellt oder ob strukturelle Faktoren eine Teilnahme weitestgehend verhindern.
3. Die Arbeitsmarktsituation von Geringqualifizierten
Seit mehreren Jahren haben sich die Risiken von gering qualifizierten Personen auf dem Arbeitsmarkt radikalisiert und ihre Erwerbschancen haben sich verringert (vgl. Solga 2005, S. 57). Die Gründe hierfür sind multikomplex. Zu nennen sind „[…] schlechtere wirtschaftliche Rahmenbedingungen, gestiegene gesellschaftliche Bildungsstandards und sozialstrukturelle Veränderungen innerhalb der Gruppe gering qualifizierter Personen“ (ebd., S. 56).
Betrachtet man sich den Anteil der Geringqualifizierten an den Erwerbstätigen insgesamt, so hat sich dieser in den letzten Jahrzehnten beinahe halbiert. Der Anteil ging in Westdeutschland von 33, 4 % im Jahr 1976 auf 17,3 Prozent im Jahr 2009 zurück (s. Tab. 1 im Anhang).
Die Zunahme der Arbeitslosenquote gering qualifizierter erwerbsfähiger Personen seit Beginn der 90er Jahre verdeutlicht ebenfalls den Trend der schlechteren Arbeitsmarktchancen der Menschen ohne beruflichen Abschluss. 1991 betrug der Anteil der gering qualifizierten Menschen, die von Arbeitslosigkeit betroffen waren, noch 15 Prozent, im Jahre 2009 ist er auf 21, 9 Prozent gestiegen (s. Abb. 2, S. 7).
Zudem klafft die Schere der Beschäftigungschancen zwischen den Menschen mit höheren und niedrigeren Qualifikationen seit Beginn der 90er immer weiter auseinander (vgl. Kalina/ Weinkopf 2005, S.1). Während die Akademiker in den letzten Jahren kaum von Erwerbslosigkeit betroffen sind (2009: 2,5 Prozent) und auch die mittlere Qualifikationsebene unterdurchschnittlich erwerbslos ist, haben sich die Arbeitsmarktchancen der Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung zunehmend verschlechtert (s. Abb. 2, S. 7). Die Beschäftigungschancen steigen also parallel mit dem Qualifikationsniveau an. Derzeit sind die gering qualifizierten Personen überdurchschnittlich oft arbeitslos (vgl. Kapitel 2). Ihre Erwerbsverläufe sind demnach von Diskontinuität geprägt, ergo ein ständiges Wechselspiel von Beschäftigungs und Arbeitslosigkeitsphasen bestimmt ihre Arbeitsverläufe (vgl. Solga 2005, S. 17 ff.).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den wirtschaftlichen Umbruch und die damit verbundene Beschäftigungsmisere für Menschen mit geringer Qualifikation, wobei die These aufgestellt wird, dass zu viele Barrieren eine Weiterbildungsteilnahme verhindern.
2. Gering qualifiziert - Was heißt das überhaupt?: Dieses Kapitel setzt sich mit der definitorischen Vielfalt des Begriffs der Geringqualifizierten auseinander und grenzt die Zielgruppe anhand formaler Qualifikationsniveaus ein.
2.1 Merkmale der Zielgruppe: Hier wird die hohe Heterogenität der Gruppe hinsichtlich Alter, Herkunft und Erwerbsbiografie sowie deren prekäre Stellung auf dem Arbeitsmarkt thematisiert.
3. Die Arbeitsmarktsituation von Geringqualifizierten: Das Kapitel analysiert die verschlechterten Arbeitsmarktchancen und die zunehmende Arbeitslosigkeit von Menschen ohne beruflichen Abschluss im Vergleich zu höher Qualifizierten.
4. Das Weiterbildungsverhalten der Menschen mit geringer Qualifikation: Es erfolgt eine quantitative Analyse der Weiterbildungsbeteiligung, die verdeutlicht, dass der Bildungshintergrund die wichtigste Determinante für Teilhabechancen ist.
4.1 Zwischenfazit: Dieses Fazit resümiert, dass berufliche Weiterbildung die ihr zugeschriebene Kompensationsfunktion nicht erfüllt, sondern durch Selektionsmechanismen bestehende Disparitäten eher verfestigt.
5. Gründe für die Nichtteilnahme an beruflicher Weiterbildung: Das Kapitel arbeitet die vielschichtigen Barrieren auf der Mikro-, Meso- und Makroebene heraus, die eine Weiterbildungsteilnahme der Zielgruppe verhindern.
6. Ansatzpunkte für die Förderung der Weiterbildungsaktivitäten Geringqualifizierter: Hier werden Empfehlungen vorgestellt, wie durch bessere Finanzierung, Transparenz, didaktische Anpassungen und Unterstützung durch das soziale Umfeld die Teilnahme gefördert werden kann.
7. Resümee: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass trotz der Zielsetzung der Inklusion die berufliche Weiterbildung weiterhin exkludierend wirkt und die Aktivierung dieser "Reservearmee" eine zentrale Herausforderung für die Zukunft bleibt.
Geringqualifizierte, berufliche Weiterbildung, Arbeitsmarkt, Weiterbildungsbarrieren, Bildungsungleichheit, Beschäftigungsfähigkeit, Qualifizierung, Lebenslanges Lernen, Selektionsmechanismus, Sozialstruktur, Weiterbildungsbeteiligung, Inklusion, Exklusion, Arbeitslosigkeit, Nachqualifizierung.
Die Arbeit thematisiert die prekäre Situation von Menschen mit geringer Qualifikation im Kontext der modernen Wissensgesellschaft und untersucht deren mangelnde Beteiligung an beruflicher Weiterbildung.
Zentrale Felder sind die Definition der Zielgruppe, ihre Arbeitsmarktsituation, die Analyse ihres Weiterbildungsverhaltens sowie die Identifikation von Barrieren, die eine Teilnahme an Bildungsmaßnahmen erschweren.
Das primäre Ziel ist es, die These zu untermauern, dass strukturelle und subjektive Grenzen eine Weiterbildungsteilnahme der Geringqualifizierten verhindern und das Versprechen der "zweiten Bildungsphase" als Chance nur begrenzt eingelöst wird.
Es handelt sich um eine Literatur- und Sekundärdatenanalyse, bei der aktuelle Studien und statistische Berichte (wie das Berichtssystem Weiterbildung) ausgewertet werden.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Arbeitsmarktchancen der Zielgruppe, quantifiziert deren Weiterbildungsbeteiligung im Zeitverlauf und systematisiert die vielfältigen Hemmnisse, die eine aktive Weiterbildung verhindern.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Geringqualifizierte, Weiterbildungsbarrieren, Bildungsungleichheit, Selektionsmechanismen und die prekäre Arbeitsmarktsituation.
Da viele Geringqualifizierte in Jobs mit geringem Lerngehalt und hoher Standardisierung arbeiten, fehlen die nötigen Anreize und die betriebliche Förderung für eine Weiterbildung, was die Teilnahme zusätzlich mindert.
Negative Erfahrungen in der Schulzeit führen bei der Zielgruppe oft zu einem gebrochenen Verhältnis zu formalen Bildungsinstitutionen, was Schwellenängste auslöst und das informelle Lernen am Arbeitsplatz attraktiver erscheinen lässt.
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