Hausarbeit (Hauptseminar), 2008
26 Seiten, Note: 1,0
I. Die Philosophie der „docta ignorantia“ und ihre Denkmethode
II. Die Lehre von der Einheit und Vielheit
III. Der menschliche Geist als lebendiges Abbild der absoluten Wahrheit
1. Die verschiedenen Erkenntnisstufen im Menschen
2. Die perspektivische Grundstruktur des menschlichen Geistes
3. Die Dynamik des menschlichen Geistes
4. Die symbolische Erkenntnisweise des menschlichen Geistes
IV. Die Apriorität der absoluten Wahrheit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Erkenntnismetaphysik des Nikolaus von Cusanus und analysiert, wie der menschliche Geist als lebendiges Abbild der unendlichen Wahrheit zwischen Endlichkeit und Unendlichkeit vermittelt. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Möglichkeiten und Grenzen natürlicher Gotteserkenntnis sowie die Rolle des Menschen als sich in Freiheit gestaltendes Wesen innerhalb eines göttlich begründeten Universums.
Die Philosophie der „docta ignorantia“ und ihre Denkmethode
Das Zusammenfallen der Gegensätze (coincidentia oppositorium) und Widersprüche ist ein Grundgedanke des Cusanus, den er in seinem ersten philosophisch-theologischen Hauptwerk De docta ignorantia entwickelt und in seinen weiteren Schriften immer wieder und in facettenreicher Ausprägung zum Ausgangs- und Zielpunkt jeglicher Erkenntnis erklärt. Cusanus selbst beschreibt die Zuteilung seiner Kerngedanken als gnadenhafte Antwort Gottes auf sein philosophisches Bemühen. Es gehört zu seiner philosophischen Auffassung, die Geisteskraft des Menschen auf Gott zurückzuführen. Doch welche geistigen Leistungen ist der Mensch demnach noch in der Lage zu erbringen? Wie denkt Cusanus den Zusammenfall der Gegensätze in Bezug auf das absolute Eine? Entzieht sich jene absolute „Einfachheit“, von der Cusanus spricht, nicht jeder Erkenntnis- und Aussagemöglichkeit? Der Negationscharakter des Koinzidenzbegriffes hat zu einer Problematik geführt, die - bereits von Cusanus selbst erkannt - in den komplexen Cusanus-Interpretationen der Forschungsliteratur ihren Niederschlag findet. „Als Negation von Gegensätzen verstanden, ist dieser Begriff anscheinend nicht in der Lage, das absolute – über jeder Affirmation und Negation stehende – Eine adäquat zu erfassen.“
P. Bolberitz betrachtet wohl mit Recht die Koinzidenz als „den springenden Punkt der cusanischen Beweisführung“. Mittels des Koinzidenzdenkens gelingt es Cusanus, sowohl die Möglichkeiten als auch die Grenzen einer Gotteserkenntnis aufzuweisen. Dabei geht es ihm um „die Betonung der Transzendenz Gottes auf der einen und der Abhängigkeit und Nichtigkeit alles kreatürlichen Seins auf der anderen Seite.“
I. Die Philosophie der „docta ignorantia“ und ihre Denkmethode: Dieses Kapitel führt in das zentrale Denkprinzip des Koinzidenzdenkens ein, welches als Werkzeug zur Bestimmung der Möglichkeiten und Grenzen menschlicher Gotteserkenntnis dient.
II. Die Lehre von der Einheit und Vielheit: Hier wird erläutert, wie jede Vielheit der Welt aus einer absoluten Einheit entspringt und der Mensch die Aufgabe hat, diese Einheit in der Weltstruktur zu erkennen.
III. Der menschliche Geist als lebendiges Abbild der absoluten Wahrheit: Dieses Kapitel expliziert das Hierarchiemodell der Erkenntnisstufen und die Rolle des Geistes als perspektivischer Spiegel der Wahrheit.
IV. Die Apriorität der absoluten Wahrheit: Der abschließende theoretische Teil begründet, dass Gott als absolutes Maß jeder Erkenntnis vorausgeht und das menschliche Denken erst ermöglicht.
Nikolaus von Cusanus, Erkenntnismetaphysik, docta ignorantia, coincidentia oppositorum, Unendlichkeit, Einheit und Vielheit, Gotteserkenntnis, Mensch, Geist, Endlichkeit, Metaphysik, Philosophie, Symbolik, Wahrheit, Transzendenz.
Die Arbeit befasst sich mit der Erkenntnismetaphysik des Nikolaus von Cusanus und seiner Vorstellung vom Menschen als lebendigem Bild Gottes.
Zentrale Themen sind die Lehre der Einheit und Vielheit, die Bedeutung des wissenden Nichtwissens (docta ignorantia) sowie die Verklammerung von Endlichkeit und Unendlichkeit.
Die Arbeit untersucht, wie der Mensch trotz seiner endlichen Natur eine Erkenntnis des Unendlichen bzw. Gottes erlangen kann und welche Rolle dabei seine geistige Struktur spielt.
Es wird eine systematische philosophische Analyse der Schriften des Cusanus vorgenommen, insbesondere unter Berücksichtigung der Theorie der coincidentia oppositorum.
Der Hauptteil analysiert die erkenntnisstufen des Menschen, die Bedeutung der Andersheit sowie die notwendige methodische Übersteigung verstandesmäßiger Grenzen durch die Vernunft.
Die zentralen Schlagworte sind Cusanus, Erkenntnismetaphysik, Koinzidenz, Wahrheit und menschliches Abbildsein.
Der Verstand (ratio) dient dem diskursiven, messenden Erkennen in der Welt der Gegensätze, während die Vernunft (intellectus) die Fähigkeit besitzt, diese Gegensätze in einer geistigen Schau zur Einheit zusammenzuführen.
Cusanus versteht das Kunstwerk als eine Nachbildung der schöpferischen göttlichen Kraft, die es dem Menschen ermöglicht, die in ihm angelegte Idee symbolisch zur Geltung zu bringen.
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