Hausarbeit, 2012
25 Seiten, Note: 1,0
1. Einführung in die Thematik
2. Poststrukturalismus
3. Hypertext
4. Vergleich einzelner Konzepte
4.1 Rhizom
4.2 Nonlinearität
4.3 Intertextualität
4.4 Autor
4.5 Différance und Dezentrierung
5. Resümee und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen poststrukturalistischer Literaturtheorie und der Theorie sowie Praxis des Hypertexts. Ziel ist es, zu ergründen, ob und in welchen Bereichen sich Parallelen, gegenseitige Beeinflussungen oder eine tatsächliche Konvergenz zwischen diesen beiden Komplexen nachweisen lassen, anstatt lediglich vage Zusammenhänge zu postulieren.
4.1 Rhizom
Die zentrale Eigenschaft von Hypertext ist, wie wir gesehen haben, die (technisch hergestellte und feste) Verknüpfung separater Textstücke. Solche ‚Verlinkungen‘ können in alle Richtungen verlaufen, sich überkreuzen, zum Ausgang zurückkehren. Die Struktur, die sich daraus ergibt, erinnert stark an das, was Gilles Deleuze und Félix Guattari mit dem aus der Botanik stammenden Begriff des ‚Rhizoms‘ beschrieben haben: „Im Unterschied zu den Bäumen und ihren Wurzeln verbindet das Rhizom einen beliebigen Punkt mit einem anderen.“ Auch das WWW in seiner Gesamtheit weist eine solche nicht-hierarchische Struktur auf, ist beliebig erweiterbar und kann, wie das Rhizom, an jeder Stelle unterbrochen werden, ohne dass es als Ganzes Schaden nimmt oder gar zusammenbricht.
Den Begriff ‚Hypertext‘ gab es schon, als Rhizom im Jahre 1976 erschienen ist, ebenso gab es funktionierende Hypertextsysteme (allerdings noch kein WWW). Eine explizite Verbindung des Rhizom-Prinzips mit Hypertext findet durch Deleuze/Guattari jedoch nicht statt. Es ist weiterhin das Buch, auf das sich ihre Ideen beziehen. Allerdings müsse dieses anders gehandhabt werden als früher. Der Leser könne und solle es nach eigenem Gutdünken benutzen: Ein Rhizom bilden, Maschinen bauen, die vor allem demontierbar sind […] Oder besser noch, ein funktionelles, pragmatisches Buch: nehmt euch, was ihr wollt. […] Michel Foucault antwortet auf die Frage, was für ihn ein Buch sei: eine Werkzeugkiste. [...] Es gibt keinen Tod des Buches, sondern eine neue Art zu lesen. In einem Buch gibt's nichts zu verstehen, aber viel, dessen man sich bedienen kann. […] Das Buch ist kein Wurzelbaum, sondern Teil eines Rhizoms, Plateau eines Rhizoms für den Leser, zu dem es paßt.
1. Einführung in die Thematik: Der Autor führt in die Fragestellung ein, ob eine Konvergenz zwischen poststrukturalistischer Literaturtheorie und der Theorie des Hypertexts besteht.
2. Poststrukturalismus: Dieses Kapitel erläutert die Grundzüge des Poststrukturalismus, insbesondere als Infragestellung fester Bedeutung und Systematisierung.
3. Hypertext: Hier wird die Entwicklung und Definition des Hypertextes, ausgehend von frühen Visionen wie dem Memex, dargelegt.
4. Vergleich einzelner Konzepte: In diesem Hauptteil werden spezifische poststrukturalistische Konzepte wie das Rhizom, Nonlinearität und die Rolle des Autors mit den Charakteristika von Hypertexten verglichen.
5. Resümee und Ausblick: Das Fazit zieht Bilanz über die gefundenen Übereinstimmungen und diskutiert die Möglichkeiten sowie Grenzen einer digitalen Umsetzung poststrukturalistischer Theorien.
Poststrukturalismus, Hypertext, Rhizom, Nonlinearität, Intertextualität, Autor, Différance, Dezentrierung, Jacques Derrida, World Wide Web, Wissensstrukturierung, digitale Literatur, Medienkultur, Wissensvermittlung, Informationstheorie.
Die Arbeit untersucht das theoretische Verhältnis und mögliche Parallelen zwischen poststrukturalistischen Konzepten und der Struktur sowie Funktionsweise von Hypertext.
Zu den Schwerpunkten zählen die Dekonstruktion, die Intertextualität, die Neudefinition des Autors und die technologische Umsetzung nicht-linearer Wissensstrukturen.
Das Ziel ist eine fundierte Analyse darüber, ob Hypertext-Strukturen poststrukturalistische Ideen (wie etwa Derridas Différance) tatsächlich veranschaulichen oder ob diese Analogien eher spekulativer Natur sind.
Der Autor vergleicht verschiedene Konzepte der Literaturwissenschaft (z.B. von Derrida, Barthes, Foucault) mit technischen Aspekten und Visionen des Hypertexts (z.B. von Bush, Nelson).
Im Hauptteil werden fünf spezifische Bereiche – Rhizom, Nonlinearität, Intertextualität, Autor sowie Différance und Dezentrierung – detailliert gegenübergestellt.
Wesentliche Begriffe sind Poststrukturalismus, Hypertext, Rhizom, Dekonstruktion und die Veränderung des Leseprozesses durch digitale Medien.
Er sieht in der netzartigen, nicht-hierarchischen Struktur des Internets eine starke Entsprechung zum Rhizom-Begriff, warnt jedoch davor, diese Analogie durch die Übertragung zu vieler Begriffe der "Rhizomatik" zu überstrapazieren.
Der Autor stellt fest, dass durch Hypertext-Projekte wie Wikis die traditionelle Trennung von Autor und Leser weiter verschwimmt, da Texte zunehmend zu kollektiven Produkten werden.
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